Galaktisches Zentrum

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Das Galaktische Zentrum ist im sichtbaren Licht nicht zu erkennen, im Infrarotbereich (Foto) sieht man links oben etwa seine Lage.
Das Galaktische Zentrum im Radiowellenspektrum, mit Bezeichnung der Objekte
Sagittarius A*, aufgenommen von Chandra im Röntgenbereich, NASA 2003. Die roten Wolken sind Überreste von Explosionen der letzten 10.000 Jahre.
Lage von Sgr A* im Sternbild Schütze: in etwa in der Verlängerung der Pfeilspitze am rechten Rand des Sternbilds.
Name Katalogname Mag ekl. Breite Pos. 1900 Pos. 1950 Pos. 2000 Pos. 2050 Natur (klassisch)
Galaktisches Zentrum Sgr A* n.a. 05°36' s 25°27' Sag.gif 26°09' Sag.gif 26°51' Sag.gif 27°33' Sag.gif nicht bekannt.

Als Galaktisches Zentrum[1] (Abkürzung GZ) wird das Massenzentrum unserer Milchstraße bezeichnet. Es liegt im Sternbild Schütze, wo auch das sichtbare Band der Milchstraße am dichtesten erscheint. Das Galaktische Zentrum enthält das nächste uns bekannte supermassereiche Schwarze Loch und zeigt andere ungewöhnliche astrophysikalische Phänomene.

Inhaltsverzeichnis

Astronomie

Das Sternbild Schütze (lat. Sagittarius) enthält zwar besonders viele Sterne und Nebel, doch das Galaktische Zentrum selbst ist hinter dunklen Staubwolken der interstellaren Materie verborgen. Im sichtbaren Licht kann es daher nicht beobachtet werden. Mit langwelligerer Strahlung (Infrarot und Radiowellen) sowie im harten Röntgenbereich sind jedoch Beobachtungen möglich, da diese Bereiche des elektromagnetischen Spektrums Staub wesentlich besser durchdringen.
Außerdem stellt das galaktische Zentrum den Mittelpunkt der galaktischen Rotation aller im Milchstraßensystem vorhandenen Körper dar und kann als solches indirekt erschlossen werden.

Schon zu Beginn der Entwicklung der Radioastronomie gelang 1931 durch Karl Guthe Jansky der Nachweis von Radiostrahlung aus der Richtung des galaktischen Zentrums. Innerhalb einer dieser Quellen, Sagittarius A (West), befindet sich die sehr kompakte Radioquelle Sagittarius A*. Diese Quelle bei Rektaszension 17 h 45 m 40,04 s und Deklination −29° 00' 28,1" (J2000.0) liegt im Zentrum der Milchstraße. Gegen Ende der 1990er-Jahre gelang mit Aufnahmen des Röntgensatelliten Chandra zum ersten Mal auch der Nachweis von Röntgenstrahlung aus Sagittarius A*.

Anzeichen für ein Schwarzes Loch ergeben sich durch die Eigenschaften der Radioquelle Sagittarius A*. Sie strahlt sehr hell aus einem sehr kleinen Gebiet, was nicht durch andere Arten von Radioquellen zu erklären ist. Dieser Nachweis ist aber noch indirekt. Astronomen am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik konnten die Masse dieses schwarzen Loches mit relativ hoher Genauigkeit auf etwa 4,31 Millionen Sonnenmassen bestimmen.

Astrologie

Etwa seit Mitte des 20. Jahrhunderts gibt es Überlegungen, dass das Galaktische Zentrum auch eine astrologische Bedeutung haben müsse. Zu nennen ist hier Friedrich Bernhard Marby, der entsprechende Informationen in seinem Werk über "galaktische Astrologie" (unveröffentlicht) wiedergibt. Überzeugt von der großen Bedeutung des Galaktischen Zentrums, entwarf er sogar einen alternativen Tierkreis, dessen Beginn - also 0° Widder - auf dem 27. Grad des tropischen Tierkrieses zu liegen kommt, was recht genau dem Galaktischen Zentrum entspricht.[2]

Der Physiker und Astronom Rudolf Tomaschek wies in seinem Buch "Kosmische Kraftfelder und astrale Einflüsse" zwar auf die astrologische Bedeutung des Apex hin (Punkt, auf den das Sonnensystem zuläuft) und auf die gesamte galaktische Scheibe (Band der Milchstraße), jedoch nicht explizit auf das Galaktische Zentrum selbst[3], wie Theodor Landscheidt 1965 (S. 24) bemerkte. Der Astologe und Astronom Landscheidt ist als derjenige bekannt, der sich als erstes intensiver mit dem Galaktischen Zentrum auseinandersetzte, und zwar in dem Werk "Fixsterne, Aspekte und galaktische Strukuren.
Sein Interpretationsansatz: "Gehen wir von der Arbeitshypothese aus, dass es sich bei dem galaktischen Zentrum (Z) um ein wichtiges Deutungselement handelt, so kommen wir für Z zu den individuellen Entsprechungen: Gleichgewicht der Persönlichkeitsstruktur, Anziehungskraft auf die Umwelt." (S. 30)[3]. Für Konrad Adenauer beispielsweise findet Landscheidt dessen MC auf dem Galaktischen Zentrum, und begründet daraus die Stabilität der Adenauerschen Ära und Politik (S. 38).

In neuerer Zeit beschäftigt sich Anabela Cudell intensiver mit dem Galaktischen Zentrum; von ihr erschien 2009 ein gleichnamiges Buch. In einem Artikel beschreibt sie die Wirkung des GZ so: "Das Galaktische Zentrum (GZ) hat die Eigenschaft, .. Niveaus oder Bereiche zu verbinden oder zu vermischen. Deshalb kommen unter einem galaktischen Einfluss manchmal Dinge zum Vorschein, die man nicht erwartet hätte, oder auf die man selbst in optimistischen Vorstellungen nicht gehofft hätte."[4]. In ihrem Buch führt sie aus[5]: "Wer einen GZ-Einfluss im Horoskop hat, steht wie im Mittelpunkt des Schwarzen Lochs und kann in alle Dimensionen hineinschauen. Alle Dimensionen und alle Orientierungslinien laufen im GZ zusammen."
Der Uroboros, aus dem alles hervorgeht, Alpha und Omega, die sich in den Schwanz beißende Schlange (alchemistische Abbildung)

Cudell weiter: "Dieser Punkt ist Anfang und Ende zugleich (was an den Mythos des Uroboros erinnert, s. Abb. links) – und auch wieder nicht. Die Zeit steht still oder schreitet enorm schnell voran. (...) Menschen mit galaktischen Einflüssen im Horoskop sind sehr vielfältig begabt. Sie haben Einblicke in viele unterschiedliche Wissensgebiete und haben viele Fingerfertigkeiten. Hierin liegt auch oft ihr Drama und ihre Schwierigkeit, in unserer Zivilisation klarzukommen. (...) Dieser galaktische Mensch wird dann möglicherweise auch zum Chaoten und seine feinen, wertvollen Fähigkeiten werden verschwendet. Der galaktische Mensch knüpft Verbindungen zu unüberschaubaren Sachverhalten, assoziiert seltsame Dinge miteinander."
Weitere bekannte Persönlichkeiten mit einem stark gestelltem Galaktischen Zentrum sind Leonardo da Vinci und Bill Gates.

Quellen und Anmerkungen

  1. Astronomische Beschreibung stark gekürzt von Wikipedia übernommen.
  2. Eine genauere Lagebestimmung war damals astronomisch noch nicht möglich.
  3. 3,0 3,1 Theodor Landscheidt: Fixsterne, Aspekte und galaktische Strukturen. Ebertin Verlag Aalen 1965
  4. Anabela Cudell: Der Tanz Plutos an den Abgründen des Galaktischen Zentrums in den Jahren 2006/7 Online
  5. zusammengefasst aus einer Leseprobe bei Astronova

Literatur

  • Anabela Cudell: Das galaktische Zentrum und seine astrologische Deutung. 148 Seiten. Astronova Tübingen 2009 ISBN 978-3937077369
  • Anabela Cudell: Das galaktische Zentrum - das Herz der Welt. Astrologische Forschungen. online