Astronomie
Als Teilbereich der Astronomie entstand in der Neuzeit die Astrophysik, welche ein genaues Bild von der kosmischen Materie zu ermitteln versucht.
Geschichte
Aufzeichnungen über astronomische Beobachtungen gehen bis in das dritte Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung zurück. Möglicherweise liegen die Anfänge der systematischen Himmelsbeobachtung jedoch noch deutlich weiter zurück. In jedem Falle gilt die Astronomie als die älteste Wissenschaft der Menschheit. Die Ägypter, Sumerer, Babylonier, Chinesen, Inder, sowie die Indianer Mittelamerikas, zeichneten ihre Beobachtungen der Himmelskörper regelmäßig auf und waren dadurch in der Lage, darin grundlegende Gesetzmäßigkeiten zu erkennen, sowie daraus abgeleitete Kalender zu erstellen. Dabei handelte es sich zunächst um Mondkalender.
In all diesen Kulturen dienten die gewonnenen Erkenntnisse in erster Linie für den Ackerbau und die Festlegung von Jahresfesten, aber auch als Hilfsmittel für die Astrologie (Deutung).
Die Griechen mit ihrer hoch entwickelten Mathematik gingen daran, ihre Beobachtungen näher zu untersuchen und weitergehende Schlüsse daraus zu ziehen. Sie erkannten die Schiefe der Ekliptik, sowie die Bahnen der einzelnen Planeten. Im 5. vorchristlichen Jahrhundert tauchte auch erstmals die Theorie von der Erde als Kugel auf; zweihundert Jahre später spekulierte Aristarch von Samos über ein heliozentrisches Weltbild mit der Sonne als Mittelpunkt, was sich in den Gelehrtenkreisen jedoch nicht durchsetzte. Die gesammelten Erkenntnisse der Antike fasste Claudius Ptolemäus etwa 150 nach Christus in seinem Buch "Almagest" zusammen, welches bis zur Neuzeit im Abendland das wichtigste Grundlagenwerk der Astronomie blieb.
Nach dem Untergang der Antike verlor die Astronomie in Europa an Bedeutung. Ihr Zentrum verlagerte sich in die arabische Welt: Bagdad wurde zu ihrer Hochburg. In der Neuzeit blühte sie jedoch wieder auf und trug maßgeblich zur Herausbildung eines neuen universellen Menschheits-Bewusstseins bei. Nikolaus Kopernikus, Tycho Brahe, Johannes Kepler, Galileo Galilei und Isaac Newton lieferten Erkenntnisse und Beweise zum heliozentrischen Weltbild, den Umlaufbahnen der Planeten, dem Gravitationsgesetz und anderem. Technisch ermöglichte die Erfindung und rasche Verbesserung von Fernrohren und Teleskopen eine erheblich bessere Beobachtung des Kosmos.
heute
Im 20. Jahrhundert machte die Astronomie durch die Erforschung der unsichtbaren Strahlung (Radiowellen und Gammastrahlung), durch die bemannte und unbemannte Raumfahrt, sowie die Möglichkeit der elektronischen Datenverarbeitung erhebliche Fortschritte. So konnten die Spekulationen über Entstehung und Alter des Universums auf eine wissenschaftliche Grundlage gestellt werden.
Die astronomischen Erkenntnisse über Entstehung und Entwicklung des Universums führen auch dazu, dass eine wachsende Zahl von Wissenschaftlern einen hinter dem Ganzen befindlichen göttlichen Plan nicht länger ausschließt. Zu einer Rehabilitierung der seit der Neuzeit abgelehnten Astrologie kam es dadurch bisher allerdings noch nicht.