Haus

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Nummerierung der Häuser gegen den Uhrzeigersinn, ausgehend vom Aszendenten (inäquales Häusersystem)

Synonym: Feld

Das Horoskop wird in zwölf Abschnitte unterteilt, die als Häuser oder Felder bezeichnet werden und - je nach Häusersystem - gleich oder unterschiedlich groß sind. Ursprünglich wurde das gesamte Tierkreiszeichen als Haus (Domizil) eines Planetengottes bezeichnet, der über das jeweilige Tierkreiszeichen seine "Herrschaft" ausübte.[1] Man kann sich die zwölf Häuser wie eine Scheibe vorstellen, die auf den ebenfalls zwölffach unterteilten Tierkreis gelegt wird, und dies in den verschiedensten Varianten, sodass alle möglichen Kombinationen denkbar sind. Wie der Tierkreis, so werden auch die Häuser in der Reihenfolge Eins bis Zwölf entgegen dem Uhrzeigersinn dargestellt.

Die Einteilung in Häuser hat etwas mit der Erdumdrehung zu tun. Sie ist abhängig vom Ort des Geschehens (der Geburt) und von der Uhrzeit. Innerhalb eines Tages wandert - von einem bestimmten Punkt der Erde aus betrachtet - der Aszendent (die Spitze des ersten Hauses) einmal durch den gesamten Tierkreis, und mit ihm alle Häuser. Die Häuserverteilung in einem Horoskop ist folglich in diesem der individuellste Faktor.[2] Wenn zwei Menschen im Abstand von einer halben Stunde am selben Ort geboren werden, so hat sich der Aszendent durchschnittlich 7 1/2 Grad verschoben (entspricht alle vier Minuten einem Grad, abhängig davon, ob es sich um ein schnell oder langsam aufsteigendes Zeichen handelt) und kann sich durchaus bereits in einem anderen Tierkreiszeichen befinden. Auch einzelne Planeten können durch diese Verschiebung in ein anderes Haus gerückt sein. Bei den Planeten Saturn, Uranus, Neptun und Pluto, die Jahre in einem bestimmten Tierkreiszeichen verbringen (Generationenstellung), ist die Hausposition sogar wesentlich aussagekräftiger als die Zeichenstellung.

Je nach Berechnungsmethode sind entweder alle Häuser gleich groß (äquales Häusersystem), oder unterschiedlich groß (inäquales Häusersystem). Die gebräuchlichste Methode der Berechnung der Häuser ist das Placidus-Häusersystem.

Als Eckhäuser oder kardinale Häuser (Qualität) bezeichnet man das erste, vierte, siebte und zehnte Haus. Planeten in den Eckhäusern, zumindest wenn sie sich in deren ersten Hälfte befinden, gelten als stark gestellt. "Fixe Häuser" sind das zweite, das fünfte, das achte und das elfte. "Fallende Häuser" sind das dritte, sechste, neunte und zwölfte Haus.

Zwischen den Häusern und den Tierkreiszeichen besteht eine Analogie: So entspricht das erste Haus dem Zeichen Widder, das zweite dem Stier, usw. Ebenso ist der Herrscher des analogen Tierkreiszeichens auch der natürliche Herrscher des Hauses, also Mars der Herrscher des ersten Hauses, Venus Herrscherin des zweiten Hauses, usw. (s. Häuserherrscher).

Während die Planeten die "Wesenskräfte" eines Menschen, und die Tierkreiszeichen generelle Eigenheiten beschreiben, stellen die Häuser die Lebensbereiche dar, wo die gegebenen Anlagen und Kräfte verwirklicht werden. Die Häuser sind gegenüber den "himmlischen" Tierkreiszeichen und Planeten vergleichsweise "irdisch", weltbezogen. So sind Häuserthemen in den Horoskopen von Kindern zunächst oft kaum von Bedeutung, sie werden es erst im Laufe der Zeit.

Jedes Haus entspricht einem bestimmten Lebensbereich (Genaueres ist unter den Stichwörtern erstes Haus, zweites Haus, etc. nachzulesen). Ungeachtet der verschiedenen Häusersysteme, mit denen Astrologen arbeiten, sind diese Zuordnungen im Wesentlichen gleich:

  • 1. Haus: Selbstdurchsetzung, Person/ Ich; Anfänge
  • 2. Haus: Werte, Besitz, Substanz (Körper), Talente
  • 3. Haus: näheres Umfeld, Kommunikation, Lernen, Pädagogik; Geschwister
  • 4. Haus: Familie, emotionale Wurzeln, Herkunft, seelische Prägungen
  • 5. Haus: schöpferischer Selbstausdruck, Kinder, Spiel und Spaß
  • 6. Haus: Gesundheit, Anpassung, Arbeit
  • 7. Haus: Begegnung, Beziehung, Partnerschaft
  • 8. Haus: Wandlung, Loslassen; Geistiges, Tod, Erbe
  • 9. Haus: Sinnfindung, Weltbild, Philosophie und Religion; weite Reisen
  • 10.Haus: Berufung, Lebensziel
  • 11.Haus: Freunde, Gruppen
  • 12.Haus: Rückzug, Transzendenz, Spiritualität (klassisch: geheime Feinde)

Der Astrologe Frank Glahn entwickelte eine Unterteilung der Häuser analog zu den Dekanaten der Tierkreiszeichen, die als Häuserdekanate bezeichnet werden.

Weblinks

Literatur

Quellen und Anmerkungen

  1. Robert Hand: Traditionelle Astrologie: Ganzzeichenhäuser - Tag- und Nachthoroskope. 138 Seiten. Chiron Verlag 2007
  2. Individueller noch als der Mond, der sich ungefähr alle zwei Stunden um einen Bogengrad weiterbewegt.