Arabische Astrologie

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Beinhaltet: Islamische Astrologie

Eine nennenswerte arabische Astrologie existiert erst seit dem Aufkommen des Islam im 7. Jahrhundert. Das, was seitdem unter arabischer Astrologie verstanden wird, beschränkt sich nicht streng auf die Araber als ethnische Einheit, sondern wurde auch von anderen Völkern übernommen und beeinflusst, die zum Islam bekehrt wurden. Man könnte deshalb auch von einer islamischen Astrologie sprechen.Im arabisch-islamischen Kulturbereich war die Einstellung zur Astrologie ambivalent. Epochen großer Blüte wechselten mit Verfolgung und Verflachung ab. Auch theologisch gab es unterschiedliche Interpretationen bei der Beurteilung der Astrologie.

Inhaltsverzeichnis

Astrologie und Islam

Diese Zwiespältigkeit geht schon auf den Propheten Mohammed zurück, der ebenfalls nicht eindeutig dazu Stellung genommen hat und deshalb verschiedenen Interpretationen Raum gab. Die Sterndeutung war im Koran nicht ausdrücklich verboten, doch genoss sie keinen guten Ruf. Am Beispiel Abrahams kommt dies in der 6. Sure, Vers 77-80 deutlich zum Ausdruck: " Als die Dunkelheit der Nacht ihn (Abraham) beschattete, sah er einen Stern und er sprach: ,Das ist mein Herr'. Als dieser aber unterging sagte er: ,Ich liebe die Untergehenden nicht.' Und als er den Mond aufgehen sah, da sagte er: ,Wahrlich, das ist mein Herr.' Als aber auch dieser unterging, da sagte er: ,Wenn mein Herr mich nicht leitet, so bin auch ich wie dies irrende Volk.' Und als er nun die Sonne aufgehen sah, da sagte er: ,Siehe, das ist mein Gott, denn dies ist das größte Wesen.' Als aber auch die Sonne unterging, da sagte er: ,Oh, mein Volk, ich nehme keinen Anteil mehr an Eurem Götzendienste, ich wende mein Angesicht zu dem, der Himmel und Erde erschaffen hat.'" Auf der anderen Seite kam der von Teilen der Astrologie vertretene Determinismus dem im Islam verbreiteten Glauben an die Vorherbestimmung alles Seienden entgegen.

Vor dem Aufkommen des Islam war die Astrologie in der arabischen Welt nicht weit entwickelt. Die zumeist nomadischen Völker orientierten sich auf ihren Wanderungen zwar am Sternenhimmel und es gab auch einen einfachen Sternenkult, doch ein System der Deutung hatten sie nicht entwickelt. Nach der Übernahme des Islam unterwarfen die Araber in wenigen Jahrhunderten ein Reich, das sich vom Atlantischen Ozean im Westen bis Südostasien im Osten erstreckte. Dadurch gerieten nicht nur zahllose Völker unter die arabische Herrschaft; die Araber selbst sahen sich ihrerseits fremden Kultureinflüssen ausgesetzt. Das betraf auch die Astrologie, die in vielen der unterworfenen Regionen eine wichtige Rolle spielte.

Ursprünge der arabische Astrologie

Die wichtigsten Einflüsse auf die arabische Astrologie kamen aus dem hellenistischen, indischen und persischen Kulturkreis sowie aus der jüdischen Kabbala. Als Grundlage übernahmen die Araber den von den Griechen aus babylonischen Quellen entwickelten Tierkreis mit den sieben klassischen Planeten, die sieben Tagen und sieben Körperteilen zugeordnet waren. Von der indischen Astrologie stammte die besondere Bedeutung der Mondhäuser. Die Araber orientierten sich zudem an einem Mondkalender, der bis heute für den Beginn des Fastenmonats Ramadan herangezogen wird.

Arabische Astrologen übersetzten Werke der klassischen Antike und der indischen Sterndeutung in ihre Sprache. Damit erwiesen sie vor allem der abendländischen Kulturgeschichte einen unschätzbaren Dienst, denn viele griechische und römische Bücher haben die Zeit der Inquisition und anderer Verfolgungen nur als arabische Übersetzungen überstanden.

Leistungen der arabischen Astrologie

Die arabische Astrologie beschränkte sich nicht allein darauf, altes Wissen zu überliefern. Sie gab auch wichtige Impulse für die Weiterentwicklung und setzte vor allem im mathematischen und astronomischen Bereich neue Maßstäbe. So wurden die Abweichungen von den Ptolemäischen Tafeln (Tabellenwerk zur Berechnung der Planeten-Positionen) bemerkt und korrigiert und neue Tafeln herausgegeben. Allgemein wurde nicht Ptolemäus, sondern Dorotheus von Sidon stärker rezipiert, bei dem wesentlich z. B. die arabische Stundenastrologie ihren Ursprung hat.

Da die Araber durch den hellenistischen Einfluss mit der Erstellung eines individuellen Horoskops vertraut waren, beschränkte sich die Prognose nicht auf allgemeine Vorhersagen und Orakel. Dank ihrer mathematischen Fähigkeiten erreichte sie eine hohe Präzision. Zudem wurde die heute bekannte Form der Stundenastrologie und der Elektion wesentlich mit der Weiterentwicklung durch die Arabische Astrologie erreicht, besonders durch den arabischen Astrologen Zahel.

Die bekannteste Entwicklung aus dem Bereich der Individualastrologie, die wesentlich den Arabern verdankt wird, stellen die Solar-Revolutionen, kurz auch Solare genannt, dar. Die Erstellung eines Horoskopes für den Zeitpunkt der exakten Sonnen-Wiederkehr (Wiederkehrhoroskop) durch arabische Astrologen, Messahallah gilt als Schöpfer dieser Technik, unterschied sich damit deutlich von einigen Ansätzen in der hellenistischen Astrologie, die Planetenstellungen beim Zeitpunkt der Sonnen-Wiederkehr zu beachteten, aber ohne ein Horoskop zu erstellen und so ausformulierte Zukunftsprognosen daraus abzuleiten.

Weiter vermehrten sie beträchtlich die Anzahl der sensitiven Punkte, auch arabische Punkte genannt, und schufen, aus indischen Vorlagen, die arabische Mondhäuser-Deutung, vorallem durch Albohazen.

Darüber hinaus widmeten sich die Araber der Mundanastrologie, vor allem der astrologischen Geschichtsbetrachtung. Auf der Basis von Planetenzyklen versuchten sie bestimmte historische Themen zu erschließen. Da Uranus, Neptun und Pluto noch nicht bekannt waren, studierten sie vor allem den Zyklus von Jupiter und Saturn, deren alle 20 Jahre stattfindende Konjunktion ein wichtiges astrologisches Ereignis ist (Große Konjunktion).

In diesen Zusammenhang gehört auch der Widder-Ingress, welcher für mundane Prognosen und Deutungen durch die Araber eingeführt wurde.

Schließlich führte das astronomische und mathematische Wissen auch dazu, dass die Kategorisierung der Fixsterne in 48 Sternbilder, die Claudius Ptolemäus vorgenommen hatte, überarbeitet wurde und die Fixsterne teilweise neue Namen erhielten. Heute noch kennen wir beispielsweise Aldebaran, den hellsten Stern des Stiers, Beteigeuze und Rigel aus dem Orion, Deneb, den hellsten Stern des Schwans oder Fomalhaut in den Fischen. Den Fixsternen wurde auch eine bestimmte Energiequalität zugeschrieben. An der Zahl von 48 Sternbildern hielten die Araber jedoch fest.

Niedergang

Schon während der Blütezeit der arabischen Astrolgie etwa vom 9. bis 13. Jahrhundert waren auch okkulte Praktiken verbreitet, mit denen das Schicksal beeinflusst werden sollte. Das führte zur heftigen Abwehr durch die Theologen, die darin eine Konkurrenz zum Willen Gottes sahen, und schließlich zu einem allmählichen Niedergang der Astrologie. Darüber hinaus bedrohten mongolische und persische Invasionsheere seit dem 13. Jahrhundert die Hochburgen der arabischen Kultur, die dadurch an Bedeutung verloren. Die Mauren in Spanien blieben noch zwei weitere Jahrhunderte die Hüter der astrologischen Tradition. Mit ihrer Vertreibung verlor die arabische Astrologie ihre universelle Bedeutung. Heute dient sie in einigen arabischen Staaten noch als Orakel; von ihrem Glanz aus dem Mittelalter ist jedoch nur noch die Erinnerung geblieben.

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