Johannes Maria Verweyen

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Johannes Maria Verweyen
Geburtshoroskop von Johannes Maria Verweyen

Der deutsche Philosoph, Theosoph, katholische Seelsorger und Astrologe Johannes Maria Verweyen wurde am 11. Mai 1883 um 18:30 Uhr[1]auf dem Gut seines Vaters Vaters Hubert in Till bei Kleve geboren. Er starb am 21. März 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen[2].

Biographie

Verweyen[3] besuchte zunächst humanistische Schulen in Kleve, Gaesdonck und Düsseldorf, bevor er 1902 auf dem Gymnasium seinen Abschluss machte. Anschließend studierte er in naturwissenschaftlichem und philosophischem Bereich auf den Universitäten Freiburg, Leipzig und Bonn. Ende des 7. Semesters bestand er am 15. November 1905 sein Doktor-Examen; seine Dissertation erschien Anfang 1906. Ostern des gleichen Jahres wechselte er an die Universität Straßburg und bereitete dort bis zum Sommersemester 1907 seine Habilitation vor über das Thema der Willensfreiheit in der mittelalterlichen Scholastik. Anschließend wechselte er wieder nach Leipzig um dort seine Habilitation zu vollenden[4]. Ab dem Wintersemester 1908 war er Privatdozent an der Universität Bonn, 1921 wurde er zum ordentlichen Professor ernannt. Er hielt in ganz Europa Vorträge über philosophische, religiöse, aber auch spirituelle Grundsatzfragen, nachgewiesen bis Ende 1940. Er stand offiziell Freikirchen nahe, hatte jedoch religiös keine Berührungsängste vor der katholischen Kirche und suchte immer wieder intensiv Kontakt zu ihr; 1936 trat er ihr wieder bei. Zuvor war er in theosophischen Kreisen sehr aktiv, ab 1928 über einige Jahre sogar als Generalsekretär der deutschen Theosophischen Gesellschaft "Adyar", nachdem es dort zu dem Bruch mit Rudolf Steiner gekommen war; er konnte die Gesellschaft zu neuer Blüte führen[2].

Zu seinen Lebzeiten galt Verweyen als exponierter Vertreter deutscher Philosophie, der stark ins Rampenlicht der Öffentlichkeit trat. Er machte keinen Hehl aus seiner Abneigung gegenüber dem Nationalsozialismus und begründete dies aus seinem katholischen Glauben heraus.

Die Überwachung Verweyens durch die Gestapo ist ab dem 22. März 1935 dokumentiert, nachdem er bereits 1934 von seiner Professur „amtsenthoben“ wurde. Ab der Zeit hatte er bereits unter Einschränkungen zu leiden, allerdings wurde seine Vortrags- und Reisetätigkeit, wenn auch mit Erschwernissen, weiter geduldet. Da seine Vorträge und Veröffentlichungen sich nicht nur auf religiöse und philosophische, sondern auch auf okkulte, astrologische und theosophische Themen bezogen, war es unumgänglich, dass auch er nach der Flucht von Rudolf Heß in Frankfurt bei seinen dortigen Gastgebern am 27. August 1941 festgenommen wurde. Am 8. September wurde er in die Gefangenschaft nach Berlin überführt[5].

Am 23. Mai 1942 wurde er in das Konzentrationslager Sachsenhausen eingewiesen, und dies nur aufgrund von Indizien, er selbst wurde niemals bezüglich der Vorwürfe gegen ihn verhört, es reichte wohl seine Zugehörigkeit zu als unerwünscht erachteten Kreisen. Er kam am 4. Februar 1945 auf eigenen Wunsch in das KZ Bergen-Belsen[6], wo er absichtlich in einer fleckfieberverseuchten Baracke[7] untergebracht wurde, in welcher er am 21. März 1945 starb.

Astrologie

Verweyen war Mitglied der Deutschen Kulturgemeinschaft zur Pflege der Astrologie von M. Erich Winkel, Dr. Heinz Artur Strauß, Theodor Lessing und Dr. Wilhelm Moufang.[8]

Werke (Auswahl Astrologie)

  • Praktische Menschenkenntnis und richtige Menschenbehandlung. Süddeutsches Verlagshaus GmbH Stuttgart 1934
  • Welche Menschen passen zu einander? Aus einer Vortragsreihe II. 1940, Frankes Verlag und Druckerei, Breslau 1

Artikel

  • Schicksal und Willensfreiheit. Astrologische Blätter April 1927, Hrsg. Winkel, Erich M.
  • Astrologie und Willensfreiheit. Süddeutsche Monatshefte 24. Jg., 1927, Heft 9: Astrologie.
  • Grenzen der Astrologie. In: Zenit - Zentralblatt für Astrologische Forschung, 1. Jahrgang 1930, Hrsg. von Hubert Korsch
  • Zur Prinzipienfrage der Astrologie. Astrologische Blätter, April 1937, Hrsg. M. Erich Winkel, Berlin

Quellen

  1. Abschrift der Geburtsurkunde Verweyens: Qualburg, am 12. Mai 1883
    Vor dem unterzeichneten Standesbeamten erschien heute, der Persönlichkeit nach bekannt, der Landwirth Hubert Verweyen, wohnhaft zu Till Nr. 82, katholischer Religion, und zeigte an, daß von der Anna Sibilla geborenen Nißing, seiner Ehefrau, katholischer Religion, wohnhaft bei ihm zu Till in seiner Wohnung am elften Mai des Jahres tausendachthundertachtzig und drei Nachmittags um einhalbsieben Uhr ein Kind männlichen Geschlechtes geboren sei, welches die Vornamen Johann Maria erhalten habe.
  2. 2,0 2,1 Bericht über Verweyens Wirken in der Theosophie, aus dem Buch: "Licht und Finsternis Teil 2", von Karl R. H. Frick, S. 312
  3. Biographische Angaben von Wikipedia.
  4. Biographie bis zu diesem Punkt aus einem von Verweyen verfassten Lebenslauf von 1908.
  5. Auszug aus einem Gestapo-Protokoll: „Verweyen wurde am 27.8.1941 gemaess Ausschreiben des RSHA im Dt. Fahndungsbuch anläßlich der Aktion gegen die Geheimlehren festgenommen.- er wurde am 8.9.1941 mittels Sammeltransportes zur Verfügung der Staatspolizeistelle Berlin nach Berlin überführt.“
  6. "Als die Evakuierung des Lagers Sachsenhausen bevorstand, meldete sich Verweyen zum Transport nach Bergen-Belsen. Die Überlegung, dass er den Anstrengungen eines Fußmarsches von 300 km unter dem Kommando der SS nicht gewachsen sei, dazu der Wunsch, bei den Kameraden von Block 15 zu bleiben, bestimmten ihn, entgegen der Warnung durch Freunde, an dem Entschluss festzuhalten." Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Band XXI (2003) Spalten 1507-1510 Autor: Hans-Karl Seeger online
  7. "Zur Untersuchung von möglichen Impfstoffen wurden von nationalsozialistischen Ärzten, vor allem E.-O. Ding-Schuler, Menschenversuche an Gefangenen im Konzentrationslager Buchenwald durchgeführt. An der künstlich herbeigeführten Infektion starben dort mehrere hundert Menschen. Auch im Konzentrationslager ... Bergen-Belsen wurden derartige Versuche vorgenommen." Wikipedia
  8. Wilhelm Knappich: Geschichte der Astrologie. S. 353. Verlag Vittorio Klostermann, 1998 ISBN 3465029844