Astrologisches Zeitalter

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Die Präzession ist Ursache der astrologischen Zeitalter

Synonym: Äon oder Aeon

Die Einteilung der Weltgeschichte in Zeitalter. Ausschlaggebend ist dabei die Bewegung des Frühlingspunktes durch den Tierkreis, die einen Zeitraum von 25 729 (einer anderen Quelle nach 25 771) Jahren umfasst, das so genannte platonische Jahr. Demnach befindet sich der Frühlingspunkt für etwa 2150 Jahre in einem siderischen Tierkreiszeichen und dieses prägt jeweils ein bestimmtes Zeitalter. Derzeit befinden wir uns nach Meinung vieler am Ausgang des Fischezeitalters und an der Schwelle zum Wassermannzeitalter. Doch sind die Meinungen darüber, wann ein Zeitalter genau beginnt, verschieden. Die Anfänge können um Jahrhunderte differieren. Sicher ist jedoch, dass von einer längeren Übergangszeit ausgegangen werden muss, die einige Jahrzehnte oder länger dauern kann.

Ursächlich für die Annahme solcher Zeitalter ist die Neigung der Erdachse zur Ekliptik um 23,5° gegenüber der Senkrechten auf die Ekliptik: die geneigte Erdachse kreist in eben dem platonischen Jahr um diese gedachte Senkrechte einmal um sich selbst, vergleichbar wie dies bei einem Kreisel zu beobachten ist. Bezogen auf die astronomischen Sternbilder bewegt sich die Erdachse rückläufig, wanderte also die vergangenen circa 2000 Jahre durch das Sternbild der Fische, weshalb diese nun zu Ende gehende Zeit als das Fischezeitalter bezeichnet wird. Etwa alle 72 Jahre dreht sich die Erdachse so um etwa 1 Grad weiter, bezogen auf den siderischen Tierkreis.

Die grundsätzliche Problematik der Bestimmung dieser Zeitalter besteht darin, dass es für den siderischen Tierkreis, der als Bezugspunkt für den tropischen Tierkreis dient, keinen Referenzpunkt am Himmel gibt, der als ein fixer Punkt 0° Widder (oder auch andere) definiert werden könnte. Jegliche Festlegung erscheint damit willkürlich, und dies spiegelt sich auch in den unterschiedlichen, mehrere Grad voneinander abweichenden Ayanamsas wider, also der Gradabweichung beider Tierkreise zueinander. Der siderische Tierkreis hat recht sicher seinen Ausgangspunkt zu der Zeit, als die heute gültigen ekliptischen Sternbilder erkannt und beschrieben wurden. Zu dieser Zeit waren damit selbstverständlich tropischer und siderischer Tierkreis deckungsgleich. Da die Sternbilder am Himmel unterschiedliche Größe haben (im Unterschied zu den Sternzeichen, die immer definitionsgemäß Abschnitte von 30 Grad auf der Ekliptik umfassen), lässt sich die genaue Lage des siderischen Tierkreises nicht festlegen. Zudem verändern sich auch langfristig die Sternbilder und ihre Lage im All aus irdischer Sicht durch die Eigenbewegung der Fixsterne.

Es gibt damit keine prinzipielle Möglichkeit die Existenz der astrologischen Zeitalter zu beweisen oder zu widerlegen, und alle Beweisversuche in diese Richtung beriefen sich immer auf Beobachtung von Ereignissen und Analogien. Da jedoch beispielsweise die indische Astrologie prinzipiell mit dem siderischen Tierkreis arbeitet, ist es ein Faktum, dass sich die indische und westliche Astrologie bezüglich des verwendeten Tierkreises immer weiter auseinander entwickeln. In Relation zum heute angenommenen siderischen Tierkreis bestehen somit die Aeonen tatsächlich: sie bezeichnen die Graddifferenz des tropischen und siderischen Tierkreises.

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