Chiron

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Erster Fotonachweis von Chiron
Erster Fotonachweis von Chiron
Identifikation Chirons als neuentdeckten Himmelskörper
Identifikation Chirons als neuentdeckten Himmelskörper

Inhaltsverzeichnis

Name

Cheiron (Chiron, griechisch cheir, „Hand“)

Astronomie

Der erstentdeckte der Kentaurenfamilie unter den Kleinplaneten (MPN 2060). Die Kentauren nehmen wohl eine Zwischenstellung zwischen Kometen und Asteroiden ein. Chiron bewegt sich zwischen der Saturn- und der Uranusbahn. Er wurde am 1 November 1977 in Palomar, USA, von Charles T. Kowal entdeckt[1] Sein geschätzter Durchmesser liegt bei 288 Kilometern, der mittlere Sonnenabstand beträgt 2 036 Millionen Kilometer. Für einen siderischen Umlauf auf einer stark elliptischen, exzentrischen Bahn benötigt er 50,2 Jahre.[2] Seine Verweildauer in den Tierkreiszeichen ist unterschiedlich lang. So ist er beispielsweise sieben bis acht Jahre in den Fischen und im Widder. Dagegen verweilt er nur etwa anderthalb bis zwei Jahre in der Jungfrau und in der Waage.

Mythologie

Ch(e)iron lehrt Achill
Ch(e)iron lehrt Achill

In der antiken Mythologie ist Chiron der Weise und Heiler unter den Kentauren - Wesen mit dem Oberkörper eines Menschen und einem Pferdeleib - und ihr Anführer. Wie Pholus hebt er sich von der Masse der Triebhaften ab. Schon durch seine Abstammung unterscheidet er sich von den anderen Kentauren. Er war der Sohn von Kronos (Saturn) mit der Nymphe Philyra. Chiron kam zu seiner Gestalt, weil sich Kronos der Nymphe als Hengst angenähert hatte. Seine Mutter verstieß ihn nach seiner Geburt, abgestoßen von seinem Äußeren. Chiron wurde von dem Sonnengott Apollon und der Mondgöttin Artemis unterwiesen. Er zeichnete sich durch seine Weisheit und durch seine heilerischen Fähigkeiten aus. So wurde der Hässliche schließlich zum Lehrer vieler Götter und Helden, denen er die Heilkunst und die Kriegskunst beibrachte, aber auch die Weissagung, die Jagd und die Musik. Auch sein Name weist auf seine besondere Abstammung hin: er erhielt ihn auf Grund der Geschicklichkeit seiner Hand.[3]

Als Herakles sich im Kampf mit den Kentauren befand, traf einer seiner Giftpfeile versehentlich Chiron. Die Wunde führte zu schrecklichen Qualen, denn das Gift wirkte, konnte ihn aber nicht töten. Wegen seiner göttlichen Abstammung war Chiron unsterblich. Doch es blieb ihm versagt, sich selbst zu heilen, obwohl er anderen immer helfen konnte. So wurde er der verwundete Heiler. Seine Erlösung erlangte er, als ihm Herakles vom Schicksal des Titanen Prometheus berichtete. Der war wegen seines Aufbegehrens gegen Zeus' Willen an einen Felsen des Kaukasus gekettet worden. Jeden Tag kam Zeus' Adler und fraß seine Leber, doch er konnte nicht sterben, weil sie in der Nacht immer wieder nachwuchs. Entkommen konnte er seinem Schicksal nur, wenn einer der Unsterblichen bereit wäre, sich zu opfern und für ihn in die Unterwelt zu gehen. Chiron stimmte dem zu. Damit opferte er seine Unsterblichkeit und erlöste zugleich Prometheus von seinem Leiden. Zeus war davon so gerührt, dass er die Opfer annahm. Chiron durfte den Hades verlassen und in den Götterhimmel einkehren, wo er als Sternbild des Kentauren zu sehen ist.

Deutung

Chirons Themen sind die Ambivalenz von geistiger Größe und körperlicher Unvollkommenheit, von Heilen und der Schwierigkeit der Selbstheilung sowie von Opfer und Erlösung. Darüber hinaus ist Chiron mit seiner Position im Sonnensystem sowie mit seiner mythologischen Geschichte ein Mittler zwischen der materiellen Welt (Pferdekörper, Planet Saturn) und der geistigen (menschliche Weisheit, Planet Uranus). Er kennt beide Pole, und er kann ihnen nicht entrinnen, obwohl er es gern möchte. Wenn er versucht, den materiellen, körperlichen Teil zu ignorieren, ruft der sich in Form von Schmerzen in Erinnerung. Dagegen ist Chiron machtlos, obwohl er ein großer Heiler ist. Als er den materiellen Teil so weit akzeptiert, dass er sogar seine göttliche Herkunft dafür hinzugeben bereit ist, erfährt er Erlösung.

Die Astrologin Eva Stangenberg fasst zusammen, worum es dabei geht: "Seine Stellung in unserem Radix zeigt uns nun, wo wir die Spaltung, unsere Wunde, erfahren, wo wir aber dadurch auch die größte Chance haben, sie zu überwinden, heil zu werden. Und dadurch wird es möglich, mittels der geistigen Erkenntnisfähigkeit des Uranus die Einheit von Körper und Geist nicht nur in uns, sondern in allem, was ist, wahrzunehmen ... Bei Chiron geht es nicht darum, durch harte Arbeit am Thema zur Meisterschaft zu gelangen wie bei Saturn, oder durch Lösung von Traumata gebundene Energien zu befreien wie bei Pluto, sondern durch Annehmen des Mangels ,heil' zu werden ... Unsere Erfahrungen mit unserem Mangel und die Annahme dieses Mangels machen es erst möglich, andere, die ähnliche ,Probleme' haben, zu verstehen ... Wir schenken anderen unser Mitempfinden, unser Verständnis, unsere Erfahrungen und können ihnen damit helfen. Damit ,opfern' oder schenken wir nicht etwas, wodurch wir ,ärmer' werden, im Gegenteil, wir ,gewinnen' eine Verbindung, stellen Einheit her, wo vorher Abspaltung war."[4]

Domizil

Über das Domizil von Chiron sind sich die Astrologen noch nicht einig. Die meisten sehen ihn entweder als Herrscher des Schützen oder aber der Jungfrau.

Quellen

  1. Am 18. Oktober 1977 wurde die Aufnahme gemacht, auf der er dann von Kowal entdeckt wurde. Als Entdeckungsmoment gilt 1. November 1977; 10:00 a.m. PST (8hw), Pasadena, California; Angabe des Entdeckers Charles Kowal an die Astrologin Joelle Mahoney. (Quelle: Erminie Lantero, The Continuing Discovery of Chiron, York Beach, Maine: Samuel Weiser, 1983; zitiert in Brian Clark, Keys to Understanding Chiron, Abbotsford, Vic, Aust, Astro*Synthesis, 1992, p 41). Nachdem Chirons Bahn bekannt war, konnte er auch auf viel älteren Aufnahmen identifiziert werden.
  2. Quelle der astronomischen Daten: http://www.robertvonheeren.de, Das Kentauren Forschungsprojekt
  3. http://www.sphinx-suche.de/goetter/cheiron.htm Sphinx-Suche: Cheiron a.a.O.
  4. Stangenberg, Eva: Chiron, der verwundete Heiler. In: Meridian 4/98, S. 43ff.
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Literatur

Weblinks

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