Psychologische Astrologie
Ein wichtiges Teilgebiet der zeitgenössischen Astrologie. Die psychologische Astrologie gehört ihrerseits zur Individualastrologie. Sie sieht das Horoskop als Abbild seelischer Anlagen. Es gilt, dieses zu verstehen und sich auf diese Weise selbst besser kennen zu lernen und im Idealfall mit allen Licht- und Schattenseiten anzunehmen.
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Ursprung
Wesentlichen Anstoss zur Entwicklung einer psychologischen Astrologie hatten besonders die tiefenpsychologischen Konzepte von Sigmund Freud und vorallem C.G. Jung gegeben. Erste Rezeptionen ihrer und der Theorien ihrer Schüler in astrologischen Werken und Deutungen erfolgten ab den 1920er Jahren, eine breitere Wirkung setzte ab den 1960er Jahren ein, um dann ausgehend von den 1970er Jahren mit der verstärkten Abkehr von schematischen, ereignisorientierten und schicksalshaften astrologischen Deutungen eine breite Wirkung zu entfalten.
Vorgehensweise
Ein beratender Astrologe mit psychologischer Orientierung enthält sich in der Regel jeder Wertung bei der Deutung eines Horoskops. Er betont die Verantwortung und den freien Willen des Horoskopeigners und bespricht mit diesem Anlagen und Chancen, aber auch Schwächen und gegebenenfalls Verdrängtes und Projiziertes (Projektion, Schatten).
Prognosen werden im Rahmen der psychologischen Astrologie insofern gestellt, als die Frage aufgeworfen wird, wie aufgrund von aktuellen Auslösungen eine Entwicklung der Persönlichkeit möglich ist. Die aufgrund verschiedener Prognosemethoden angesprochenen Themen und Trends, die sich in der näheren Zukunft abzeichnen, werden auf Chancen und Gefahren hin besprochen, und man sucht nach konstruktiven Möglichkeiten, damit umzugehen.
Eine Beratung bei einem psychologisch orientierten Astrologen darf jedoch nicht mit Psychotherapie gleichgesetzt werden.
Von Seiten der Astrologen besteht eine intensive Auseinandersetzung mit der Psychologie. Viele haben eine psychologische Ausbildung. Umgekehrt gibt es zwar auch viele Psychologen, die mit der Astrologie arbeiten, doch dies scheint mehr auf einer inoffiziellen Ebene zu geschehen, müssen doch Psychologen, die die Astrologie in ihre Behandlungsformen einbeziehen, unter Umständen mit beruflicher Diskriminierung rechnen.[1]
Spezielle Ausprägungen
Revidierte Astrologie
Der Begriff Revidierte Astrologie, auch Revidierte Klassik genannt, wurde von Thomas Ring geprägt und sollte eine zeitgemäße weltanschauliche Weiterentwicklung der klassischen Astrologie im 20. Jahrhundert darstellen. Die philosophische Zusammenfassung der sogenannten revidierten Astrologie liegen in den Bänden Astrologische Menschenkunde vor.
Ring bestreitet den Einfluss der Gestirne im mechanischen Sinn. Er wendet sich gegen starre Deutungsregeln, jede Form von Determinismus sowie konkrete Ereignisprognosen. Außerdem sprach er von den Aussagegrenzen des Horoskops. Demnach können bestimmte Angaben wie der Zeitpunkt des Todes, das Geschlecht sowie die Entwicklungs- und Intelligenzhöhe dem Horoskop nicht entnommen werden. Die Revidierte Astrologie hat viele moderne astrologische Richtungen, insbesondere die psychologische Astrologie, entscheidend beeinflusst.
Vereinfachend werden, gerade im deutschsprachigen Raum Astrologen, die sich gegen den Determinismus und für Aussagegrenzen des Horoskops aussprechen, als Vertreter der revidierten Astrologie bezeichnet, häufig fallen hier Namen wie Herbert Freiherr von Klöckler oder Erich Carl Kühr. Da beide aber in mehreren Punkten abweichende Ansätze vertraten, ist dies nur zum Teil richtig.
Humanistische Astrologie
Eine weniger auf die reine Selbsterkenntnis sondern stärker auf das Persönlichkeitswachstum und Lebensperspektiven ausgerichtete Variante der psychologischen Astrologie ist die humanistische Astrologie, die von Dane Rudhyar begründet wurde.
Bedeutende psychologische Astrologinnen und Astrologen
- Oscar A. H. Schmitz (Entwarf bereits den 1920er Jahren eine psychologische Astrologie; unter Carl Gustav Jung arbeitete er später als Analytiker.)
- Stephen Arroyo
- Liz Greene
- Erich Carl Kühr
- Hermann Meyer
- Peter Orban
- Fritz Riemann
- Dane Rudhyar (siehe auch humanistische Astrologie
- Alexander Ruperti (siehe auch humanistische Astrologie)
- Howard Sasportas
- Richard Tarnas
- Ernst von Xylander
Quellen und Literatur
- ↑ Christine Ruf: Macht der Projektionen. In: Meridian 1/2000. S. 24ff.
- Romankiewicz, Brigitte: Spielfeld der Götter. C.G. Jungs Archtypenlehre und die Astrologie. Chiron-Verlag, Tübingen 2002.
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