Elektion
Als Elektion bezeichnet man die Wahl des richtigen Zeitpunkts nach astrologischen Gesichtspunkten. Es werden die günstigsten Konstellationen errechnet, um ein bestimmtes Projekt in Angriff zu nehmen. In früheren Zeiten spielten Elektionen eine wesentlich wichtigere Rolle in der Astrologie als heute. Bereits in der Spätantike war die Elektions-Astrologie weit verbreitet. So werden im Werk von Dorotheos von Sidon[1] oder Vettius Valens[2] Elektionshoroskope behandelt, damals unter dem Begriff katarchai (griech.;= Anfänge).[3]
Da es nie die perfekte Konstellation gibt, lautet der wichtigste Grundsatz, unpassende Konstellationen zu vermeiden. Die Elektionsastrologie arbeitet wie die Stundenastrologie, als deren Teilgebiet sie auch angesehen wird, mit den alten Herrschern, also Mars als Herrscher von Skorpion, Saturn von Wassermann und Jupiter von Fische. Auch die anderen Deutungsfaktoren entstammen der klassischen Astrologie. Es geht um sehr konkrete Aussagen, und ebenso konkret und eindeutig sind die Regeln der Interpretation. Allerdings zieht man auch das Radixhoroskop desjenigen, für den der Termin gesucht wird, hinzu und überprüft es auf die aktuellen Transite.
Für die Festlegung des bestmöglichen Termins muss auch der gültige Zeitpunkt bestimmt werden. Dies ist etwa bei einer Heirat der Moment, in dem die beiden Eheleute auf dem Standesamt die Urkunden unterschreiben oder sich das Ja-Wort geben.[4] Nicht immer lassen sich jedoch Termine exakt selbst festlegen, man denke etwa an (Not-)Operationen. Dann sind nach Möglichkeit unpassende oder gar ungünstige Konstellationen zu umgehen.
Die Elektionsastrologie nimmt für sich in Anspruch, dass Unternehmungen, die zu einem nach ihren Regeln bestimmten Termin begonnen wurden, zu besseren Ergebnissen führen.
Quellen
- ↑ Dorotheos von Sidon: Carmen Astrologicum. Astology Classics, Abingdon (USA) 2005, S. 262ff. (Fith Book/Fünftes Buch)
- ↑ Vettius Valens: Blütensträusse. Scripta Mercaturae Verlag, St. Katharinen 2004, S. 332f. (9. Buch, Abschnitt 6)
- ↑ Wolfgang Hübner: Raum, Zeit und soziales Rollenspiel der vier Kardinalpunkte in der antiken Katarchenhoroskopie. München 2003, S. 11
- ↑ Claudia von Schierstedt: Astrologische Terminwahl. Mössingen 1997. S. 45.
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