Hercules

Aus Astrowiki-de
Wechseln zu: Navigation, Suche
Sternbild Hercules (Herkules)

Der Herkules (lateinisch Hercules) ist ein Sternbild des Nordhimmels[1].

Der Herkules ist das fünftgrößte Sternbild am Himmel. Da nur drei seiner Sterne heller als die 3. Größenklasse sind, ist er allerdings nicht sehr auffällig. Man findet ihn zwischen dem Sternbild der Leier mit dem hellen Stern Wega und der einprägsamen Nördlichen Krone. Die beste Beobachtungszeit ist der Frühsommer, da er dann am höchsten am Himmel steht.

In Richtung Herkules befindet sich der Apex unseres Sonnensystems. Die Sonne mit ihren Planeten bewegt sich, relativ zu ihren Nachbarsternen, mit 20 km/s auf diesen „Zielpunkt“ zu.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Konstellation Herkules gehört zu den klassischen 48 Sternbildern der Antike, die von Claudius Ptolemäus erwähnt werden. Bei den antiken Griechen hieß er jedoch einfach „Engonasin“ („der Kniende“). Später wurde das Sternbild mit verschiedenen mythischen Gestalten in Verbindung gebracht, wie Prometheus, Theseus, Orpheus oder Herakles (den die Römer Hercules nannten). Erhalten hat sich die Deutung als Herkules.

Um 1687 fasste Johannes Hevelius einige Sterne zwischen dem Herkules und dem Schwan zum Sternbild des Zerberus, dem dreiköpfigen Höllenhund, zusammen. Es setzte sich allerdings nicht durch.


Mythologie

Der mythologische Ursprung des Sternbildes ist unklar. Erhalten hat sich die spätere Identifikation mit Herakles, dem mit Riesenkräften ausgestatteten Helden aus der Griechische Mythologie. Herakles war ein unehelicher Sohn des Zeus, dem zwölf eigentlich unüberwindbare Aufgaben übertragen wurden. Durch Kraft und Intelligenz konnte er die Aufgaben erfüllen, wobei er etliche Untiere zur Strecke brachte, die ebenfalls am Himmel verewigt sind, wie den Löwen, den Krebs, die Wasserschlange und den Drachen.

Wichtige Fixsterne

Name Katalogname Mag ekl. Breite Pos. 1900 Pos. 1950 Pos. 2000 Pos. 2050 Natur (Ptolemäus)
Rukbalgethi Shemali τ-Herculis 3.9 65°50' n 12°58' Sco.gif 13°40' Sco.gif 14°22' Sco.gif 15°05' Sco.gif Merkur
Sofian η-Herculis 3.5 60°17' n 27°22' Sco.gif 28°04' Sco.gif 28°47' Sco.gif 29°29' Sco.gif Merkur
Biceps γ-Herculis 3.8 40°00' n 27°49' Sco.gif 28°30' Sco.gif 29°12' Sco.gif 29°55' Sco.gif Merkur
Kornephoros β-Herculis 2.8 42°42' n 29°42' Sco.gif 00°23' Sag.gif 01°05' Sag.gif 01°47' Sag.gif Merkur
Rutilicus ζ-Herculis 3.5 53°06' n 00°04' Sag.gif 00°46' Sag.gif 01°27' Sag.gif 02°09' Sag.gif Merkur
Kajam ω-Herculis 4.5 35°10' n 00°10' Sag.gif 00°52' Sag.gif 01°34' Sag.gif 02°17' Sag.gif Merkur
Abdel ε-Herculis 3.9 53°15' n 06°55' Sag.gif 07°37' Sag.gif 08°19' Sag.gif 09°01' Sag.gif Merkur
Fudail π-Herculis 3.2 59°33' n 10°40' Sag.gif 11°21' Sag.gif 12°03' Sag.gif 12°46' Sag.gif Merkur
Sarin δ-Herculis 3.2 47°41' n 13°22' Sag.gif 14°03' Sag.gif 14°46' Sag.gif 15°28' Sag.gif Merkur
Ras Algethi α-Herculis 3.5 37°17' n 14°45' Sag.gif 15°27' Sag.gif 16°09' Sag.gif 16°51' Sag.gif Merkur (P)
Mars/ Venus (E)
Al Jathiyah ι-Herculis 3.8 69°16' n 18°29' Sag.gif 19°10' Sag.gif 19°52' Sag.gif 20°35' Sag.gif Merkur
Maasym, Misam λ-Herculis 4.4 49°18' n 18°30' Sag.gif 19°12' Sag.gif 19°53' Sag.gif 20°36' Sag.gif Merkur
Melkarth μ-Herculis 3.4 51°06' n 23°50' Sag.gif 24°31' Sag.gif 25°13' Sag.gif 25°55' Sag.gif Merkur
Rukbalgethi Genubi θ-Herculis 3.9 60°41' n 27°04' Sag.gif 27°46' Sag.gif 28°28' Sag.gif 29°10' Sag.gif Merkur
Beraka, Baraka ξ-Herculis 3.7 52°41' n 27°48' Sag.gif 28°29' Sag.gif 29°11' Sag.gif 29°53' Sag.gif Merkur
Atia, Atiya o-Herculis 3.8 52°11' n 01°18' Cap.gif 01°59' Cap.gif 02°41' Cap.gif 03°23' Cap.gif Merkur

Einige Fixsterne, obwohl von nicht geringer Helligkeit, sind im Herkules ohne Namen, werden hier dennoch aufgeführt, da die astrologische Bedeutsamkeit der Fixsterne eventuell auch an ihre Helligkeit gekoppelt ist.

Wirkung

Nach Ptolemäus haben die Sterne des Herkules die Wirkung von Merkur[2]

Quellen

  1. Quelle Allgemeines, Geschichte und Mythologie: Wikipedia
  2. Claudius Ptolemäus: Tetrabiblos. S. 42. Chiron Verlag 2. Auflage 2000 ISBN 978-3925100178