Projektion

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Der einer Dia-Show analoge Projektionsvorgang

Projektion ist ein Begriff aus der Psychologie, demzufolge jemand eigene Persönlichkeitsanteile, die er allerdings nicht als solche erkennt, in der Außenwelt wiederfindet und wahrnimmt. Dies ist ein unbewusster Prozess. Es kann sowohl etwas "Gutes" (Erstrebtes), als auch etwas "Schlechtes" (Abgelehntes) projiziert werden. Und es muss nicht unbedingt ein anderer Mensch der Empfänger oder Träger einer Projektion sein. Es kann sich beispielsweise ebensogut um eine Idee handeln oder um eine andere Kultur, um ein fernes Land. In einer konkreten (projektiv überlagerten) Situation rufen äußere Eindrücke ein inneres Bild auf den Plan, wird jeweils ein schon vorhandenes, bereitliegendes "Negativ" eingelegt (einem Dia-Projektor vergleichbar). Symptom einer Projektion ist das Gefühl von Unvollständigsein; ihr Ergebnis ist eine illusionäre statt eine nüchtern-reale Beziehung zur Umwelt.

Eine Projektion geschieht etwa, wenn jemand Schwierigkeiten hat, sich durchzusetzen, und ihm Durchsetzungsschwäche immer wieder bei anderen Menschen auffällt.

Projektion ist nicht unbedingt etwas Nachteiliges, wie Howard Sasportas beschreibt: "Ein projiziertes Bild ist ein im eigenen Inneren verborgenes Potential. Wenn es notwendig wird, dass das Bild zutage tritt, besteht der erste Schritt oft darin, es in jemand anderem wahrzunehmen. Im positiven Fall erkennen wir dann, dass es etwas mit uns zu tun hat, und nehmen es bewusst in uns auf."[1] Ziel ist es, Projektionen in die eigene Persönlichkeit zu integrieren, und dabei kann die Astrologie gute Dienste leisten, denn das Horoskop bildet alle Seiten eines Menschen ab, die geliebten wie die ungeliebten, die Licht- und die Schattenseiten.

Die Neigung zu projizieren, erkennt man im Horoskop vor allem am Deszendenten, dem Du-Punkt im Horoskop, an der Besetzung des siebten Hauses, wie auch öfter bei Planeten, die im Geburtshoroskop in Opposition zueinander stehen. Allgmein entstehen positive wie negative Projektionen eher, wenn Planeten-Konstellationen sich im dritten oder vierten Quadranten befinden, gerne auch am MC oder im zehnten Haus (Vorgesetzte, Staat), oder klassisch mit dem neunten Haus verbunden (Ausland, Ausländer). Auch ein nicht oder nur schwach besetztes Element oder ein eingeschlossenes Zeichen, sowie alle schwierigen Themen liefern Hinweise darauf, wo der Horoskopeigner möglicherweise projiziert. Der so genannte Schatten wird ebenso projiziert erlebt; sein Merkmal ist die besondere Heftigkeit, mit der der Betreffende es ablehnt, bestimmte Persönlichkeitsanteile als zu ihm gehörig wahrzunehmen, und in der Folge die ständige Konfrontation mit diesen Themen.

Insbesondere der Astrologe und "Schattenarbeiter" Akron beschäftigt sich in seinem Astrologie-Handbuch[2] internsiv mit Projektionen und wie sie im eigenen Inneren hervorgerufen werden.

Manche Astrologen sind sogar, wie der Psychologe C.G. Jung , der Meinung, dass die Astrologie selbst im Grunde wie ein Projektionsvorgang funktioniert. In einem Brief von 1960, am Ende seines Lebens, erklärte Jung die astralen Mythen als rein archetypische Bilder, mit denen die Qualität der jeweiligen Zeitmomente intuitiv erfasst werden könne. Bei der Astrologie handle es sich um eine Projektion psychologischen Urwissens auf die Sterne - getreu jenem zutiefst menschlichen Reflex, ausgerechnet "im Weitesten das Nächste" zu suchen.[3]

Es scheint sich abzuzeichnen, dass das Kuipergürtel-Objekt Quaoar mit dem Erkennen und gezielten Beeinflussen von Projektionen in Beziehung steht.

Quellen und Literatur

  1. Howard Sasportas: Astrologische Häuser und Aszendenten. München 1987. S. 99.
  2. Akron: Das Astrologie-Handbuch. Charakteranalyse und Schicksalsdeutung, Hugendubel Verlag München 2001, ISBN 978-3880347984; Leseprobe
  3. s. auch den Artikel von Richard Vetter, Der subjektive und projektive Charakter der Astrologie, in Meridian 3/ 2005 online