Mundanastrologie

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Die Mundanastrologie ist derjenige Bereich der Astrologie, der bestimmte Gebiete, Orte und Länder der Erde zum Thema hat (Gegensatz: Individualastrologie). Der Begriff stammt vom lateinischen mundus (Welt). Dabei geht es um die Analyse von Naturkatastrophen, aber ebenso von politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen (Wirtschaftsastrologie) und nicht zuletzt um die astrologische Geschichtsbetrachtung.

Für die Betrachtung weltweiter Prozesse sind zunächst von Bedeutung:

Um konkreter werden zu können, werden Horoskope von Kollektiven hinzugezogen. Hierzu benötigt man einen klar definierten Anfang, wie er zum Beispiel durch eine Vertragsunterzeichnung, die Ausstellung einer Gründungsurkunde oder ein Ritual markiert wird. Auf diesen Beginn wird ein Horoskop erstellt. Für Staaten gelten in der Regel mehrere Horoskope (etwa die Ausrufung der Verfassung, der Beginn einer Regierung, Länderhoroskop), was deren Komplexität eher gerecht wird als ein einzelnes Horoskop.

Die Mundanastrologie hat die astrologische Frühgeschichte geprägt. Bis zur Antike galt das Individuum wenig. Es war eingebunden in die Gemeinschaft, und dieser Gemeinschaft hatte die Astrologie zu dienen. Selbst Horoskope für individuelle Oberhäupter erhielten ihre Legitimität nur aus deren Bedeutung für die Gemeinschaft. Die Astrologen spielten zu der Zeit eine bedeutende gesellschaftliche Rolle. Von ihnen wurde erwartet, dass sie Gefahren vorhersagen und Ratschläge zu ihrer Abwehr erteilen konnten. Auch Kriegszüge waren ohne die Konsultation von Astrologen kaum denkbar.

Im Zuge der extremen Individualisierung der Gesellschaft in der abendländischen und westlichen Welt hat die Mundanastrologie ihre Bedeutung dort weitgehend verloren; ihr Einfluss auf die gesellschaftliche Entwicklung ist nahezu vollständig verschwunden. Vor allem in astrologischen Fachkreisen wird sie noch praktiziert. Westliche Politiker, die bei weltpolitischen Entscheidungen den Rat von Astrologen suchen - wie das zum Beispiel von US-Präsident Ronald Reagan bekannt war -, stoßen auf Unverständnis.

In Asien ist die Bedeutung der Mundanastrologie ungebrochen. In Indien oder China würden Staatsmänner eher auf Unverständnis stoßen, wenn sie nicht den Rat von Astrologen in den Staatsgeschäften suchten.

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Literatur

  • Nicholas Campion; Charles Harvey und Michael Baigent: Mundan - Astrologie. Handbuch der Astrologie des Weltgeschehens 455 Seiten. Edition Astrodata 1989 ISBN 978-3907029121
    Inhaltsverzeichnis: 1. Entwicklung der Mundan-Astrologie von den Baybloniern bis heute - 2. Politische Theorie - 3. Das Staatshoroskop - 4. Planetenzyklen und ihre Interpretation - 5. Das Große Jahr - 6. Ingresse, Mondphasen, Eklipsen - 7. Astrologie der Nationen - 8. Eine Studie des Zweiten Weltkrieges Leseprobe auf Astronode.de
  • Nicholas Campion: Das Buch der Welthoroskope. 664 Seiten. Edition Astrodata 1991 ISBN 978-3907029190
    Wichtige Daten und Quellen zu Ländern, Nationen und weltpolitischen Ereignissen. Hier sind die Horoskope praktisch aller Länder und Nationen abgebildet. Dazu werden in einem sehr fundierten Text die entsprechenden politischen und historischen Entwicklungen beschrieben. Leseprobe auf Astronode.de
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