Große Konjunktion

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Die Große Konjunktion vom 1. Oktober 2000: außer Saturn und Jupiter sind oben die Plejaden und unten die Hyaden mit dem roten Aldebaran zu sehen. (Foto: Martinez)

Synonym: Königsaspekt

Inhaltsverzeichnis

Definition

In der Astrologie wird so die Konjunktion der Planeten Jupiter und Saturn genannt, die etwa alle 20 Jahre stattfindet. Jede dritte ist eine Dreifachkonjunktion, das heißt: Jupiter zieht zunächst direktläufig, dann rückläufig und schließlich wieder direktläufig an Saturn vorbei. Ihr wird eine besondere Bedeutung beigemessen, und sie gilt als eines der Erklärungsmodelle für den Stern von Bethlehem. Je zwei aufeinander folgende Große Konjunktionen ereignen sich immer im Trigon zueinander, bei einer insgesamt rückläufigen Bewegung der Konjunktionen durch den Tierkreis. Nach etwa 800 Jahren beginnt der Zyklus ungefähr an derselben Stelle des Tierkreises wieder von vorne.


Im Mittelalter fürchtete man bei einer Großen Konjunktion oft großes Unglück (s. Abbildungen).

Große Konjunktion von 1524

Sintflutängste 1524
Die Konjunktion 2000 als Animation (Juni 2000 - Mai 2001)[1]

Vor allem Johannes Stöffler war es, der diese Konjunktion als schreckenserregendes Ereignis ankündigte:

"In diesem Jahre wird weder eine Sonnen- noch eine Mondfinsternis sichtbar sein. Aber im laufenden Jahre werden äußerst bewundernswerte Bewegungen der Wandelsterne staffinden. Im Monat Februar nämlich werden 20 Konjunktionen eintreten, von denen die einen mittelmäßiger Art, die anderen bedeutungvoll sein werden. 16 davon werden in wässerigen Zeichen stehen. Diese Natuereignisse werden für annähernd den ganzen Erdkreis, für sämtliche Zonen, Reiche, Provinzen, Staaten, sowohl für Würdenträger, als auch für das niedere, ungebildete Volk, für die Tiere, die Fische und für alle lebewesen der Erde eine Veränderung, eine Umwälzung bedeuten, wie uns dieselbe während Jahrtausenden weder durch Geschichtsschreiber, noch durch die Vorfahren überliefert worden sind. Deshalb, christliche Männer, erhebet euer Haupt"[2]. Diese Aussage (und eventuell noch weitere) wurden dahingehend interpretiert, dass mit einer neuen Sintflut zu rechnen sei, in Berlin flüchtete deswegen etwa der Kurfürst samt Gefolge extra auf den nahegelegenen Kreuzberg; außerdem gab es Auswirkungen auf die Bauernkriege und die lutherische Reformation. Statt der Sintflut fand in dem Jahr eine große Trockenheit statt[3].

Johannes Virdung sprach sich zwar, auch in Replik auf die Schrift Stöfflers, gegen das Überschwemmungsszenario aus (s. Practica von 1522), jedoch brachte er hier eben den "Entchrist" (Antichrist) der Apokalypse ins Gespräch, und prognostizierte Aufstände und eine Schwächung des christlichen Glaubens[4]. Diese Schrift wurde in besonderem Maße auch dazu genutzt, die Angst vor der Reformationsbewegung um Martin Luther anzuheizen. So wundert es nicht, dass sie in den folgenden Jahren bis zu fünfzehn weitere Auflagen erlebte (ebd.). Die Bauernkriege in den 1520er Jahren wurden durchaus als Bestätigung der Prognose Virdungs aufgefasst, wenn er formulierte: "Vnd die geringen menschen, schnödes geschlechts werden sich erhöhen wider die Kunig vnd grossmechtige, sie vndtersteen zu vertreiben aus irem gewalt und jemmerlich vervolgen." (ebd., Zitat aus der Practica von 1522)

Literatur

Die Krebs-Konjuktion 1504
  • Albumasar:De magnis conjunctionibus et annorum revolutionibus ac eorum profectionibus. Erhard Ratdolt, Augsburg 1489 Digitalisat der ULB Darmstadt
  • Johannes Virdung: Prognosticon super novis stupendis et prius non visis planetarum coniunctionibus. Johann Weißenburger, Landshut 1521 Digitalisat der BSB München
  • Johannes Virdung: Practica Teutsch über die newe erschröckliche vor nie gesehen coniunction oder zusammenvereinigung der planeten im jar 1524 zukünftig. Oppenheim 1523

Quellen

  1. Quelle: APOD 21. Dez. 2001: Bearbeitet nach einer Sequenz von Tunç Tezel
  2. Zitiert und übersetzt durch Ernest Hentges: "Geschichtliche Notizen von Johannes Stöffler". In: Astrologische Rundschau, 1923-1926
  3. Allgemeine Deutsche Biographie von Johannes Stöffler, Zitat von Wikisource
  4. Max Steinmetz: Johann Virdung von Hassfurt. Sein Leben und seine astrologischen Flugschriften. In: Zambelli, Paola: Astrologi hallucinati: Stars and the End of the World in Luther's Time: Conference Papers, S. 195-214. Walter de Gruyter 1986 ISBN 3110103176

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