Mondknoten
Symbol:
(aufsteigender Mondknoten),
(absteigender Mondknoten)
Astronomie
Die Mondknoten sind keine Himmelskörper, sondern die Schnittpunkte zwischen der (scheinbaren) Bahn der Sonne, der Ekliptik, und der Bahn des Mondes um die Erde. Die beiden Schnittpunkte liegen einander genau gegenüber und bilden somit eine Achse. Diese Schnittpunkte ergeben sich, da der Mond nicht die gleiche Bahn nimmt wie die Sonne, sondern vielmehr die Mondbahnebene gegenüber der Sonnenbahnebene (die real betrachtet die Erdbahnebene ist) um 5 Grad 9 Minuten geneigt ist (siehe Abb. 1). Der Mond befindet sich teilweise nördlich der Ekliptik, teilweise südlich davon. Wenn er bei seinem Umlauf die Ekliptik von Süden nach Norden überquert, so befindet er sich am "aufsteigenden" oder "nördlichen" Mondknoten; überquert er sie zwei Wochen später von Norden nach Süden, dann am "südlichen" oder "absteigenden" Mondknoten.
Die Mondknoten bleiben jedoch nicht an einer Stelle, sondern bewegen sich rückwärts durch den Tierkreis. Für einen vollständigen Lauf durch den Tierkreis benötigen sie 18 Jahre, 7 Monate und 9 Tage. Da Neumond- und Vollmondstellungen in der Nähe oder auf der Mondknotenachse zu Finsternissen führen (Neumond zur Sonnenfinsternis, Vollmond zur Mondfinsternis), hatte man früher die bildhafte Vorstellung, dass die Sonne bzw. der Mond von einem Drachen verschlungen würde, was den beiden Mondknoten die bis heute gebräuchlichen Namen Drachenkopf (aufsteigender) und Drachenschwanz (absteigender Mondknoten) eintrug.
In den Ephemeriden sind Werte für den so genannten mittleren (englisch: mean) und/ oder den wahren (englisch: true) Mondknoten angegeben. Ersterer stellt einen Mittelwert dar, und ist immer rückläufig (Rückläufigkeit). Der wahre Mondknoten hingegen ändert seine Laufrichtung ständig, bewegt sich aber alles in allem auch gegen den Tierkreissinn. Er entspricht übrigens nicht so exakt den astronomischen Tatsachen, wie dies der Name vermuten lässt - weil auch der Mond keine ganz exakte elliptische Bahn um die Erde beschreibt.
Astrologen haben unterschiedliche Vorlieben: Manche arbeiten mit dem wahren Mondknoten, andere begnügen sich mit dem mittleren. Mehr als ungefähr 1,5 Bogengrad weichen beide aber eh nicht voneinander ab.
In den meisten Horoskopzeichnungen wird nur der aufsteigende Mondknoten eingezeichnet. Der absteigende befindet sich diesem immer genau gegenüber.
Deutung
Die Mondknotenachse vereinigt symbolisch Sonne und Mond miteinander, weil sich dabei die Sonnen- und Mondbahn treffen. So geht es allgemein gesprochen um die Begegnung zweier Pole. Der absteigende Mondknoten entspricht der Vergangenheit, sei dies die karmische (karmische Astrologie), also das, was jemand aus vergangenen Leben mitbringt, oder die Vergangenheit dieses Lebens, die Kindheit. Man muss also nicht der Idee von Karma und Reinkarnation anhängen, wenn man mit der Mondknotenachse arbeitet. Der absteigende Mondknoten zeigt auch das, was man "ererbt" hat. Der aufsteigende Mondknoten steht dagegen für die Zukunft, für das, wohin sich ein Mensch entwickeln soll (was häufig über Begegnungen, Beziehungen und Partnerschaften geschieht). Daher hat der aufsteigende Mondknoten auch Bedeutung für "Verbindungen" bzw. partnerschaftliche Entwicklungsaufgaben.Manchmal wird der aufsteigende Mondknoten auch dem Planeten Jupiter zugeordnet, der absteigende Saturn. Dies ergibt keinen Sinn, wenn man diese nur nach alter Manier als "Wohltäter" bzw. "Übeltäter" bezeichnet. Es stimmt jedoch insofern, als es beim absteigenden Mondknoten um schwierigere Themen (Schatten) geht, auch um zwanghafte Reaktionsmuster, wohingegen der aufsteigende Mondknoten Wachstumsmöglichkeiten anzeigt, sofern man sich den Problemen des ersteren gestellt hat. Es geht bei den Mondknoten also nicht darum, den einen hinter sich zu lassen und dem anderen entgegenzueilen. Vielmehr soll es zu einem Ausgleich der beiden Pole kommen. Auf dieser Grundlage ist auch eine weitere Analogie zu verstehen: dass nämlich der aufsteigende Mondknoten sonnenhaft sei, und der absteigende mondhaft.
Die Mondknotenachse kann als ein übergeordnetes Thema des Horoskops angesehen werden. Die Hausstellung ist hier das individuellere und aussagekräftigere, aber auch die Stellung in den Tierkreiszeichen ist durchaus von Bedeutung.
Der absteigende Mondknoten spiegelt Kindheitserfahrungen wider, und zwar Themen, die dem Kind von früh auf vertraut sind. Es kann gewissermaßen schlafwandlerisch mit ihnen umgehen, woher auch der Eindruck rührt, es habe etwas aus einem früheren Leben in dieses hinübergerettet. Gerade weil es so selbstverständlich ist, besteht später immer wieder die Gefahr, dass man im Zweifelsfalle fast reflexhaft in die gewohnte ("bewährte") Verhaltensweise zurückfällt und sich um keine Weiterentwicklung bemüht. Allerdings eckt das Kind und später der Erwachsene mit den zum absteigenden Mondknoten gehörenden Verhaltensweisen auch oft an, erlebt sich diesbezüglich als unzulänglich und macht hier Mangelerfahrungen. Das Verhalten kann dann Suchtcharakter annehmen und bietet nur eine vermeintliche Sicherheit, keine wirkliche. Zugleich erscheint die Thematik des aufsteigenden Mondknotens wie ein leuchtendes Ideal, das eine Aufforderung darstellt, sich in dessen Richtung hin zu entwickeln. Diese Aufforderung wird im Laufe des Lebens deutlicher vernehmbar, insbesondere im Alter von achtzehneinhalb und siebenunddreißig Jahren, wenn der transitierende Mondknoten wieder an seine Geburtsposition zurückkehrt. Während die Thematik des absteigenden Mondknotens eher unbewusst ist, wird diejenige des aufsteigenden bewusst angegangen oder sollte es zumindest. Dies funktioniert jedoch nur dann in befriedigender Weise, wenn man zu den Themen des absteigenden Mondknotens einen Ausgleich herstellt. Der aufsteigende Mondknoten zeigt ein anzustrebendes Ziel im Leben eines Menschen an.
Planeten am absteigenden Mondknoten oder im Quadrat zur Mondknotenachse sind in der Regel schwierig zu handhaben und werden auch oft als defizitär erlebt. Hier gelte es, neue Ausdrucksformen im Umgang mit ihnen zu finden. Der Schweizer Astrologe Claude Weiss meint dazu: "So wird vor allem derjenige, der fähig ist, seine Vergangenheit zurückzulassen, mit Planeten am absteigenden Mondknoten positiv umgehen können. Damit löst er den ursprünglichen Widerspruch zwischen absteigendem und aufsteigendem Mondknoten auf. Er erlebt dann den Planeten am absteigenden, wie wenn dieser am aufsteigenden Mondknoten wäre, weil er die Verhaftung an den linearen Zeitablauf hinter sich gelassen hat."[1]
Planeten am aufsteigenden Mondknoten oder im harmonischen Aspekt zur Achse können dazu genutzt werden, das Neuland kennen zu lernen, das zu erkunden der aufsteigende Mondknoten auffordert.
Literatur
- ↑ Claude Weiss: Karmische Horoskopanalyse, Bd. 1. Wettswil 1994. S. 117.
- Verena Bachmann: Mondknoten - So nützen Sie Ihre Entwicklungschancen im Horoskop. Heinrich Hugendubel Verlag 2008 ISBN 3720560341
- Bruno Huber; Louise Huber: Mondknoten Astrologie. API-Verlag, 2. Auflage 1993 ISBN 3855230080
- Howard Sasportas: Die Mondknotenachse - Der Schlüssel zum Horoskop. Chiron Verlag Tübingen 2003 ISBN 3925100806
- Martin Schulman: Karmische Astrologie Bd.1: Die Mondknoten und Reinkarnation. Urania Verlag 2003 ISBN 3908644089
- Jan Spiller: Astrologie und Seele - Die Mondknoten als Schlüssel zur Persönlichkeitsentfaltung. Droemer/ Knaur 2008 ISBN 3426873915
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