Cygnus

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Der Schwan und die Leier.[1]

Der Schwan (lat. Cygnus)[2] ist ein auffälliges Sternbild am Sommer- und Herbsthimmel.
Tropisch liegt er z.zt. in den Tierkreiszeichen Wassermann und Fische.

Beschreibung

Seine hellsten Fixsterne bilden ein markantes Kreuz am Himmel, weshalb er auch manchmal als "Nördliches Kreuz" (das Gegenstück zum Kreuz des Südens) bezeichnet wird.

Das Sternbild soll einen fliegenden Schwan darstellen, wobei der hellste Stern α Cygni (Deneb) den Schwanz symbolisiert, und die Sterne η und β (Albireo) den langen, im Flug vorgestreckten Hals bilden. Im zentralen Stern γ Cygni setzen die geschwungenen Flügel an (deren Innenteile dem Querbalken des Kreuzes entsprechen).

Deneb bildet zusammen mit den Sternen Wega in der Leier, und Atair im Adler das Sommerdreieck.

Durch den Schwan zieht sich das helle Band der Milchstraße, weshalb das Sternbild reich an Sternen und nebligen Objekten ist.

Im Schwan befindet sich die zweitstärkste kosmische Radioquelle des Himmels. Die Strahlung geht von einer aktiven Galaxie aus, die den Namen Cygnus A erhielt. Diese Galaxie ist 650 Millionen Lichtjahre entfernt und wird optisch erst auf langbelichteten Teleskopaufnahmen sichtbar.

Darüber hinaus befindet sich im Schwan die kosmische Röntgenquelle Cygnus X1. Diese Strahlung geht von einem 8.200 Lichtjahre entfernten Doppelstern aus. Dessen Hauptstern wird von einem massereichen, aber sehr kleinen Stern begleitet, der sich offensichtlich in ein Schwarzes Loch verwandelte. Gas aus der Hülle des Hauptsterns strömt mit hoher Geschwindigkeit auf den Begleitstern über, wobei durch Reibung extrem hohe Temperaturen auftreten und Röntgenstrahlen freigesetzt werden.

Geschichte

Der Schwan gehört zu den 48 Sternbildern der antiken griechischen Astronomie, die bereits von Claudius Ptolemäus beschrieben wurden.

An dem Stern 61 Cygni gelang dem Astronomen Friedrich Wilhelm Bessel im Jahre 1838 erstmals die genaue Messung der Entfernung eines Sterns anhand der Parallaxe. Mit nur 11,4 Lichtjahren Distanz ist 61 Cygni einer der nächsten Nachbarn unserer Sonne.

Mythologie

In der griechischen Mythologie verkörperte der Schwan den Gott Zeus, der in dieser Gestalt unerkannt jungen Frauen nachstellte.

Eine andere Deutung bringt ihn mit der Sage um den Gott Phaeton in Verbindung. Phaeton hatte sich den Sonnenwagen seines Vaters Helios geborgt. Bei einer übermütigen Fahrt über den Himmel geriet der Wagen jedoch außer Kontrolle und richtete ein Chaos an, bei dem die Welt zu verbrennen drohte. Um eine gänzliche Vernichtung der Welt zu verhindern und um die Hybris des Phaeton zu strafen, wurde er von Zeus mit einem Blitz getötet und stürzte in den Fluss Eridanus. Phaetons Freund Kyknos, der König der Ligurer, war über dessen Tod untröstlich und wanderte unentwegt am Ufer des Eridanus entlang. Schließlich wurde er in Gestalt des Schwans an den Himmel versetzt.

Bei Ovid wird Cygnus als Bundesgenosse der Trojaner im Trojanischen Krieg erwähnt. Den Meeresgott Neptun zum Vater und eine Nereide[3] zur Mutter, ist er durch Waffen unverwundbar. Erst als Achilles ihn mit den Händen erwürgt, stirbt er. Neptun verwandelte daraufhin den toten Leib seines Sohns in einen Schwan am Himmel.

Wichtige Fixsterne

Name Katalogname Mag ekl. Breite Pos. 1900 Pos. 1950 Pos. 2000 Pos. 2050 Natur (Ptolemäus)
Albireo A β-Cygni 3.2 48°58' n 29°52' Cap.gif 0°33' Aqu.gif 1°14' Aqu.gif 1°56' Aqu.gif Venus/ Merkur
Ruc, Rukh, Urakhga δ-Cygni 2.9 64°25' n 14°52' Aqu.gif 15°33' Aqu.gif 16°14' Aqu.gif 16°56' Aqu.gif Venus/ Merkur
Sadr, Sadir, Sador γ-Cygni 2.2 57°08' n 23°28' Aqu.gif 24°09' Aqu.gif 24°50' Aqu.gif 25°32' Aqu.gif Venus/ Merkur
Gienah cygni ε-Cygni 2.6 49°25' n 26°21' Aqu.gif 27°02' Aqu.gif 27°45' Aqu.gif 28°27' Aqu.gif Venus/ Merkur
Deneb Adige/ Deneb α-Cygni 1.3 59°54' n 3°57' Pis.gif 4°38' Pis.gif 5°19' Pis.gif 6°01' Pis.gif Venus/ Merkur
Pennae Caudalis
Sama al Azrak
π2-Cygni 4.2 56°56' n 25°49' Pis.gif 26°29' Pis.gif 27°11' Pis.gif 27°52' Pis.gif Venus/ Merkur
Azelfafage π-Cygni 4.8 58°52' n 26°54' Pis.gif 27°35' Pis.gif 28°16' Pis.gif 28°58' Pis.gif Venus/ Merkur

Wirkung

Nach Ptolemäus hat der Schwan die Wirkung von Venus und Merkur [4]

Cygnus schematisch.

Weblinks

Quellen und Anmerkungen

  1. Auf Tafel 14 von Urania's Mirror, einer Serie handgefertigter und -kolorierter astronomischer Himmelskarten, mit Text von Jehoshaphat Aspin. London, 1825.
  2. Allgemeine Beschreibung, Geschichte und Mythologie von Wikipedia
  3. Eine Nereide ist eine Wassergottheit, Tochter des Nereus.
  4. Claudius Ptolemäus: Tetrabiblos. S. 42. Chiron Verlag Mössingen, 2. Auflage 2000. ISBN 3925100172