Alexander Marr

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Alexander Marr

Der deutsch-schweizerisch-britische Astrologe Alexander Marr wurde am 12. April 1919 um 13:11 Uhr MEZ in Zürich geboren. Er starb am 9. Februar 2000[1].

Inhaltsverzeichnis

Biographie

Marr
Geburtshoroskop von Alexander Marr

Bereits als Alexander Marr ein Jahr alt war, zog seine Familie von der Schweiz nach Deutschland um. Dort kam es früh zur Trennung von der Mutter; das Verhältnis zu seinem Vater war spannungsgeladen. Er beschrieb sich selbst als sportlich, insbesondere war er an Schießwettbewerben und an der Jagd interessiert. Seine große Liebe galt jedoch der Wissenschaft. Obwohl er innerlich eigentlich pazifistisch eingestellt war, diente er 25 Jahre lang in der Luftwaffe, und war dort hauptsächlich bei der Aufklärung tätig - als Entschlüsselungsspezialist für russische Nachrichten. Sein zweites großes Talent war die Musikalität, er besaß das absolute Gehör. Fünfzehn Jahre lang spielte er Geige in Radiosymphonieorchestern und in der Trierer Philharmonie, nach dem Zweiten Weltkrieg war er Konzertmeister der Dubliner Symphonie.

Alexander Marr war als Mensch sehr geradeheraus und sagte immer unverblümt seine Meinung. Dies bekamen gerade diejenigen Astrologen zu spüren, deren Werk aus seiner Sicht auf einem rein fiktiven Glaubenssystem beruhte[2].

In seinen späteren Lebensjahren hatte er mit einigen schwereren Erkrankungen zu kämpfen. Am 04. Oktober 1994 erlitt er einen Schlaganfall. Zwar war er auch danach noch in der Lage, sein Leben selbst zu führen, doch verlor er dadurch das Interesse an seinen bisher größten Steckenpferden: der Astrologie und der Musik. Am 9. Februar 2000 schlief er friedlich ein[3].

Astrologie

Marr war einer der ersten europäischen Astrologen, der mit Computerprogrammen arbeitete, bereits ab 1964 hatte er Zugang zu großen IBM-Computern. Im Alter von 45 Jahren lernte er zu programmieren und schrieb selbst Astrologieprogramme. Für das von Wendel Polich und Anthony Nelson Page entwickelte, heute umstrittene jedoch in der spanischsprachigen Welt weit verbreitete topozentrische Häusersystem, schrieb er die Software zur Berechnung.

Seine besondere fachliche Spezialität war die Geburtszeitkorrektur, die er stets mit großer Sorgfalt durchführte. Grundlage war für ihn eine Kombination aus Primär- und Sekundärdirektionen[4]. Aufgrund der so gefundenen rektifizierten Geburtszeit erstellte Marr ein besonderes Pränatal, das nahe am Zeugungszeitpunkt liegt und - wie bei der Hermeswaage - den Mond auf Aszendent oder Deszendent des Geburtshoroskops zu liegen hat. Mithilfe dieses Horoskops sollen deutliche Entsprechungen auch zu solchen Lebensereignissen zu finden sein, die im Geburtshoroskop und dessen Transiten und Direktionen keine Entsprechung finden[5].

Neben den unten aufgelisteten Büchern schrieb er zahlreiche Artikel in Fachzeitschriften; trotz seiner deutschen Wurzeln ist aber kein einziges deutschsprachiges Werk darunter. Über 45 Jahre seines Lebens arbeitete er als astrologischer Forscher; auch Fachkollegen ersuchten ihn immer wieder um Rat[2].

Publikationen

  • Prediction I: using common & prenatal cycles. 179 Seiten. American Federation of Astrologers, Tempe (AZ) 1953; 1981 ISBN 0866900322
  • Prediction II: directions and the art of rectification. American Federation of Astrologers, Tempe (AZ) 1985 ISBN 0866902481
  • Tables of Houses, According to the System of Campanus, for Northern Latitudes 35 - 46 Degrees, Obliquity of Ecliptic 23 Degrees 27'00". Eigenverlag 1962
  • Prediction III: Synastry the Ascendent and the Lunar & Prenatal Epoch. Ediciones SIRIO, Buenos Aires, Argentina, 1986
  • Political Astrology: Analysis and Prediction. 122 Seiten. Ediciones Sirio, Buenos Aires 1988 ISBN 9509183075
  • Astrologers, Kings, Politicians and Others: 66 Lives Rectified & Analyzed. 221 Seiten. Ediciones SIRIO, Buenos Aires 1990 ISBN 9509183091
  • Astrologers, Kings, Politicians and Others: Part II 40 lives rectified and analyzed. (Mit Isaac Starkman) 176 Seiten. Little River Press / FL 1995 ISBN 096453889X

Artikel

  • 50 Jahre Eroberung des Weltraumes. Eine mundanastrologische Analyse. Astrologischer Auskunftsbogen 80, Februar 1958
  • Die DDR im Spiegel des russischen Rüstungspotentials. AA 81, März 1958

Considerations[6]

  • Mondale’s Presidential Prospects. I/ 4, 1984
  • Advanced Rectification of Birth Charts & Prenatal Epochs: 1. II/ 1, 1985
  • Advanced Rectification of Birth Charts & Prenatal Epochs: 2. II/ 2, 1985
  • Advanced Rectification of Birth Charts & Prenatal Epochs: 3. II/ 4, 1985
  • Advanced Rectification of Birth Charts & Prenatal Epochs: 4. III/ 1, 1986
  • The New Partnership Horoscope III/ 3, 1986
  • Dual Test & Identical Twins. III/ 4, 1986
  • The Primary Lunar Horoscope. IV/ 1, 1987
  • Sir Winston Churchill, part 1. IV/ 2, 1987
  • Sir Winston Churchill, part 2. IV/ 3, 1987
  • Prince Charles’ Ski Accident. V/ 2, 1988
  • Boris Becker. V/ 3, 1988
  • Three Devastating Earthquakes under Similar Astrological Auspices. VI/ 2, 1989
  • The Superiority of the Tropical Zodiac. VII/ 2, 1990
  • Hitler’s Attack on Russia. XVIII/ 1, 2001
  • Jean-Baptiste Morin’s Theories. XIX/ 4, 2002


Weiterführende Literatur

  • Klauspeter Bungert: Astrologie der Ereignisse - eine kritische Überprüfung. Beispielteil: Horoskope historischer Künstlerpersönlichkeiten, entwickelt auf der Grundlage von Direktionen und siderischen Lunaren des Radix und der Epoche nach der Epoche-Theorie von Alexander Marr PDF

Weblinks

Quellen und Anmerkungen

  1. AstroDatabank: Isaac Starkman beruft sich bei der Quellenangabe auf Marrs Werk "Astrologers, King, Politicians and Others" (1990), er schreibt: he wrote that the hospital record for his birth is 13.30 MET, which he rectified to 13.11.14 MET Asc 16Leo33' .
  2. 2,0 2,1 AstroDatabank: Alexander Marr. Marr veröffentlichte im ersten Band von "Astrologers, Kings, Politicians and Others" eine 25-seitige Autobiographie.
  3. Astrologers' Memorial: Alexander Marr
  4. Wolfgang Tomsits: Eingetroffene Prognose mit dem korrigierten Horoskop von Papst Johannes Paul II. PDF
  5. James Alexander: Why Do We Need to Find the Epoch Chart?
  6. Weblinks für alle Ausgaben von "Considerations siehe bei Ken Gillman