Glaube

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Da es bei der Astrologie vielfach um persönliche Erfahrungen geht, kann die Frage nach dem Glauben nicht ausgeklammert werden. Bisweilen wird die Astrologie in die Nähe der Religion gerückt, und manche Astrologiegegner bezeichnen sie sogar als Ersatz- oder Pseudoreligion. Vor allem Vertreter der psychologischen Astrologie wenden sich entschieden gegen derartige Verbindungen. Mit ihrer Auffassung, wonach Astrologie ein Weg ist, sich selbst näher kennen zu lernen, distanziert sie sich von allen Glaubensfragen im religiösen Sinn. Ähnlich wie in der Psychologie spielt es bei der Deutung des Horoskops aus dieser Sicht keine Rolle, welche religiöse oder spirituelle Überzeugung ein Mensch hat, solange er sich auf die Selbsterfahrung einlässt (Astrologiegläubigkeit). Allerdings stellt sich die Frage auf einer profaneren Ebene, nämlich ob eine Person daran glaubt, dass es so etwas wie Selbsterfahrung und Selbsterkenntnis gibt.

Die esoterische Astrologie kommt dagegen um Glaubensfragen im religiösen Sinn nicht herum. Das lateinische Wort religio bedeutet Rückbindung, Verbindung mit dem Ursprung. In dem Sinn erhebt die esoterische Astrologie den Anspruch, die alten Fragen zu beantworten: Woher kommt der Mensch? Wohin geht er? Was ist der Sinn des Lebens? Somit tritt sie in Verbindung oder in Konkurrenz zu anderen religiösen Lehren, die denselben Anspruch erheben. Die Entscheidung, ob die Astrologie diesem Anspruch gerecht werden kann, ist letztlich wieder eine Glaubensfrage jedes Einzelnen. Wie bei jeder ernsthaften religiösen Überzeugung bedeutet Glaube für die esoterische Astrologie kein unverbindliches "Nicht-Wissen", sondern eine Entscheidung aufgrund der subjektiven Erfahrung, die sich einer objektiven Beweisbarkeit entzieht.

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