Astrokartographie

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Astroweltkarte, nur Achsenkonjunktionen, für Galileo Galilei
Astrolandkarte Europa, alle Aspekte, für Galilei

Synonym: Astrolandkarte

Eine von dem amerikanischen Astrologen Jim Lewis in den Siebzigerjahren entwickelte Methode, mittels derer man auf einer Weltkarte auf einen Blick sehen kann, wo sich zu einem bestimmten Zeitpunkt welche Planeten an herausragender Stelle - nämlich in Konjunktion mit einer Achse (Dominanz) - befinden. Die besondere Schreibweise des Begriffs Astro*Carto*Graphy wurde durch Lewis markenrechtlich geschützt, hingegen ist die Schreibweise Astrokartographie frei verwendbar. Astrodienst verwendet, um markenrechtlichen Auseinandersetzungen ganz auszuweichen, den Begriff Astrolandkarte bzw. auf Englisch Astro Map.

Inhaltsverzeichnis

Darstellung

In einer Astrokartographie-Übersicht sind auf einer Weltkarte zahlreiche Linien eingetragen.

Es gibt dabei für jeden der zehn Planeten vier Möglichkeiten der Achsenbindung - nämlich in Konjunktion mit dem Aszendenten, dem Deszendenten, dem Medium coeli und dem Imum coeli. Mithin finden sich 40 Linien auf einer Astrokartographie-Karte. Die senkrechten Linien zeigen an, wo Planeten in Konjunktion (bzw. Aspekt) mit dem Medium coeli oder Imum coeli stehen, die kurvigen Linien, wo sie sich in Konjunktion (bzw. Aspet) mit dem Aszendent oder Deszendent befinden. Für die vier Achsen wie für die zehn Planeten gelten die üblichen Deutungsregeln.

Die Problematik der mangelnden Gültigkeit des Placidus-Häusersystems (wie vieler anderer Häusersysteme) für hohe Breiten zeigt sich auch in der Astrokartographie: oberhalb bestimmter Breiten können keine Konjunktionen oder sinnvolle Aspekte zur Horizontachse mehr dargestellt werden. An der Europakarte lässt sich darüber hinaus erkennen, dass die Aspektlinien zur Meridianachse parallel zu den Längengraden verlaufen und somit in Richtung Pol immer dichter zusammenrücken, bis sie sich alle im geographischen Pol schneiden. Somit kommt es in der astrokartographischen Darstellung systembedingt zu besonders vielen Schnittpunkten nahe der Polarkreise.[1]

Die Astrokartographie ist für die Individualastrologie ebenso von Bedeutung wie für die Mundanastrologie.

Individualastrologie

Man stellt eine Astrokartographie-Karte auf den Moment der Geburt eines Menschen aus. Auf der Karte kann man dann sehen, wo zu diesem Zeitpunkt - unabhängig vom Geburtsort - welcher Planet in Achsenbindung stand. Dort, wo sich eine Linie befindet, ist die benannte Planetenenergie besonders stark spürbar (sowie etwa 1000 Kilometer in beide Richtungen, wobei bei größerer Entfernung die Spürbarkeit nachlässt). Wenn beispielsweise bei einem in Hamburg Geborenen eine Linie durch Kuba führt, die mit VE/DC beschriftet ist, so heißt dies, dass Venus zum Zeitpunkt seiner Geburt in Kuba am Deszendenten stand. Dies kann bedeuten, dass er in diesem Land auf Annehmlichkeiten trifft, dass ihm die Menschen dort liebevoll begegnen und er an dem Ort vielleicht sogar eine geliebte Frau findet.

Auf diese Weise kann man sehen, wo in der Welt ein bestimmtes Planetenprinzip verstärkt zum Ausdruck kommt. Dies kann durchaus heißen, dass sich jemand an einem anderen als seinem Geburtsort mit bestimmten Dingen leichter tut.

Außer den Linien an sich sind noch die Kreuzungen zweier Planetenlinien von Bedeutung. An einer solchen Stelle befinden sich nämlich zwei Planeten in Konjunktion mit einer Achse. Die Deutungen für solche Kombinationen treffen auch für alle anderen Orte zu, die sich auf demselben Breitengrad befinden, wenn auch in weniger ausgeprägter Form. Man muss sich also immer von einem Kreuzungspunkt aus eine waagerechte Linie in beide Richtungen denken und die von ihr betroffenen Orte mit einbeziehen.

Eine Astrokartographie-Karte ist immer auf der Grundlage des Radixhoroskops zu deuten. Das heißt, ein Mensch wird zu einem bestimmten Zeitpunkt und an einem bestimmten Ort geboren, und das darauf ausgestellte Radixhoroskop ist und bleibt ihm erhalten. Er muss sich also vor einem eventuellen Umzug oder einer geplanten Reise am Geburtstag (um ein günstigeres Solar zu erhalten, s.u.)darüber klar werden, wie er mit dem fraglichen Planetenprinzip überhaupt umgeht. Außerdem ist die Planetenkonstellation zu einem bestimmten Zeitpunkt überall auf der Welt dieselbe. Man nimmt also beispielsweise etwaige schwierige Aspekte auf die Venus aus dem Geburtshoroskop "überall hin mit". Nicht zuletzt: Eine Garantie - sprich: eine Sicherheit, an einem anderen Ort glücklicher zu werden - gibt es hier natürlich genauso wenig wie generell in der Astrologie.

Die Astrokartographie-Karte hilft einem also zu erkennen, wo in der Welt man mit welchen Planetenprinzipien auf intensive Weise konfrontiert wird. Für die Urlaubsplanung kann eine solche Übersicht ausreichen - auch wenn nicht gesagt ist, dass die jeweiligen Energien schon nach zwei Wochen spürbar werden. Will man jedoch ganz an einen entfernteren Ort umziehen, so empfiehlt sich ein Relokationshoroskop, das auf die Geburtszeit, aber nicht auf den Geburtsort, sondern den Ort der Wahl ausgestellt ist. Diesem kann man dann entnehmen, wie sich die gesamte Planetenkonstellation an dem neuen Ort darstellt. Außerdem ist die Cyclo*Carto*Graphy-Karte zu berücksichtigen. Sie überträgt die aktuellen Entwicklungen eines Menschen auf die Weltkarte, bezieht mit anderen Worten Auslösungen mit ein.

Mundanastrologie

Hier ist die Astrokartographie ein überaus wichtiges Instrument. Wie bei der Individualastrologie gilt auch hier, dass auf der Karte den Linien und ihren Kreuzungspunkten besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte.

In der Regel werden Astrokartographie-Karten für Finsternisse erstellt, denn diese gelten als wichtige Auslöser von angelegten Ereignissen. Aus ihnen können wichtige Hinweise auf kritische Orte entnommen werden. Auch die Astrokartographie-Karten von Politikern liefern Informationen über deren Beziehung zu bestimmten Ländern. Selbstverständlich macht es auch Sinn, eine Astrokartographie-Karte für den Zeitpunkt eines weit reichenden Ereignisses zu erstellen und dessen Auswirkungen an bestimmten Stellen der Welt zu untersuchen.

Beurteilung

Über die Bedeutung der Astrokartographie herrschen geteilte Meinungen.

Astrodienst beurteilt zumindest die Relokation als wenig bedeutsam: "Entgegen einer unter astrologischen Laien weitverbreiteten irrtümlichen Ansicht spielt der Wohnort für ein Horoskop praktisch keine Rolle. Für die auf dieser Website angebotenen Horoskopdeutungen ist er völlig irrelevant. Der Geburtsort und die Geburtszeit bestimmen Ihren Aszendenten und die Häuser des Horoskops. Sie werden im Moment der Geburt Bestandteile ihrer astrologischen Prägung, und wie bei genetischer Information ändert sich diese nicht mehr, nur weil Sie später woanders wohnen."

Anhänger der Astrokartographie hingegen schwören auf die Wirksamkeit der Relokation, und teilweise gibt es unter eingefleischten Fans sogar einen regelrechten Tourismus zu günstigen Lokationen, besonders am Geburtstag (betreffend das Solarhoroskop). Dabei wird an jene Punkte auf der Welt gereist, an denen zur Zeit der Sonnenwiederkehr ein besonders günstiger Achsenkontakt herrscht, um die daraus erwarteten günstigen Energien mitnehmen und im folgenden Lebensjahr für sich nutzen zu können.

Erin Sullivan (siehe unten) bringt einige verblüffende Beispiele für die von ihr beobachteten Wirksamkeit von Ortsveränderungen.

Anmerkungen

  1. Dass sich in eher unwirtlichen Erdgegenden besonders viele Linien kreuzen, ist also ein methodisches Artefakt.

Literatur

  • Jim Lewis; Kenneth Irving: Astro*Carto*Graphy - Die Magie des Ortes: Welche Erfahrungen erwarten uns an verschiedenen Orten? 303 Seiten, Edition Astrodata 1999 ISBN 978-3907029657
  • Jim Lewis: Astro*Carto*Graphy Atlas. 328 Seiten. Edition Astrodata 1990 ISBN 978-3907029145
  • Erin Sullivan: Angewandte Astro*Carto*Graphy. Planetenlinien und Ortswechsel astrologisch deuten. Chiron Verlag Tübingen 2002 :Auszug Leseprobe bei Astrodienst

Links

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