Nikolaus Kopernikus

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Nikolaus Kopernikus

Nikolaus Kopernikus, 19.2.1473 um 17:13 Uhr in Thorn - 24.5.1543 in Frauenburg, wurde mit seiner Theorie von den Umläufen der Himmelskörper um die Sonne, die die Kopernikanische Wende nach sich zog, zu einem der bedeutendsten Astronomen des Abendlandes.

Inhaltsverzeichnis

Diskussion der Geburtszeit

Horoskop aus der Handschrift clm 27003
Nikolaus Kopernikus: Geburtshoroskop für 17:13 LMT
Horoskop bei Garcaeus
Geburtshoroskop für 18:56 LMT

Als tatsächlich überlieferte Geburtszeit, die auch die AstroDatabank[1] zitiert, gilt 17:00 Uhr LAT, was eine Zeit von 17:13 LMT ergibt.

Franciscus Junctinus gibt allerdings 16:48 Uhr an[2] (ohne Horoskopzeichnung), die gleiche Uhrzeit gibt ein Horoskop der anonymen Sammelhandschrift clm27003 an (nebenstehend). Garcaeus gibt als Datum den 10. Februar und eine Zeit von 16:38 an, dies sind möglicherweise Abschreibfehler. Anhand der beiden vorliegenden, deckungsgleichen historischen Horoskopzeichnungen von Garcaeus und der Handschrift clm 27003 (nebenstehend) ergibt sich jedoch eine andere Zeit. Möglicherweise ist es, wie an der Datums- und Zeitangabe bei Garcaeus erkennbar, zu Abschreibfehlern gekommen. Legt man die Horoskopzeichnung zugrunde, so ergibt sich in etwa eine Zeit von 18:56 (was in etwa 6:48 LAT entsprechen dürfte). Da die Horoskope in sich stimmig sind, können sie einen Hinweis auf die wirkliche Geburtszeit von Kopernikus darstellen.

Entwicklung des heliozentrischen Weltbilds

Das heliozentrische Weltbild[3] war schon im dritten vorchristlichen Jahrhundert von Aristarchos von Samos vertreten und begründet worden. Basierend auf eigenen und fremden Beobachtungen, die noch ohne Fernrohr gemacht wurden, arbeitete Kopernikus in jahrzehntelanger Arbeit ein mathematisches Modell dazu aus, das er erst in seinem Todesjahr veröffentlichen ließ. Aufgrund der zugrundegelegten Kreisbahnen (anstatt von Ellipsen) blieb es quantitativ fehlerbehaftet. Astronomie und Mathematik waren nur seine Nebenfächer beim Studium in Italien, denn von der Ausbildung her war er Jurist und Arzt, der als Domherr sowie Administrator hauptberuflich für das katholische Bistum Ermland in Preußen tätig war sowie fast vierzig Jahre ein Amt an der Kreuzkirche Breslau innehatte.

Im Jahre 1509 schuf Kopernikus in Heilsberg im Ermland den Commentariolus, in dem er die Theorie von der Sonne als Mittelpunkt der Planetenkreise und der durch die Drehung der Erde scheinbaren Bewegung der Fixsterne aufstellte (heliozentrisches Weltbild). Auch kündigte er in dieser Schrift eine mathematische Ausarbeitung seiner Theorien an. Den Commentariolus machte er jedoch nur Vertrauten zugänglich, um sich nicht dem Spott der Fachwelt auszusetzen. Erst drei Jahrzehnte später, kurz vor seinem Tode, veröffentlichte er dann sein Hauptwerk.

Obwohl er seine (sehr ungenaue) Annahme, dass die Gestirne Kreisbahnen um die Sonne beschreiben, nicht beweisen konnte, stellte Kopernikus das seit 1300 Jahren unbestrittene (und von der katholischen Kirche nach ihren religionsideologischen Bedürfnissen abgewandelte) geozentrische Weltbild des Ptolemäus in Frage.

Inzwischen gilt als gesichert, dass Kopernikus durch die heliozentrische Theorie des antiken Astronomen Aristarchos von Samos entscheidend angeregt wurde. Jedoch erst Johannes Kepler verfestigte die Richtigkeit des heliozentrischen Weltbildes, indem er berechnete, dass die Planeten in elliptischen Bahnen um die Sonne ziehen.

Die Freunde des Kopernikus, besonders Bischof Tiedemann Giese und Nikolaus Kardinal von Schönberg, sowie Johannes Dantiscus von Höfen versuchten jahrzehntelang, Kopernikus zur Veröffentlichung seiner astronomischen Arbeiten zu bewegen. Lange zögerte er damit, möglicherweise weil seine teilweise letztlich ungenauen, auf Aristoteles' Annahmen als Kreis als idealharmonisch-vollkommenem mathematischen Gebilde beruhenden Berechnungen der Planetenbahnen in Kreisumläufen um die Sonne nicht durch Beobachtungen gestützt werden konnten und deshalb eine Ablehnung durch das wissenschaftliche oder kirchliche Establishment zu befürchten war. Wegen der unzureichenden Annahme der Kreisbahnen konnte Kopernikus seine Kritiker letztlich nicht zwingend widerlegen.

Seite aus "De revolutionibus orbium colestium, Buch 1, Kap. 10

Mit Hilfe von Georg Joachim Rheticus wurde schließlich 1540 vorab die Narratio prima bei Rhode in Danzig gedruckt. Kurz vor Copernicus' Tod im Jahre 1543 folgte dann bei Johannes Petreius in Nürnberg die Veröffentlichung des Papst Paul III. gewidmeten Hauptwerkes De Revolutionibus Orbium Coelestium („Von den Umdrehungen der Himmelskörper“). In dessen berühmtestem Absatz heißt es:

„Die erste und oberste von allen Sphären ist die der Fixsterne, die sich selbst und alles andere enthält […]. Es folgt als erster Planet Saturn, der in dreißig Jahren seinen Umlauf vollendet. Hierauf Jupiter mit seinem zwölfjährigen Umlauf. Dann Mars, der in zwei Jahren seine Bahn durchläuft. Den vierten Platz in der Reihe nimmt der jährliche Kreislauf ein, in dem, wie wir gesagt haben, die Erde mit der Mondbahn als Enzykel enthalten ist. An fünfter Stelle kreist Venus in neun Monaten. Die sechste Stelle schließlich nimmt Merkur ein, der in einem Zeitraum von achtzig Tagen seinen Umlauf vollendet. In der Mitte von allen aber hat die Sonne ihren Sitz.“
„Denn wer möchte sie in diesem herrlichen Tempel als Leuchte an einen anderen oder gar besseren Ort stellen als dorthin, von wo aus sie das Ganze zugleich beleuchten kann? Nennen doch einige sie ganz passend die Leuchte der Welt, andere den Weltengeist, wieder andere ihren Lenker, Trismegistos nennt sie den sichtbaren Gott, die Elektra des Sophokles den Allessehenden.“
„So lenkt die Sonne, gleichsam auf königlichem Thron sitzend, in der Tat die sie umkreisende Familie der Gestirne. Auch wird die Erde keineswegs der Dienste des Mondes beraubt, sondern der Mond hat […] mit der Erde die nächste Verwandtschaft. Indessen empfängt die Erde von der Sonne und wird mit jährlicher Frucht gesegnet.“

Werke (Auswahl)

deutschsprachige Übersetzung

  • Über die Kreisbewegungen der Weltkörper. Übersetzt und mit Anmerkungen von C.L. Menzzer; durchgesehen und mit einem Vorwort von Moritz Cantor. Hrsg. von dem Coppernicus-Verein für Wissenschaft und Kunst zu Thorn (1879) Online bei archive.org

Quellen

  1. AstroDatabank, dort jedoch nach dem gregorianischen Kalender angegeben.
  2. Speculum astrologiae, S. 1141
  3. Biografie von Kopernikus auf Wikipedia