Orion

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Sternbild Orion
Die markanten Sterne des Orion

Inhaltsverzeichnis

Mythologie

Orion[1] ist eine der schillerndsten Figuren der griechischen Mythologie. Als riesiger und starker Jäger lebte er in Böotien und Kreta. Bei der Jagd wurde er von seinen Jagdhunden Sirius und Procyon begleitet, die auch am Himmel sein Sternbild umgeben. Seine Herkunft ist widersprüchlich: manchmal ist er der Sohn von Poseidon und der Gorgone Euryale, manchmal hat er gleich drei Väter, nämlich Poseidon, Zeus und einen Dritten (Hermes oder Ares). Alle drei mischten ihren Samen in einem Beutel aus Stierhaut. Von Zeus hat er daher seine Begeisterung für erotische Abenteuer, und Poseidon vererbte ihm die Fähigkeit über Wasser zu gehen.

Seine Gattin Side wurde von Hera in den Tartaros hinab gestoßen, da sie sich zu sehr ihrer Schönheit rühmte.

  • Nach der Sage um Oenopion, einem Sohn des "Weingottes" Dionysos, verliebte sich dessen Tochter Merope in Orion, aber Oenopion stimmte der Vermählung nicht zu. Vor Wut vergewaltigte Orion sie, wofür ihm ihr Vater die Augen ausstach, nachdem er ihn mit Wein betrunken gemacht hatte. Hephaistos ermöglichte es Eos, der Göttin der Morgenröte, Orions Sehkraft wieder herzustellen, indem er ihm den Schmied Cedalion schickte, um ihn zum Sonnenaufgang zu führen. Orion schwor, Rache an Oenopion zu nehmen, aber Hephaistos half Oenopion und versteckte ihn unterirdisch, so dass Orion ihn nicht finden konnte. Stattdessen ließ er sich Eos zuliebe auf der Insel Delos nieder. Eos verliebte sich in ihn, worauf er aus Eifersucht von Artemis mit Pfeilen getötet wird. Später versetzt Artemis den Jäger Orion aus Reue als Sternbild an den Himmel, wo er noch heute den schönen Plejaden nachstellt - die Plejaden gehen als Siebengestirn kurz vor Orion auf und unter.
  • Eine andere Geschichte sieht Orion als einen übereifrigen Jäger, der alle wilden Tiere des Erdkreises töten wollte. Gaia (die Erde selbst), Artemis oder auch Hera brachten daraufhin einen Skorpion hervor, der Orion durch einen Stich tötete. Der Heiler Asklepios versuchte vergeblich ihn zu retten. Daraufhin wurden Orion und der Skorpion als Sternenbilder in den Himmel versetzt, wo sie sich immer noch jagen. (Orions Sternbild ist in den Wintermonaten zu sehen, das des Skorpions zur Sommerzeit, beide gleichzeitig jedoch fast nie.) Auch Asklepios wurde als Sternenbild Schlangenträger am Nachthimmel verewigt. Andere Varianten zu seinem Tod siehe unter Artemis (Mythologie).
  • Eine weitere Legende gibt Orion als Sohn einer der Artemis (= Diana) zugehörigen Nymphen aus, die als Begleiterinnen der jungfräulichen Göttin der Jagd ebenfalls jungfräulich zu bleiben hatten. Das geht aber nicht, wenn Göttervater Zeus ein Auge auf ein weibliches Wesen geworfen hat. Als die Schwangerschaft offensichtlich wurde, verwandelte die Göttin der Jagd ihre Nymphe in eine Bärin. Sie gebar den Orion in Menschengestalt, der in einer Familie von Hirten aufgezogen wurde. Orion wuchs zu einem großen Jäger heran. Einstmals sei ihm bei der Jagd eine Bärin über den Weg gelaufen, ohne dass er seine Mutter erkannt habe. Die Bärin richtete sich auf den Hintertatzen auf und breitete ihre Vordertatzen aus, um ihren Sohn zu umarmen. Der verstand das als Angriff und erschoss die Bärin. Wegen dieser Mutter-Sohn-Tragödie wurden sowohl der Große Bär wie auch Orion an den Himmel gehoben.

Bei den Germanen hieß das Sternbild „Die drei Jäger“.


Wichtige Fixsterne

Name Katalogname Mag ekl. Breite Pos. 1900 Pos. 1950 Pos. 2000 Pos. 2050 Natur (Ptolemäus)
Tabit π3-Orionis 3.9 15°23' s 10°31' Gem.gif 11°13' Gem.gif 11°56' Gem.gif 12°38' Gem.gif Jupiter/ Saturn
Rigel β-Orionis 0.12 30°37' s 15°26' Gem.gif 16°08' Gem.gif 16°50' Gem.gif 17°32' Gem.gif Jupiter/ Saturn (Mars1)
Bellatrix γ-Orionis 1.7 16°49' s 19°34' Gem.gif 20°15' Gem.gif 20°57' Gem.gif 21°39' Gem.gif Mars/ Merkur
Mintaka δ-Orionis 2.5 22°53' s 20°59' Gem.gif 21°40' Gem.gif 22°22' Gem.gif 23°04' Gem.gif Saturn/ Merkur
Ensis/ Orionnebel 42 M-Orionis (4.0) 27°50' s 21°35' Gem.gif 22°17' Gem.gif 22°59' Gem.gif 23°41' Gem.gif Mars/ Mond
Hatsya, Nair al Saif ι-Orionis 2.9 27°19' s 21°37' Gem.gif 22°18' Gem.gif 23°00' Gem.gif 23°42' Gem.gif Jupiter/ Saturn
Alnilam ε-Orionis 1.8 24°03' s 22°05' Gem.gif 22°46' Gem.gif 23°28' Gem.gif 24°10' Gem.gif Jupiter/ Saturn
Meissa/ Heka λ-Orionis 3.7 13°22' s 22°19' Gem.gif 23°01' Gem.gif 23°43' Gem.gif 24°25' Gem.gif Jupiter/ Saturn
Alnitak ζ-Orionis 2.0 23°22' s 23°18' Gem.gif 23°59' Gem.gif 24°41' Gem.gif 25°23' Gem.gif Jupiter/ Saturn
Saiph κ-Orionis 2.2 31°42' s 25°01' Gem.gif 25°42' Gem.gif 26°24' Gem.gif 27°06' Gem.gif Mars/ Saturn
Beteigeuze/
Betelgeuse
α-Orionis 0.2-1.5 16°02' s 27°22' Gem.gif 28°04' Gem.gif 28°45' Gem.gif 29°28' Gem.gif Mars/ Merkur
  • η-Orionis (Algiebba, mag 3.4) ist in den Swiss Ephemeris nicht enthalten, kann aber mit Ensis gleichgesetzt werden.
  • θ-Orionis, das Trapezium, sind vier zentrale Sterne im Orionnebel (Ensis).

1 Laut Vivian Robson nach späteren Autoren[2].

Wirkung

Claudius Ptolemäus

Nach Ptolemäus wirken die hellen Sterne des Orion wie Jupiter und Saturn, mit Ausnahme der Schultersterne Beteigeuze und Bellatrix, die Mars und Merkur angehören[3].

Manilius

Manilius beschreibt in seiner Astronomica[4] die Wirkung des Orion (eventuell auch nur des Oriongürtels ("Iugulae" wird mal als Orion, mal aber auch nur als sein Gürtel übersetzt) wie folgt:

Nun will ich Nachbarn des Krebses besingen, mit welchem zur linken
Seite die Iugulae aufgehn. In ihrem Hauche Geborne
huldigen dir, Meleager, den ferne Flammen verzehrten,
der du im Tod das Doppelgeschenk deiner Mutter zurückgabst,
dessen Leben schon vor dem Erlöschen allmählich verbrannt ist,
dir auch, der Atalantes Kampfspiel zu meistern versuchte,
wie auch dem Mädchen, das kämpfte in kalydonischen Klüften,
Männern zuvorkam, sowie das Wild, dessen Anblick für Mädchen
allzu gewaltig war, durch die erste Wunde erlegte.
Und wie die Wälder Akataeon bewundern mussten, bevor ihn
Hunde als edelstes Wild zerfleischten, so gelten auch sie als
Jäger und sperren die Fluren durch Netze, die Berge durch Blendzeug.
Tückische Fallgruben legen sie an und verlässliche Schlingen,
fangen das hastende Wild mit nach Füßen schnappenden Fallen
oder erlegen's mit Hund und Speer und schleppen den Fang heim.
Andern macht's Spaß, auf dem Meere verschiedene Arten von Tieren
eingefangen zu haben, die Körper von Monstern, in dunkle
Tiefe getaucht, auf den sandigen Stränden niederzulegen,
das durch die Strömungen schreckliche Meer zu Kriegen zu reizen
und durch Versenken von Netzen die unsteten Ströme zu sieben
und eine spurlose Beute, die zweifelhaft ist, zu verfolgen,
weil das Land viel zu wenig Leckeres bietet, der Magen
Landwild verschmäht und auch Nereus vom Meer seinen Gaumen befriedigt.

Quellen

  1. Quelle der Mythologie: Wikipedia
  2. Vivian Robson: Fixsterne - Bedeutung und Konstellationen im Horoskop, S. 50. Hugendubel-Verlag München 1990 ISBN 3880344612
  3. Claudius Ptolemäus: Tetrabiblos. Seite 43. 2. Auflage Chiron Verlag Tübingen ISBN 3925100172
  4. Marcus Manilius: Astronomica - Astrologie. Lateinisch-deutsch. Übersetzt und herausgegeben von Wolfgang Fels. Reclam Verlag Stuttgart ISBN 978-3150185551 Buch 5, Verse 174-196