Friedrich Feerhow
Dr. phil. et. med. Friedrich Wehofer, bekannt hauptsächlich unter seinem Pseudonym Friedrich Feerhow (ein Anagramm von Wehofer, manchmal falsche Schreibweise Feerhov) wurde am 8. Oktober 1888 in Wien[1] geboren, er starb am 2. Januar 1921 in Wien nach langer Krankheit im Alter von nur 32 Jahren[2] an Schwindsucht[3].
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Biographie
Er studierte an der Universität Wien und wurde am 21.12.1912 zum Dr. der Philosophie promoviert[4], mit der Dissertationsarbeit "Farbenhören bei Musik".
Friedrich Feerhows Interesse galt unterschiedlichen okkulten Gebieten, er beschäftigte sich mit der Astrologie ebenso wie mit Auralesen, der menschlichen Astralstrahlung (von ihm als "Radioaktivität" bezeichnet) und dem Einfluss des Erdmagnetismus auf den Menschen. Hierüber verfasste er diverse Bücher, übersetzte aber auch entsprechende Werke aus dem Englischen und Französischen. Astrologisch ist heute vor allem noch seine "Medizinische Astrologie" bekannt.
Seine Schwester[5] Lia Feerhow (=Wehofer) war ebenso als Astrologin und Übersetzerin tätig.
Astrologie
Beeinflusst wurde Feerhow maßgeblich von der Theosophie[6], namentlich von Helena Petrovna Blavatsky (Geheimlehre), Annie Besant und dem deutschen Theosophen und Arzt Franz Hartmann sowie von Raphael (d. i. Paul Köthner; Hermetische Lehrbriefe), wie auch von der esoterisch-theosophischen Astrologie, besonders durch Alan Leo.
Typischerweise und besonders auffallend wurde dabei insbesondere die astrologische Bedeutung und Deutung des Mondes überformt, denn nach theosophischer Lehre hat der Mond "in die niedrigste Kugel unserer Planetenkette, in unsere Erde, all sein Leben, seine Energie und Kraft ausgeströmt. Und nachdem er sie in sein neues Zentrum übertragen hat, wurde er tatsächlich ein toter Planet, in welchem seit der Geburt unseres Globus die Rotation nahezu aufgehört hat"[7], wie Feerhow Blavatskys analoge Positionen aus ihrer Schrift Geheimlehre I referiert ( "Der Mond ist jetzt der erkaltete, übrig gebliebene Rest, der Schatten, der dem neuen Körper [die Erde] nachgezogen wird, in welchen seine lebenden Kräfte und Prinzipien übergegangen sind")[8].
Feerhow war als Wissenschaftler und Astrologe einer der ersten, der versuchte, eine wissenschaftliche Erklärung für die Auswirkungen der kosmischen Einflussgrößen auf biologische Objekte zu finden. Folgerichtig prägte er auch den Begriff der Kosmobiologie[9], der zunächst von Karl Ernst Krafft, später von der astrologischen Schule um die Familie Ebertin, vor allem Reinhold Ebertin, übernommen wurde, um damit eine wissenschaftlich fundierte Astrologie zu bezeichnen.
Sentenz zur Astrologie
"Uebrigens verhält es sich bei der Gegnerschaft gegen die Astrologie meist so, daß die Unwissenheit über sie ihr Grund ist."[10]
Werke (Auswahl Astrologie)
- Kursus der praktischen Astrologie. 234 Seiten. Verlag Max Altmann, Leipzig 1912
Inhalt: Geburtsastrologie; Wirkungssphären der Mundanhäuser; Monographien der Tierzeichen u. Planeten; Die Kräfte edler u. halbedler Steine; Die "Trutina Hermetis"; Aspekte nach Junctinus; Die astrologische Technik u. ihre Hilfsmittel; Die Divination; Die täglichen Mondeinflüsse; Planetenstunden; Diagnosen für einzelne Lebensgebiete; Karmisches Leid und Befreiung vom Schicksal.
- Die Medizinische Astrologie. Unter Berücksichtigung des Pflanzenheilverfahrens, der Homöopathie, Hygiene und "Biochemie". in der Reihe "Astrologische Bibliothek", Band 9, 116 Seiten, Theosophisches Verlagshaus Dr. Hugo Vollrath, Leipzig 1914; 2. Auflage, 155 Seiten, Leipzig 1919
Neuauflage unter dem Titel: Astrologie als Grundlage der Heilkunst - Medizinische Astrologie. 155 Seiten. Baumgartner, ca. 1955
Aus dem Inhalt: Theoretische Begründung der kosmischen Einflüsse auf das Leben des Menschen; Die Krankheitsbestimmung aus dem Horoskop; Die Progressionen; Versch. Krankheiten in Einzeldarstellungen mit prakt. Bsp.; Die Therapie auf der Grundlage der Nativität. Anhang: Astromedizinische Analysen
Artikel
- Der Weise regiert die Sterne. Zentralblatt für Okkultismus", IV. Jg. (1910 - 1911), S. 14 - 18 Online bei U. T. Bechtold
- Empirische Astrologie. Einige Ideen zu ihrem Ausbau. Artikel in 16 Fortsetzungen , "Astrologische Rundschau" 3.Jhg. 1912-13 Deutsche Astrologische Gesellschaft
- Allgemein: Seiten 33-37, 65-68, 81-83, 97-100, 113-115
- Wetter: Seiten 129-131, 145-148, 161-164
- Elektromagnetismus: Seiten 177-180
- Fortsetzung in: „Astrologische Rundschau", 4. Jahrgang, 1913/1914
- Wünschelrute: Seiten 1-4
- Das Individuum als Transformator: Seiten 18-21
- Mensch und Universum: S. 33-36
- Der Einfluss von Uranus und Neptun im Horoskop nach Julevno, Seiten 49-51
- Astrologie, Horoskopie und Sterndeutekunst, Seiten 65-68
- Naturwissenschaftliche Astrologie, Seiten 149-150, 163-164
- Fortsetzung ausgesetzt, Autor hält sich in Istrien auf, Seite 191
Quellen und Anmerkungen
- ↑ Auskunft am 18. Januar 2010 vom Archiv der Universität Wien, Frau Barbara Bieringer, gegenüber AstroWiki (A. Schmitt) nach dortigen Unterlagen. Einer der Archiv-Datenbanksätze unter Uni Wien Archiv erreichbar.
- ↑ Quelle Sterbedatum: Astrologische Rundschau, 11. Jahrgang, Februar/März 1921, Heft 5/6, S. 96; Daten von Karsten Kröncke mitgeteilt.
- ↑ http://parapsychologie.info/history.htm
- ↑ Auskunft am 18. Januar 2010 vom Archiv der Universität Wien, Frau Barbara Bieringer, gegenüber AstroWiki (Andreas Schmitt)
- ↑ [1] Information bei Antikbuch 24
- ↑ Friedrich Feerhow: Kursus der Astrologie. Verlag Max Altmann, Leipzig 1912. S. 38: Wir haben jetzt in großen Zügen die Grundlagen jener Erhabenen Naturphilosophie, wie sie die uralte Tradition zu allen Zeiten gelehrt hat und wie sie unter ihrem neuen Namen "Theosophie" abermals zu allgemeinerem Leben erweckt wurde, kennen gelernt
- ↑ Feerhow, Kursus der Astrologie, S. 93
- ↑ Zitiert nach Feerhow, Astrologie, S. 93
- ↑ Diesen Begriff verwandte Feerhow sowohl in seinem Buch "Medizinische Astrologie" als auch in einem Artikel der Astrologischen Rundschau.
- ↑ Feerhow, Astrologie, Vorwort S. V.