Astrodrama

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Synonym: Horoskopaufstellung
Saturn Sat.gif und Uranus Urg.gif als Schauspieler

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Eine in jüngerer Zeit entstandene Rollenspiel-Methode, mit der dem Klienten ein erlebnisbezogener Zugang zu seinem Geburtshoroskop ermöglicht wird: er kann die Planeten dabei konkret erfahren.

Für ein Astrodrama ist eine größere Gruppe von Teilnehmern wünschenswert. Diese übernehmen dann die Rollen der Planeten der dargestellten Person. Um die Identifikation mit einer bestimmten Rolle zu erleichtern, sind die Planeten zumeist in Form von Masken präsent. Dadurch erscheinen Mars, Venus oder Saturn quasi "leibhaftig", nicht nur als - theoretisches, abstraktes - Prinzip, welches geistig verstanden werden muss, um es sich zu erschließen. Die Planeten sind vielmehr praktisch unmittelbar präsent und entwickeln, oft untermalt von Musik, eine eigene Dynamik im Austausch miteinander, ausgehend von ihren Stellungen in dem betreffenden Horoskop. Der Horoskopeigner kann bei einem Astrodrama sowohl als Zuschauer fungieren und die Dynamik des eigenen Horoskops quasi von außen verfolgen, oder in die Rolle eines Planeten - meist der Sonne - schlüpfen. Dies kann im Verlauf einer Inszenierung aber durchaus wechseln. Außer den Positionen der Planeten (durch das jeweilige Horoskop) ist nichts streng festgelegt.

Ernst Ott[1]: "Wer je an einem Astrodrama-Seminar teilgenommen hat, vergisst nie mehr, dass die Planeten Gestalten sind. Wer daraufhin eine Horoskopzeichnung betrachtet, denkt nicht mehr an Sterne und Objekte des Himmels, sondern an die eigenen inneren Stimmen. Astrologie ist schließlich nicht Sternkunde, sondern Menschenkunde. Mit ein bisschen bildhafter Vorstellungskraft kann man dann die Streitgespräche der Seelenanteile geradezu vor sich sehen..."

Die Idee des Astrodrama ist vermutlich aus der Therapiemethode des Psychodrama entstanden. Ebenso wie bei einer Familienaufstellung (nach Bert Hellinger) ist allerdings auch hier damit zu rechnen, dass während einer Aufstellung tiefsitzende psychische Probleme aufgedeckt werden oder aufbrechen können. Vor allem deswegen wäre auf eine fundierte psychologische oder psychotherapeutische Ausbildung der Leiter eines Astrodramas zu achten..

Im deutschsprachigen Raum wurde die Methode vor allem von Friedel Roggenbuck popularisiert; er verwendet zusätzlich auch Tanz und Meditation, um das persönliche Horoskop lebendig zu machen. In Amerika ist Barbara Schermer mit ihrer "erfahrbaren Astrologie" auf diesem Gebiet Pionierin.

Literatur

  • Holger Faß: Praxisbuch Horoskopaufstellung. Astronova 2008 ISBN 978-3937077307
    Der Autor führt verständlich in die Aufstellungsarbeit mit Planeten und anderen Horoskop-Faktoren ein, beschreibt Techniken zur Klärung tiefsitzender Konflikte und gibt konkrete Hilfestellung bei der Lösungsfindung.
  • Barbara Schermer: Astrologie live!: Astrologie und Astrodrama als lebendige, kreative und heilende Erfahrung, Verlag Niehaus 1991, 271 Seiten, ISBN 978-3928088008

Link

Quellen und Anmerkungen

  1. in seiner Besprechung des Buches von Jessie Adler Gral: Ein Planet kommt selten allein, in der Zeitschrift Meridian 3-11

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