LMT

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Abweichung der Mittleren von der Wahren Ortszeit (rote Linie).[1]

LMT ist die englische Abkürzung für Local Mean Time = Mittlere Ortszeit.
Die deutsche Abkürzung lautet MOZ.

Die Bezeichnung LMT findet man oft bei der Angabe von Geburtsdaten vor dem Jahr 1900, d.h. vor der Einführung von Zeitzonen. In Deutschland und Österreich wurde die für jeden Ort unterschiedliche LMT im Jahr 1893 durch die einheitliche MEZ, die Mitteleuropäische Zeit abgelöst; in der Schweiz geschah dies 1894.

Berechnung

Grundlage[2] für die Feststellung der Mittleren Ortszeit ist die Wahre Ortszeit. Wenn die Sonne im Orts-Meridian steht (also exakt im astronomischen Süden), beträgt die Wahre Ortszeit 12 Uhr (Meridiandurchgang).
Vom Nordpol bis zum Südpol herrscht auf gleichem Längengrad die gleiche Wahre Ortszeit. Die Wahre Ortszeit ist auch die Zeit, welche eine gewöhnliche Sonnenuhr anzeigt.

Aufgrund der elliptischen Bahn der Erde um die Sonne, sowie der Neigung der Erdachse gegen die Bahnebene, geht die Wahre Ortszeit, gemessen an einer Uhr mit konstanter Ganggeschwindigkeit, je nach Jahresdatum vor (maximal ca. 14 Minuten) oder nach (Ende Oktober maximal etwa 16 Minuten). Um den 15.4., den 13.6., den 1.9. und den 25.12. ist die LMT identisch mit der wahren Ortszeit; das heißt, dann fallen 12:00 LMT und die Kulmination der Sonne zusammen.
Der Zeitausgleich führt zur Mittleren Ortszeit (= Mittlere Sonnenzeit). Die Mittlere Ortszeit wäre mit der Wahren Ortszeit identisch, wenn die Erdbahn um die Sonne exakt kreisförmig wäre, und die Erdachse senkrecht zur Bahnebene stünde. Die Differenz zwischen Wahrer Ortszeit (WOZ) und Mittlerer Ortszeit (MOZ) heißt Zeitgleichung. Insofern beschreibt die LMT nicht ganz genau die wahre, sondern die am Jahresmittel ausgerichtete Ortszeit mit exakt 24 Stunden pro Tag.

Quellen und Anmerkungen

  1. Violett: Zeitgleichung bei einer exakten Kreisbahn der Erde (fiktiv); blau: ohne Neigung der Erdachse (fiktiv). Quelle: Wikipedia
  2. Informationen teilweise von Wikipedia übernommen, und ergänzt.