Eridanus
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Beschreibung
Der Eridanus [1] ist eines der ausgedehntesten Sternbilder am Nachthimmel. Er zieht sich als Kette von Sternen unterhalb des Orion bis tief in den Südhimmel hinein. Das Sternbild ist nicht sehr auffällig, da nur vier Sterne heller als die 3. Größenklasse sind. Von Mitteleuropa aus ist nur der nördliche Teil sichtbar. Der Stern ε Eridani ist nur 10,7 Lichtjahre entfernt und somit einer der nächsten Nachbarn unserer Sonne.
Mythologie
In der griechischen Mythologie war der Eridanus ein Fluss, der den Wassern des Aquarius entsprang.
Eine Sage bringt ihn mit Phaeton, dem Sohn des Sonnengottes Helios, in Verbindung. Als Phaeton eines Tages den Himmelswagen seines Vaters übernahm, kam es zur Katastrophe. Der von Rössern gezogene Wagen, der die Sonne trug, geriet außer Kontrolle. Er kam der Erde zu nahe, verbrannte den Norden Afrikas und färbte die Haut der dort lebenden Menschen dunkel. Der erzürnte Zeus tötete Phaeton mit einem Blitzschlag. Das Sternbild Eridanus sollte ursprünglich den Weg darstellen, den der Himmelswagen während dieser Fahrt nahm. Später sah man darin den Fluss Po (dessen griechischer Name Eridanus ist), in den der tote Phaeton stürzte.
Geschichte
Der Eridanus gehört zu den 48 Sternbildern der antiken Astronomie, die bereits von Claudius Ptolemäus beschrieben wurden.
Ursprünglich endete das Sternbild bereits am Stern Acamar (θ Eridani), der Name leitet sich aus dem altarabischen ab und bedeutet „das Ende des Flusses“. Denn vor 2500 Jahren lag Eridanus auf Grund der Präzession noch 10 Grad südlicher als heute. Acamar erschien auf Kreta gerade so über den Horizont. Der Name des heute südlichsten Sterns, Achernar, bedeutet ebenso „das Ende des Flusses“, also dürfte er schon von kleinasiatischen Reisenden der Spätantike verlängert worden sein. Achernar lag damals auf -71° Deklination und konnte selbst in Ägypten nicht beobachtet werden.
Pieter Dirkszoon Keyser, der nach 1595 zwölf „neue“ Sternbilder von seiner Südfahrt mitbrachte, nannte ihn auf Nil um („Den Nyli“), mutmaßlich als einen der vier Paradiesflüsse, in Tradition des Eratosthenes, der den Eridanus als den ägyptischen Fluss gedeutet hatte (obwohl schon Hesiod die zwei getrennt abhandelte). Als solcher findet er sich auch bei Plancius und den von Jodocus Hondius gedrucketen Himmelskarten, 1602/03 auch bei Willem Janszoon Blaeu. Johann Bayer verzeichnet ihn aber als Eridanus in ptolemäischer Tradition, und der Alternativname setzt sich nie durch.
Wichtige Fixsterne
| Name | Katalogname | Mag | ekl. Breite | Pos. 1900 | Pos. 1950 | Pos. 2000 | Pos. 2050 | Natur (Ptolemäus) |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Achernar | α-Eridani | 0.5 | 58°41' s | 13°53' |
14°36' |
15°18' |
16°01' |
Jupiter |
| Acamar | θ-Eridani | 3.4 | 53°45s ! | 21°52' |
22°34' |
23°16' |
23°59' |
Jupiter |
| Angetenar, Liberflux Gruppe von neun Sternen |
τ-Eridani | 4.8 | 35°31' s | 01°14' |
01°56' |
02°38' |
03°21' |
Saturn |
| Azha | η-Eridani | 4.0 | 24°32' s | 07°21' |
08°03' |
08°45' |
09°27' |
Saturn |
| Zibal | ζ-Eridani | 4.8 | 25°55' s | 12°26' |
13°08' |
13°50' |
14°32' |
Saturn |
| As Sadira | ε-Eridani | 3.7 | 27°43' s | 16°48' |
17°29' |
18°10' |
18°52' |
Saturn |
| Rana | δ-Eridani | 3.7 | 28°40' s | 19°28' |
20°09' |
20°51' |
21°34' |
Saturn |
| Zaurak | γ-Eridani | 3.0 | 33°12' s | 22°28' |
23°10' |
23°52' |
24°35' |
Saturn |
| Beid | ο-1-Eridani | 4.1 | 27°27' s | 28°02' |
28°44' |
29°26' |
00°18' |
Saturn (Mond/ Mars?) |
| Theemim, Theemin, Beemin | υ-2-Eridani | 3.9 | 51°59' s | 28°29' |
29°11' |
29°53' |
00°45' |
Saturn |
| Keid | ο-2-Eridani | 4.5 | 28°25' s | 28°54' |
29°32' |
00°12' |
00°51' |
Saturn |
| Sceptrum | 53-Eridani | 4.0 | 36°00' s | 03°52' |
04°34' |
05°15' |
05°58' |
Saturn |
| Cursa,Kursa, Dhalim | β-Eridani | 2.9 | 25°31' s | 13°54' |
14°35' |
15°17' |
15°59' |
Saturn |
Wirkung
Ptolemäus schreibt in seinen Tetrabiblos[2]: "Der äußerste, hell leuchtende (Fixstern) des Eridanus (gleicht) dem Jupiter, die anderen dem Saturn." Da es nun - je nach welcher Tradition - zwei hell leuchtende Endsterne des Eridanus gibt, nämlich Achernar und Acamar, werden nun beide dem Jupiter zugeordnet. Welchen von beiden Ptolemäus wirklich meinte ist nicht bekannt, doch dürfte ihm zumindest aus eigener Anschauung Achernar nicht bekannt gewesen sein, auch wenn dieser wesentlich heller scheint, und auf ihn die Beschreibung Ptolemäus' viel passender erscheint.
Quellen
- ↑ Quelle Beschreibung, Mythologie und Geschichte: Wikipedia
- ↑ Claudius Ptolemäus: Tetrabiblos. Chiron Verlag 2. Auflage 2000 Seite 43 ISBN 3925100172