Astrologie
Astrologie ist die Wissenschaft und Kunst, Personen und Ereignisse der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu beschreiben, in dem man Himmelskarten, die für einen geeigneten Augenblick und Ort erstellt hat, korrekt interpretiert[1].
Die Bezeichnung Astrologie setzt sich aus den griechischen Worten astron (Stern) und logos (Sinn, Bedeutung) zusammen. Sie beschreiben die Astrologie als ein System, das in der Bewegung der Himmelskörper einen tieferen Sinn sieht, der für die Menschen und für Ereignisse auf der Erde erschlossen werden kann. Aus der Beobachtung der Planeten werden Schlüsse zur Beurteilung von irdischen Begebenheiten und deren Entwicklung zu einer bestimmten Zeit und an einem bestimmten Ort gezogen. Die Basis dafür ist das Horoskop. Da sich das Horoskop immer auf einen Punkt der Erde bezieht, arbeitet die Astrologie mit dem geozentrischen Weltbild.
Die Astrologie begann mit der Beobachtung einzelner Himmelserscheinungen (Geschichte der Astrologie). In dem Sinne war sie von der Astronomie nicht zu trennen. Mit der Interpretation der Beobachtungen ging sie jedoch über die Astronomie hinaus. Seit Beginn der Neuzeit distanziert sich die Astronomie von der Astrologie.
Für die Astrologie spielt ein weitgehend vergessenes Verständnis der Zeit eine entscheidende Rolle. Zeit offenbart sich demnach in Quantität und Qualität. Betrachtet man die Zeitqualität von etwas, das beginnt - und genau das macht die Astrologie, sie erstellt Horoskope auf den Beginn von etwas - , so enthält dieser Moment im Kern das, was sich daraus entwickelt.
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Bereiche
Grundsätzlich lässt sich die Astrologie in zwei Betätigungsfelder aufteilen, die Individual- und die Mundanastrologie. Die Individualastrologie ist am weitesten verbreitet. Bei ihr geht es um den einzelnen Menschen, bei der Mundanastrologie hingegen um bestimmte Gebiete, Orte und Länder der Erde.
In beiden Bereichen kann man über die Beschäftigung mit dem Radixhoroskop hinaus die prognostische und die vergleichende Astrologie anwenden. Ein Radixhoroskop ist in der Individualastrologie das Geburtshoroskop eines Menschen. In der Mundanastrologie ist es beispielsweise ein Länderhoroskop oder das Horoskop eines landes- oder weltweit bedeutenden Ereignisses.
Die prognostische Astrologie setzt aktuelle oder kommende Konstellationen in Beziehung zum Radixhoroskop und leitet daraus künftige Entwicklungen ab (Prognose). Sie war bis zur Neuzeit dominierend. In Asien ist sie es noch immer.
Die vergleichende Astrologie setzt mindestens zwei Horoskope zueinander in Beziehung und entnimmt dem Informationen über den Charakter der Beziehung. Auch hier müssen es nicht ausschließlich Horoskope von Menschen sein - es kann letztlich jedes Horoskop mit einem anderen in Verbindung gebracht werden.
Als wichtigste theoretische Basis gilt heute das, was im deutschsprachigen Bereich als Revidierte Astrologie bezeichnet wird. Sie baut auf der klassischen Astrologie auf, hat aber vieles von deren Wertungen verworfen und lehnt jeden Determinismus ab.
Aus der Sicht der Schulwissenschaft handelt es sich bei der Astrologie um eine Pseudowissenschaft oder schlicht um Aberglauben.
Erklärungsmodell der Funktionsweise
Da sich die Astrologie einer wissenschaftlichen Erfassung und objektiven Beweisbarkeit letztlich entzieht, ist vieles von der Interpretation der Astrologen abhängig. Hier gibt es zwei unterschiedliche Modelle, die Kausalität und die Analogie. Die Kausalität geht davon aus, dass die Himmelskörper die irdischen Ereignisse und Entwicklungen unmittelbar beeinflussen. Ihre Anhänger verweisen insbesondere auf das Beispiel des Mondes, der durch seinen Einfluss auf die Schwerkraft der Erde Ebbe und Flut auslöst sowie das Wachstum der Pflanzen, den Menstruationszyklus der Frauen und manches mehr mitbestimmt - Phänomene, die auch von keinem Wissenschaftler geleugnet werden. Ähnlich wie der Mond wirken danach die anderen Himmelskörper, auch wenn sie nicht immer so deutlich spürbar oder gar messbar sind. Die Vertreter der Analogie sehen die Planeten als Anzeiger irdischer Ereignisse, ohne dass es einen kausalen Zusammenhang zwischen beiden gäbe. Demzufolge sind die Planeten eine Art Messinstrument, ähnlich einem Thermometer oder einer Uhr, die beide die Temperatur bzw. die Zeit nicht beeinflussen, sondern nur anzeigen. Die Vertreter dieses Modells berufen sich auf den berühmten Grundsatz des Hermes Trismegistos "Wie oben so unten", wonach der Mikrokosmos, die Erde, das Abbild des Makrokosmos, des Himmels, ist. Was sich am Himmel zeigt, hat seine Entsprechung auf der Erde. In Jahrtausenden der Natur- und Himmelsbeobachtung haben die Menschen gelernt, diese Analogie in den Sternen zu erkennen, und daraus das System der Astrologie geschaffen. In der modernen Astrologie hat das Analogie-Modell zahlreiche Anhänger. Carl Gustav Jung hat dieses Prinzip Synchronizität genannt. Dabei wird der Gleichzeitigkeit verschiedener Ereignisse eine Bedeutung beigemessen, auch wenn kein kausaler Zusammenhang vorliegt.
Astrologie bestimmter Kulturkreise und Zeiten
- klassische Astrologie
- indische Astrologie
- chinesische Astrologie
- tibetische Astrologie
- islamische Astrologie
- chaldäische Astrologie
- indianische Astrologie
- Maya-Astrologie
Allgemeine und spezielle Richtungen
- Besonderheiten der Schulen und Richtungen
- klassische Astrologie
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- revidierte Astrologie
- psychologische Astrologie
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- Astrosophie
- Kosmobiosophie
Astrologische Schulen
- Hamburger Schule
- Aalener Schule
- Münchner Rhythmenlehre
- Huber-Schule, API
- Transpersonale Astrologie (TPA)
Teilgebiete der Astrologie: Methoden und Schwerpunkte
- Individualastrologie
- Mundanastrologie
- prognostische Astrologie
- Wirtschaftsastrologie
- Finanzastrologie
- Astrokartographie
- Börsenastrologie
- Synastrie
- vergleichende Astrologie
- Elektion
- Stundenastrologie
- Astromedizin
- Kinderastrologie
Siehe auch
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