Astronomie
Aus Astrowiki-de
Astronomie ist die Wissenschaft von den Himmelskörpern bzw. der kosmischen Materie. Im Gegensatz zur Astrologie geht es nicht darum, in den Himmelskörpern einen Sinn zu erkennen, sondern deren Entstehung, Entwicklung, Anordnung, Aufbau, Bewegung sowie physikalischen Zustand naturwissenschaftlich zu erforschen. Dies basiert auf der Beobachtung des Kosmos und der Messung von Strahlungen, die beide mit den Gesetzen der Physik und Chemie ausgewertet werden. Als Teilbereich der Astronomie ist daraus die Astrophysik entstanden, die ein genaues Bild von der kosmischen Materie vermittelt.
Aufzeichnungen über astronomische Beobachtungen gehen bis ins dritte Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung zurück. Möglicherweise liegen die Anfänge jedoch noch weitaus früher. Die Astronomie gilt deshalb als die älteste Wissenschaft. Die Ägypter, Sumerer, Babylonier, Chinesen, Inder sowie die Indianer Mittelamerikas zeichneten die Beobachtungen der Himmelskörper systematisch auf und waren dadurch in der Lage, grundlegende Gesetzmäßigkeiten zu erkennen und Kalender zu erstellen. Dabei handelte es sich zunächst um Mondkalender. In all diesen Kulturen dienten diese Erkenntnisse vor allem als Hilfsmittel für die Astrologie.
Die Griechen mit ihrer hoch entwickelten Mathematik gingen daran, die Beobachtungen zu systematisieren und weitergehende Schlüsse daraus zu ziehen. Sie erkannten die Schiefe der Ekliptik sowie die Bahnen der Planeten. Im 5. vorchristlichen Jahrhundert tauchte erstmals die Theorie von der Erde als Kugel auf, 100 Jahre später spekulierte Aristarch über ein heliozentrisches Weltbild mit der Sonne als Mittelpunkt. Die Erkenntnisse der Antike fasste Ptolemäus etwa 150 nach Christus in seinem Buch "Almagest" zusammen, das bis zur Neuzeit das wichtigste Grundlagenwerk der Astronomie im Abendland war.
Nach dem Untergang der Antike verlor die Astronomie in Europa an Bedeutung. Ihr Zentrum verlagerte sich in die arabische Welt. Bagdad wurde zu ihrer Hochburg. In der Neuzeit entfaltete sie eine neue Blüte und trug entscheidend zur Herausbildung eines neuen universellen Bewusstseins der Menschheit bei. Nikolaus Kopernikus, Tycho Brahe, Johannes Kepler, Galileo Galilei und Isaac Newton lieferten Erkenntnisse und Beweise zum heliozentrischen Weltbild, den Umlaufbahnen der Planeten, dem Gravitationsgesetz und anderem. Die Erfindung und rasche Verbesserung von Fernrohren und Teleskopen ermöglichte eine erheblich bessere Beobachtung des Kosmos.
Im 20. Jahrhundert hat die Astronomie durch die Erforschung der unsichtbaren Strahlung (Radiowellen und Gammastrahlung), durch die bemannte und unbemannte Raumfahrt sowie die Möglichkeit der elektronischen Datenverarbeitung erhebliche Fortschritte gemacht. So ist es möglich geworden, die Spekulationen über Entstehung und Alter des Universums auf eine wissenschaftliche Grundlage zu stellen.
Die astronomischen Erkenntnisse über Entstehung und Entwicklung des Universums führen auch dazu, dass eine wachsende Zahl von Wissenschaftlern einen göttlichen Plan dahinter nicht länger ausschließt. Zu einer Rehabilitierung der seit der Neuzeit abgelehnten Astrologie ist es dadurch allerdings noch nicht gekommen.
