Psychologische Astrologie
Aus Astrowiki-de
Ein wichtiges Teilgebiet der zeitgenössischen Astrologie. Die psychologische Astrologie gehört ihrerseits zur Individualastrologie. Sie sieht das Horoskop als Abbild seelischer Anlagen. Es gilt, dieses zu verstehen und sich auf diese Weise selbst besser kennen zu lernen und im Idealfall mit allen Licht- und Schattenseiten anzunehmen.
Wesentlichen Anstoss zur Entwicklung einer psychologischen Astrologie hatten besonders die tiefenpsychologischen Konzepte von Sigmund Freud und vorallem C.G. Jung gegeben. Erste Rezeptionen ihrer und der Theorien ihrer Schüler in astrologischen Werken und Deutungen erfolgten ab den 1920er Jahren, eine breitere Wirkung setzte ab den 1960er Jahren ein, um dann ausgehend von den 1970er Jahren mit der verstärkten Abkehr von schematischen, ereignisorientierten und schicksalshaften astrologischen Deutungen eine breite Wirkung zu entfalten.
Ein beratender Astrologe mit psychologischer Orientierung enthält sich in der Regel jeder Wertung bei der Deutung eines Horoskops. Er betont die Verantwortung und den freien Willen des Horoskopeigners und bespricht mit diesem Anlagen und Chancen, aber auch Schwächen und gegebenenfalls Verdrängtes und Projiziertes (Projektion, Schatten).
Prognosen werden im Rahmen der psychologischen Astrologie insofern gestellt, als die Frage aufgeworfen wird, wie aufgrund von aktuellen Auslösungen eine Entwicklung der Persönlichkeit möglich ist. Die aufgrund verschiedener Prognosemethoden angesprochenen Themen und Trends, die sich in der näheren Zukunft abzeichnen, werden auf Chancen und Gefahren hin besprochen, und man sucht nach konstruktiven Möglichkeiten, damit umzugehen.
Eine Beratung bei einem psychologisch orientierten Astrologen darf jedoch nicht mit Psychotherapie gleichgesetzt werden.
Von Seiten der Astrologen besteht eine intensive Auseinandersetzung mit der Psychologie. Viele haben eine psychologische Ausbildung. Umgekehrt gibt es zwar auch viele Psychologen, die mit der Astrologie arbeiten, doch dies scheint mehr auf einer inoffiziellen Ebene zu geschehen, müssen doch Psychologen, die die Astrologie in ihre Behandlungsformen einbeziehen, unter Umständen mit beruflicher Diskriminierung rechnen.[1]
Bedeutende psychologische Astrologinnen und Astrologen
- Arroyo, Stephen
- Greene, Liz
- Kühr, Erich Carl
- Meyer, Hermann
- Orban, Peter
- Riemann, Fritz
- Ruperti, Alexander
- Sasportas, Howard
- Tarnas, Richard
- Xylander, Ernst von
Quellen und Literatur
- ↑ Christine Ruf: Macht der Projektionen. In: Meridian 1/2000. S. 24ff.
- Romankiewicz, Brigitte: Spielfeld der Götter. C.G. Jungs Archtypenlehre und die Astrologie. Chiron-Verlag, Tübingen 2002.
| Spezieller Urheberrechtsvermerk für diese Seite |
