Analogie

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Die Analogie ist eines von zwei grundlegenden Erklärungsmodellen der Astrologie. Demnach wirken die Sterne nicht direkt auf die Erde, sondern dienen nur als eine Art Anzeiger. In diesem Sinne ist die Erde ein Abbild des Kosmos; alles, was sich auf ihr ereignet, hat seine Entsprechungen oder Parallelen am Himmel. Die Planeten, Tierkreiszeichen, usw. zeigen den aktuellen Sinn bzw. die gerade herrschende Zeitqualität an - weshalb Astrologen aus deren Stand auch Rückschlüsse auf irdische Ereignisse und Personen ziehen können.
Die psychologische Astrologie sieht die Gestirne in erster Linie als Indikatoren für innerseelische Prozesse - nicht deterministisch oder gar fatalistisch als verantwortlich für Wohl und Wehe eines Menschen.

Hermes Trismegistos: wie oben, so unten (mittelalterlicher Schnitt)

Die analoge Erklärung des astrologischen Wirkmechanisnus geht historisch zurück auf den mythischen Hermes Trismegistos; dessen Ausdifferenzierung auf die Neuplatoniker und ihre "Ketten des Seins" [1]. Die Astrologie hat dieses Erklärungsprinzip mit anderen esoterischen bzw. hermetischen Disziplinen gemeinsam.

Analog zu denken war vor der Neuzeit üblich. Noch im siebzehnten Jahrhundert lobte der Jesuit Athanasius Kircher den Analogieschluss als "wunderbares Kompendium, das den Philosophen wie ein Ariadnefaden leitet, ohne Gefahr, dass er sich jemals im verborgenen Dickicht der Natur verlieren könnte. Mit Hilfe der ars analogica lernt er, dass der Zusammenhang der Dinge auf der Erdkugel, im Mikrokosmos, d.h. im Menschen als einem Sohn der Welt, ferner im politischen, meteorologischen, medizinischen und ethischen Bereich strukturell derjenigen in allen einzelnen Planetensystemen gemäß ihren spezifischen Eigenarten und Verhältnissen entspricht..."
In jüngerer Zeit wurden regelrechte Analogieketten u.a. durch Thorwald Dethlefsen und besonders von Nicolaus Klein & Rüdiger Dahlke[2] popularisiert.

Die Astrologiegegner ignorieren bei ihrer grundsätzlichen Ablehnung der Astrologie zumeist dieses Analogie-Modell - das ohne eine konkrete Verursachug bzw. ohne materielle Überträger (Botenstoffe, "Strahlen" der Planeten, etc.) auskommt - und konzentrieren sich auf das alternative Modell der Kausalität, welches einen strikten, eher mechanischen Ursache-Wirkungs-Zusammenhang postuliert.

andere Bezeichnungen des Analogiezusammenhangs:

  • Mikrokosmos - Makrokosmos
  • äußerer Himmel - innerer Himmel (wte innen, so außen, vgl. Paracelsus)
  • himmlische Planeten - irdische Planeten (Alchemie: vgl Metalle und Astrologie)
  • das hermetische Gesetz: wie oben, so unten

Quellen und Anmerkungen

  1. Klibansky, Raymond, Panofsky, Erwin und Saxl, Fritz: Saturn und Melancholie. Frankfurt /M. 1990, S. 235/ 236
  2. Dahlke/Klein: Das senkrechte Weltbild. Hugendubel, München 1986; mehrfache Auflagen, derzeit bei Ullstein-Verlag, Berlin 2005
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