Johannes Lichtenberger
Johannes Lichtenberger[1] (* zwischen 1440 und 1450[2], wohl in Grünbach bei Baumholder in der Nähe von Lichtenberg in der Pfalz; † vor April 1503, wohl in Brambach) war ein deutscher Astrologe.
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Biographie
Er hieß vermutlich ursprünglich Johannes Grümbach vom Liechtenberg, latinisiert auch Ioannes Claromontanus (oder de claro monte), italienisch Giovanni di Claromonte. Zeitweise nannte er sich Peregrinus Ruth.
Während Lichtenberger in den 1470er Jahren an Fürstenhöfen wirkte und als Hofastrologe Kaiser Friedrichs III. auftritt, zog er sich später in seine pfälzische Heimat zurück, wo ihm (vor 1481) die Pfarrstelle in Brambach (Niederbrombach) übertragen wurde. In Otterstadt bei Speyer soll er begraben sein.
Sein Hauptwerk ist die auf den 1. April 1488 datierte, zunächst anonym gedruckte Pronosticatio ("astrologische Vorhersage der drei Stände bis zum Jahr 1576"), die in der Lutherzeit (s. Philipp Melanchthon) sehr populär war und über fünfzig Auflagen erlebte. Zu ihrem Jubiläumsdruck (Wittenberg, 1527) schrieb der Reformator selbst sogar eine - heute berühmte - Vorrede.[3] Die Scheift war stark geprägt von einer durch die Türkenfurcht geschürten Endkaisererwartung, einer steigenden Hoffnung auf das Tausendjährige Reich.
Literatur
- Kurze, Dieter: Johannes Lichtenberger - Leben und Werk eines spätmittelalterlichen Propheten und Astrologen. Erschienen in: Archiv für Kulturgeschichte Bd. 38, Seiten 328-343, 1956. PDF-Dokument
Werke
- Horoskop für Herzog Ludwig IX. von Bayern-Landshut. Handschrift, nach 1471 Digitalisat des Cod. pal. germ. 12 der Universitätsbibliothek Heidelberg
- Pronosticatio zu theutsch. Heidelberg, nach 1488 Digitalisat der BSB München
- Prognosticatio (lateinisch). Köln, 1526 Digitalisat der BSB München
- Practica unnd Prenostication. Mainz, 1526 Digitalisat der BSB München
- Practica und Pronostication. Augsburg, 1528 Digitalisat der BSB München
- Die Weissagunge J. Lichtenbergers. Franckfurdt am Mayn, 1550 Digitalisat der BSB München; Ausgabe 1528 Digitalisat der BSB München; 1587 Digitalisat der BSB München
Quellen und Anmerkungen
- ↑ Quellen: Wikipedia und Kirchenlexikon
- ↑ Die meisten Angaben bewegen sich im Zeitraum zwischen 1440 bis 1450; lediglich Chistian Heizmann gibt in seinem Buch "Die Sterne lügen nicht" (Harrassowitz Verlag 2008) die Zeit "um 1426" an (S. 60).
- ↑ Paola Zambelli, in: Jürgen Hoppmann (Hrg.), Melanchthons Astrologie, Wittenberg 1997, S. 58.