Jungfrau
Sonne in der Jungfrau: etwa vom 23. August bis zum 22. September
Jahreszeit: Die Zeit der Reife, kürzer werdende Tage, beginnender Vogelzug
Kultur: Ernte, Vorräte anlegen, Arbeit
Körperbereich: Dünndarm (siehe medizinische Astrologie)
Namen gebendes Sternbild: Virgo
Inhaltsverzeichnis |
Mythologie des Sternbilds
Astraea/ Astarte
Für das Sternbild Virgo gibt es verschiedene mythologische Entsprechungen, doch sind es vor allem machtvolle Göttinnen, die mit dem Zeichen in Verbindung gebracht werden, zum Beispiel Dike, die Göttin der Gerechtigkeit, Tyche, die Göttin des Glücks bzw. Zufalls und Astaria, die Göttin des Rechts und der Sitte. Sie wandte sich von der Erde ab und schwang sich auf ihren Flügeln gen Himmel empor, als die Menschen immer mehr verrohten. Astaria könnte sich allerdings, bezogen auf das Sternbild Virgo, insofern um eine Verwechslung handeln, als Astarte, die babylonische Entsprechung zu Demeter, einen sehr ähnlich lautenden Namen hat.
Interessant ist allerdings der Mythos von Astraea insofern, als hier die Jungfrau Flügel hat, und in alten Quellen ist dieses Sternbild Virgo ebenfalls als geflügelt beschrieben (z. B. in den Tetrabiblos von Claudius Ptolemäus).
Demeter
Am ehesten gilt Demeter als die Jungfrau des Tierkreises. Sie ist die griechische Fruchtbarkeitsgöttin und herrscht über die Jahreszyklen. Die Menschen gedachten ihrer ganz besonders im Spätsommer, wenn die goldenen Getreideähren geerntet wurden. Den Männern hat sie das Pflügen beigebracht, den Frauen das Getreidemahlen und Brotbacken. Als ihre Tochter Persephone von Hades (lateinisch Pluto) im Zusammenspiel mit Zeus geraubt wurde, ließ sie die Erde verdorren. Zeus fürchtete, dass die Menschen aussterben würden und ihm dann niemand mehr Opfer bringen konnte. Er verhandelte deshalb mit Hades über die Rückkehr der Persephone. Auf ihrem Weg zu ihrer Mutter aß Persephone jedoch von einem Granatapfel, dem Symbol für die Ehe. Damit war sie auch an Hades gebunden, und Demeter musste akzeptieren, dass Persephones Platz ebenso in der Unterwelt war; dass zur Fruchtbarkeit auch die Kargheit gehört. Fortan blieb Persephone ein Drittel des Jahres bei Hades und zwei Drittel bei ihrer Mutter (Ceres).
Deutung
Die Jungfrau ist das sechste Zeichen des Tierkreises. Hier geht es um das Auswerten und Verwerten. Die Jungfrau widmet sich mit Liebe dem Detail und hat einen scharfen Sinn für Kleinigkeiten, selbst wenn diese anderen belanglos erscheinen. Was sie anpackt, nimmt sie sehr genau. Sie versteht es hervorragend, Ordnung im Kleinen zu schaffen. Und sie kann einer Sache oder einem Menschen dienen - ein Begriff, der in unserer Zeit und in unserer Gesellschaft vor allem negative Assoziationen hervorruft, auch wenn nur die wenigsten tatsächlich von sich sagen können, sie stehen nicht in irgendwelchen Diensten. Deshalb und weil der Begriff Jungfrau überdies noch mit sexueller Enthaltsamkeit verbunden wird, hat das Zeichen keinen guten Ruf.
Tatsächlich geht es jedoch um etwas anderes. Die mythologische Jungfrau, so die Psychoanalytikerin und Astrologin Liz Greene, ist "das archetypische Bild der freien Frau, die zunächst mit ihrem inneren Selbst vermählt wird und erst in zweiter Linie mit einem Mann".[1] Demnach geht es vor allem darum, auf sich selbst zu hören, statt ausführendes Organ der Machtansprüche anderer zu sein. Die Jungfrau kann sich sehr gut in Gegebenheiten einfügen und das Beste aus allem machen.
Die Jungfrau macht sich die Fruchtbarkeit der Erde zu Eigen und sorgt vor für karge Zeiten. Damit übernimmt sie eine wichtige Aufgabe für die Gemeinschaft - in der ihr eigenen Zurückhaltung, aber auch im Bewusstsein ihrer Bedeutung. Sie hat es nicht nötig, sich in den Mittelpunkt zu drängen.
Sie hat nur bisweilen Schwierigkeiten, den Wald vor lauter Bäumen zu sehen. Dann verliert sie sich in Einzelheiten und kann nicht über den eigenen Tellerrand hinausschauen. Sie kann penibel, steril und kleinkariert werden. Es besteht auch die Gefahr, dass sie sich nur dem äußeren Leben widmet und dabei die verborgene andere Seite außer Acht lässt. Der Mythos von Hades und Persephone zeigt, dass beide zusammengehören.
Jungfrau-Geborene haben auch heilerische Qualitäten. Ernährung und Gesundheit und wie diese zusammenhängen, das ist für sie von großer Bedeutung.
Das Tierkreiszeichen Jungfrau verleiht Achsen und Planeten, die sich darin befinden, Anpassungsfähigkeit, Vernunft und Vorsicht.
Mit ihrem Oppositionszeichen Fische hat die Jungfrau die Hingabe an die Welt gemein - sie widmet sich der stofflichen, die Fische der feinstofflichen Seite. Mit den anderen beiden Erdzeichen Stier und Steinbock teilt die Jungfrau die Ausrichtung auf das Körperliche. Der Stier findet hier seinen Weg zum Genuss, die Jungfrau erlangt über den Körper Kenntnisse über die Gesundheit, und der Steinbock setzt ihn ein, um seine Aufgabe zu erfüllen. Von den beiden Zeichen, die im Quadrat zu ihr stehen, kann die Jungfrau die Fähigkeit lernen, sich mehreren Dingen gleichzeitig zu widmen (Zwillinge) und sich von einer Vision beflügeln zu lassen (Schütze).
Würden
Jupiter und Neptun sind in der Jungfrau im Exil, die Venus steht im Fall.
Links
Wikipedia: Sternbild Jungfrau (Astronomie)
Quellen
- ↑ Liz Greene: Schicksal und Astrologie. München 1994. S. 308.
| Spezieller Urheberrechtsvermerk für diese Seite |