Elias Ashmole
Der Historiker, Antiquar und Astrologe Elias Ashmole wurde am 23. Mai 1617 jul. (entspricht 02. Juni 1617 greg.) um 03:28 Uhr in Lichfield[1] (Staffordshire, England) geboren, er starb am 18. Mai 1692[2] in Lambeth (heute London)[3].
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Biographie
Ashmole[3] ist Sohn des Sattlers Simon Ashmole und Anne Bowler, Tochter des gutsituierten Tuchhändlers Anthony Bowler. Bereits vor der Geburt von Elias ging das ursprünglich vorhandene Vermögen der Familie zur Neige. Auf dem Gymnasium zeigten sich seine Gelehrigkeit sowie sein musikalisches Talent. Im Jahr 1633 ging er nach London, wo er eine Anstellung als einfacher Anwalt fand. Seine erste Frau Eleanor Mainwaring, die er 1638 ehelichte, starb bereits drei Jahre später, am 06. Dezember 1641 noch während ihrer ersten Schwangerschaft.
Nach einer Phase des Rückzugs wurde er nach Ausbruch des englischen Bürgerkriegs Steuerbeauftragter unter Karl I. in seinem Geburtsort Lichfield. Die Fürsprache des einflussreichen Astrologen George Wharton verschaffte ihm schon bald darauf einen Posten als Ordonnanzoffizier der königlichen Truppen in Oxford. In seiner Freizeit studierte er Mathematik und Physik auf dem Brasenose College. Dort wurde sein Interesse für Astronomie, Astrologie und Magie geweckt. Ende 1645 wurde er auch in Oxford wieder Steuerbeauftragter, daneben nahm er eine Stellung als Heereshauptmann in Worcester an, nahm jedoch selbst anscheinend nicht aktiv an Kampfhandlungen teil. Seine Stellung konnte er nicht lange halten, da Worcester an die Parlamentarier fiel. Ashmole ging anschließend nach Cheshire.
Da sein spirituelles Interesse anhielt, wurde er am 16. Oktober 1646 um 16:30 Uhr Freimauerer[4], seine Mitgliedschaft ist mindestens bis zum Jahr 1682 nachgewiesen. Wohl am 20. November desselben Jahres wurde er um 16 Uhr nachmittags dem Astrologen William Lilly vorgestellt, mit dem ihn seitdem eine lebenslange enge Freundschaft verband. Ebenfalls seit diesem Jahr unternahm Ashmole verstärkt Anstrengungen, eine reiche Witwe zu finden, und im November 1649 heiratete er die zwanzig Jahre ältere Lady Manwaring, die bereits dreimal verwitwet war. Da jedoch ihre Familie strikt gegen diese Ehe war, klagte Lady Manwaring die Scheidung sowie eine Unterhalt ein, beides wurde jedoch 1657 vom Gericht abgewiesen, die Ehe hielt bis zu Manwarings Tod 1668. Durch die Heirat erwarb Ashmole größere Ländereien sowie ausreichend Vermögen, um sich seinen botanischen und alchimistischen Interessen widmen zu können. Es gelang ihm, seinen Freund George Wharton aus dem Gefängnis freizubekommen, und er setzte ihn auf seinen Ländereien als Grundverwalter ein.
In den 1650er Jahren widmete er sich ganz seinen alchemistischen Studien, und er veröffentlichte das Werk Fasciculus Chemicus (1650), die Manuskriptsammlung Theatrum Chemicum Britannicum (1652) sowie The Way to Bliss in 1658 (1658) unter dem Anagramm seines Namens James Hasholle, auch übersetzte er Werke aus dem Lateinischen.
Immer stärker zeigte sich, dass Ashmole, sei es als Astrologe oder als Alchemist, weniger an eigener Praxis interessiert war, vielmehr wurde er zum Sammler alter Handschriften und Drucke. Zusammen mit dem Botaniker John Tradescant dem Jüngeren legte er auch ein äußerst umfangreiches Herbarium an. Für die Bodleain Library legte er diverse Bestandskataloge an.
Seine Treue zu den Royalisten wurde nach der Restitution der Monarchie 1660 reich belohnt und enthob ihn aller materiellen Sorgen, bald durfte er sogar ein eigenes Wappen führen. 1661 wurde er Mitbegründer der Königlichen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften.
Am 01. April 1668 starb Lady Mainwaring, bereits am 3. November desselben Jahres heiratete er die fünfzehn Jahre jüngere Elizabeth Dugdale (1632–1701), die Ehe blieb allerdings trotz mehrerer Schwangerschaften kinderlos.
Seinen Doktortitel erhielt Elias Ashmole von der Oxford-Universität 1669, und er pflegte die nächsten Jahre weiter enge Beziehungen zur Universität, ihr stiftete er auch das Herbar, welches er von Tradescant geerbt hatte. Dies bildete den Grundstock für das bekannte Ashmole-Museum, und er widmete sich dessen Ausstattung mit Exponaten bis zum Jahr 1683. Es gilt als das erste öffentliche Museum Europas. Es wird berichtet, dass die Sammlung, als sie nach Oxford transferiert wurde, zwölf Fuhrwerke umfasste, und es wäre weitaus mehr gewesen, wenn nicht ein Großteil der Sammlung einem verheerenden Brand zum Opfer gefallen wäre.
Ab den 1680er Jahren litt seine Gesundheit zusehends, und er zog sich nach und nach aus dem öffentlichen Leben zurück, auch wenn er seine Stellung als Steuerbeamter bis zu seinem Tod innehielt. Er starb am 18. Mai 1692 in Lambeth. Der größte Teil seiner Bibliothek, darunter die berühmten Ashmole Manuscripts, fiel nach seinem Tod an die Bodleain Bibliothek in Oxford.
Astrologie
Ashmole arbeitete eine zeitlang mit William Lilly zusammen, und gemeinsam sprachen sie unterschiedliche Horoskope zur Stundenastrologie und Mundanastrologie durch. Nach der Restitution gehörte er zur Gruppe der Astrologen um John Gadbury, die dieser gegen William Lilly und John Partridge, die "bürgerlichen" Astrologen, zu mobilisieren suchte, mit der Absicht, die Astrologie bei Hofe wieder gesellschaftsfähig zu machen, nach dem sie durch die Popularisierung seit dem Bürgerkrieg stark an Ansehen in den gehobenen Schichten verloren hatte. Dennoch hielt auch Ashmoles Freundschaft zu William Lilly weiter, und als dieser wegen der vermuteten Beteiligung am großen Brand von London 1666 angeklagt wurde, stärkte ihm Ashmole den Rücken, gerade auch gegen die Anschuldigungen der Royalisten.
Als Elias Ashmole im Jahre 1679 für das Parlament seines Wahlkreises Lichfield kandidierte, konnte Ashmole bereits aus seinem Horoskop erkennen, dass er nicht gewählt werden würde[3].
In der Manuskriptsammlung der Bodleain Bibliothek sind viele astrologische Handschriften des Spätmittelalters und der Renaissance erhalten, die wenigsten allerdings intensiver erschlossen.
Publikationen mit astrologischem Bezug
- William Lilly's History of his Life and Times from the Year 1602 to 1681. (Hrsg. Elias Ashmole) London 1715 (postum) Online bei Google Books; PDF; wwww.gutenberg.org Text bei Gutenberg.org
Quellen
- ↑ Die AstroDatabank gibt fälschlich "Litchfield" statt "Lichfield" an. Die Website der Gemeinde Lichfield kann die Straße des Geburtshauses von Ashmole angeben: Breadmarket Street.
- ↑ AstroDatabank: Astrology Quarterly Sept 1960 from his diary (5/26/1617 OS) (3:26 LAT/ 3:28 LMT). Leider wird hier fälschlich der 26. statt dem 23. Mai genannt.
In seiner Biographie schreibt Ashmole selbst: "I was born the 23d. of 1617, (and as my dear and good mother hath often told me) near half an hour after 3 o'clock in the morning. When I rectified my nativity, An.1647. I found it to be 3 hours 25 minutes 49 seconds A. M. the quarter
of
ascending. But upon Mr. Lillys rectification thereof, Anno 1667, he makes the quarter 36 ascending." The lives of those eminent antiquaries Elias Ashmole, esquire, and Mr. William Lilly, written by themselves. T. Davies, 1774. Seite 288 Online bei Google Books - ↑ 3,0 3,1 3,2 http://en.wikipedia.org/wiki/Elias_Ashmole
- ↑ http://www.freemasons-freemasonry.com/beresiner14.html
Weblinks
- A descriptive, analytical and critical catalogue of the manuscripts bequeathed ... by Elias Ashmole ... : also of some additional mss. contributed by Kingsley, Lhuyd, Borlaise, and others (1845) Online bei archive.org
- Verfügbare Werke von Elias Ashmole als Autor oder Herausgeber bei Bookfinder
- http://www.ashmolean.org/ Ashmole-Museum