Ekliptik

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Die Ekliptik in Sacroboscos De sphaera.[1]

Bei der Ekliptik handelt es sich um die Ebene der Erdbahn um die Sonne. Auf die Himmelskugel in unendliche Ferne projiziert, kann man sie sich auch als kreisförmige Linie vorstellen. Sie wird traditionell in zwölf gleich große Abschnitte zu je dreißig Grad unterteilt - woraus sich die Tierkreiszeichen ergeben. Ihre Eckpunkte sind die Sonnenwenden und die Tagundnachtgleichen. Der Nullpunkt des ekliptischen Koordinatensystems liegt dabei am Frühlingspunkt, also dem Punkt, an dem sich von der Erde betrachtet die Sonne bei Frühlingstagundnachtgleiche befindet. Er ist identisch mit 0° Widder im Tierkreis. Auf Himmelsglobus oder -karte steht die Sonne bei Frühlingstagundnachtgleiche an einem der beiden Schnittpunkte von Ekliptikebene und Himmelsäquator. Am gegenüberliegenden Schnittpunkt steht sie bei Herbsttagundnachtgleiche, identisch mit 0° Waage.

Die (astronomischen) Sternbilder, welche sich ebenfalls auf bzw. im Bereich der Ekliptik befinden, gaben den Tierkreiszeichen zwar teilweise ihre Namen, sind mit ihnen jedoch nicht identisch (siehe Siderischer Tierkreis).

Die Rotationsachse der Erde, die Erdachse (Nordpol - Südpol), steht nicht senkrecht auf der Ebene der Erdbahn, sondern bildet mit ihr gegenwärtig[2] einen Winkel von etwa 66,5 Grad.[3] Entsprechend ist die Ekliptik gegenüber dem Himmelsäquator um 23,5 Grad geneigt - was man ihre Schiefe (ε, siehe Abbildung unten) nennt.

Der Begriff Ekliptik leitet sich von griechisch Eklipse (Finsternis) (altgriechisch ἔκλειψη das Ausbleiben, Verschwinden) ab. Der Name weist drauf hin, dass Finsternisse nur dann stattfinden können, wenn Sonne und Mond auf einer Bahnebene liegen (bzw. sich gegenseitig "abdecken"). Aus geozentrischer Perspektive ist die Ekliptik die Bahn, welche die Sonne bei ihrem scheinbaren Lauf um die Erde beschreibt.

Geschichte

Die Ekliptikschiefe war schon im Mul.Apin der Babylonischen Astrologie (mindestens 700 v.Chr.) bekannt.[4] Für das drittte vorchristliche Jahrhundert sind Armillarsphären nachweisbar, anhand derer sich die "Alten" die sphärischen Verhältnisse veranschaulichten.

Ekliptik mit vier Sonnenörtern und Himmelskoordinaten.

Weblinks

Quellen und Anmerkungen

  1. Ausgabe von 1470.
  2. Auch der Winkel der Ekliptikschiefe ändert sich langperiodisch. Er variiert innerhalb von etwa 41.000 Jahren zwischen 21° 55′ und 24° 18′.
  3. Deswegen ist der Nordpol zur Wintersonnenwende der Sonne abgeneigt, während er ihr zur Sommersonnenwende zugeneigt ist. Das ist die Ursache der Jahreszeiten und der im Jahresverlauf unterschiedlichen Tageslängen.
  4. Kocku von Stuckrad: Geschichte der Astrologie.. München 2003, S. 55.