Eridanus

Aus Astrowiki-de
Wechseln zu: Navigation, Suche
Sternbild Eridanus

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Eridanus [1] ist eines der ausgedehntesten Sternbilder am Nachthimmel. Er zieht sich als Kette von Sternen unterhalb des Orion bis tief in den Südhimmel hinein. Das Sternbild ist nicht sehr auffällig, da nur vier Sterne heller als die 3. Größenklasse sind. Von Mitteleuropa aus ist nur der nördliche Teil sichtbar. Der Stern ε Eridani ist nur 10,7 Lichtjahre entfernt und somit einer der nächsten Nachbarn unserer Sonne.


Mythologie

In der griechischen Mythologie war der Eridanus ein Fluss, der den Wassern des Aquarius entsprang.

Eine Sage bringt ihn mit Phaeton, dem Sohn des Sonnengottes Helios, in Verbindung. Als Phaeton eines Tages den Himmelswagen seines Vaters übernahm, kam es zur Katastrophe. Der von Rössern gezogene Wagen, der die Sonne trug, geriet außer Kontrolle. Er kam der Erde zu nahe, verbrannte den Norden Afrikas und färbte die Haut der dort lebenden Menschen dunkel. Der erzürnte Zeus tötete Phaeton mit einem Blitzschlag. Das Sternbild Eridanus sollte ursprünglich den Weg darstellen, den der Himmelswagen während dieser Fahrt nahm. Später sah man darin den Fluss Po (dessen griechischer Name Eridanus ist), in den der tote Phaeton stürzte.

Geschichte

Der Eridanus gehört zu den 48 Sternbildern der antiken Astronomie, die bereits von Claudius Ptolemäus beschrieben wurden.

Ursprünglich endete das Sternbild bereits am Stern Acamar (θ Eridani), der Name leitet sich aus dem altarabischen ab und bedeutet „das Ende des Flusses“. Denn vor 2500 Jahren lag Eridanus auf Grund der Präzession noch 10 Grad südlicher als heute. Acamar erschien auf Kreta gerade so über den Horizont. Der Name des heute südlichsten Sterns, Achernar, bedeutet ebenso „das Ende des Flusses“, also dürfte er schon von kleinasiatischen Reisenden der Spätantike verlängert worden sein. Achernar lag damals auf -71° Deklination und konnte selbst in Ägypten nicht beobachtet werden.

Pieter Dirkszoon Keyser, der nach 1595 zwölf „neue“ Sternbilder von seiner Südfahrt mitbrachte, nannte ihn auf Nil um („Den Nyli“), mutmaßlich als einen der vier Paradiesflüsse, in Tradition des Eratosthenes, der den Eridanus als den ägyptischen Fluss gedeutet hatte (obwohl schon Hesiod die zwei getrennt abhandelte). Als solcher findet er sich auch bei Plancius und den von Jodocus Hondius gedrucketen Himmelskarten, 1602/03 auch bei Willem Janszoon Blaeu. Johann Bayer verzeichnet ihn aber als Eridanus in ptolemäischer Tradition, und der Alternativname setzt sich nie durch.

Wichtige Fixsterne

Name Katalogname Mag ekl. Breite Pos. 1900 Pos. 1950 Pos. 2000 Pos. 2050 Natur (Ptolemäus)
Achernar α-Eridani 0.5 58°41' s 13°53' Pis.gif 14°36' Pis.gif 15°18' Pis.gif 16°01' Pis.gif Jupiter
Acamar θ-Eridani 3.4 53°45s ! 21°52' Ari.gif 22°34' Ari.gif 23°16' Ari.gif 23°59' Ari.gif Jupiter
Angetenar, Liberflux
Gruppe von neun Sternen
τ-Eridani 4.8 35°31' s 01°14' Tau.gif 01°56' Tau.gif 02°38' Tau.gif 03°21' Tau.gif Saturn
Azha η-Eridani 4.0 24°32' s 07°21' Tau.gif 08°03' Tau.gif 08°45' Tau.gif 09°27' Tau.gif Saturn
Zibal ζ-Eridani 4.8 25°55' s 12°26' Tau.gif 13°08' Tau.gif 13°50' Tau.gif 14°32' Tau.gif Saturn
As Sadira ε-Eridani 3.7 27°43' s 16°48' Tau.gif 17°29' Tau.gif 18°10' Tau.gif 18°52' Tau.gif Saturn
Rana δ-Eridani 3.7 28°40' s 19°28' Tau.gif 20°09' Tau.gif 20°51' Tau.gif 21°34' Tau.gif Saturn
Zaurak γ-Eridani 3.0 33°12' s 22°28' Tau.gif 23°10' Tau.gif 23°52' Tau.gif 24°35' Tau.gif Saturn
Beid ο-1-Eridani 4.1 27°27' s 28°02' Tau.gif 28°44' Tau.gif 29°26' Tau.gif 00°18' Gem.gif Saturn (Mond/ Mars?)
Theemim, Theemin, Beemin υ-2-Eridani 3.9 51°59' s 28°29' Tau.gif 29°11' Tau.gif 29°53' Tau.gif 00°45' Gem.gif Saturn
Keid ο-2-Eridani 4.5 28°25' s 28°54' Tau.gif 29°32' Tau.gif 00°12' Gem.gif 00°51' Gem.gif Saturn
Sceptrum 53-Eridani 4.0 36°00' s 03°52' Gem.gif 04°34' Gem.gif 05°15' Gem.gif 05°58' Gem.gif Saturn
Cursa,Kursa, Dhalim β-Eridani 2.9 25°31' s 13°54' Gem.gif 14°35' Gem.gif 15°17' Gem.gif 15°59' Gem.gif Saturn

Wirkung

Ptolemäus schreibt in seinen Tetrabiblos[2]: "Der äußerste, hell leuchtende (Fixstern) des Eridanus (gleicht) dem Jupiter, die anderen dem Saturn." Da es nun - je nach welcher Tradition - zwei hell leuchtende Endsterne des Eridanus gibt, nämlich Achernar und Acamar, werden nun beide dem Jupiter zugeordnet. Welchen von beiden Ptolemäus wirklich meinte ist nicht bekannt, doch dürfte ihm zumindest aus eigener Anschauung Achernar nicht bekannt gewesen sein, auch wenn dieser wesentlich heller scheint, und auf ihn die Beschreibung Ptolemäus' viel passender erscheint.

Quellen

  1. Quelle Beschreibung, Mythologie und Geschichte: Wikipedia
  2. Claudius Ptolemäus: Tetrabiblos. Chiron Verlag 2. Auflage 2000 Seite 43 ISBN 3925100172