Quadrant
Jedes Horoskop ist in vier Quadranten unterteilt, die sich aufgrund des durch die Horizontachse sowie Vertikalachse gebildeten Achsenkreuzes ergeben (Ausnahme: Äquales Häusersystem). Jeder Quadrant umfasst drei Häuser, erst ein kardinales, dann ein fixes und zum Abschluss ein veränderliches (Qualität). Die Quadranten sind in der Regel unterschiedlich groß. Ihre genaue Ausdehnung hängt von dem Ort und der Zeit ab, auf die das Horoskop erstellt wurde. In Mitteleuropa (um 50 Grad nördliche Breite) sind die Quadranten dann gleich groß, wenn sich der Aszendent in der zweiten Hälfte Jungfrau oder in der ersten Hälfte Waage sowie gegenüber in der zweiten Hälfte Fische oder in der ersten Hälfte Widder befindet. Die Quadrantenaufteilung ist in einem Horoskop unabhängig vom Häusersystem, da die vier Achsen feststehen und nicht vom Häusersystem tangiert werden.
Die Quadranten werden wie die Häuser gegen den Uhrzeigersinn gezählt: Das erste bis dritte Haus bilden den ersten Quadranten, das vierte bis sechste den zweiten, das siebte bis neunte den dritten und das zehnte bis zwölfte den vierten.
Die unterschiedliche Prägung der Quadranten ergibt sich aus der Achseneinteilung. Die Osthälfte des Horoskops gilt als Ich-Hälfte, die Westhälfte als Du-Hälfte. Die obere Hälfte (Taghälfte) repräsentiert das Außen, die untere (Nachthälfte) das Innen. Somit steht der erste Quadrant für das "Innen-Ich", der zweite für das "Innen-Du", der dritte für das "Außen-Du" und der vierte für das "Außen-Ich".
- Im ersten Quadranten (Feuer-Quadrant[1]) kommen die Themen zum Ausdruck, die das Selbst unmittelbar umsetzen will. Diese Themen drängen sich im Leben besonders stark auf, sie können nicht oder nur mit Kraftanstrengung verdrängt werden. Der erste Quadrant wird am direktesten von allen erfahren. Die dort angesiedelten Planetenenergien gestalten aktiv die Persönlichkeit.
- Im zweiten Quadranten (Wasser-Quadrant[1]) geht es um den Kontakt mit dem anderen auf einer inneren, seelischen Ebene. Dieser Abschnitt wird deshalb auch als "seelischer Quadrant" bezeichnet. In ihm finden sich die Themen, die ein Mensch zusammen mit anderen erleben will, um daraus den inneren Wachstumsprozess voranzubringen.
- Im dritten Quadranten (Luft-Quadrant[1]) geht es um den direkten Kontakt mit der Außenwelt. Er zeigt an, welche Vorstellungen die betreffende Person von einer Partnerschaft hat und wie diese auch in schwierigen Zeiten verwirklicht werden kann. Weiterhin zählen dazu offizielle Kontakte mit der Gesellschaft, etwa in Form von Verträgen. Der dritte Quadrant bringt auch zum Ausdruck, was in den ersten beiden gelernt und integriert werden konnte.
- Im vierten Quadranten (Erd-Quadrant[1]) geht es darum, die eigenen Themen nach außen zu bringen und damit Wirkung in der Öffentlichkeit zu erzielen. Dieser Quadrant geht über die Selbstverwirklichung des ersten hinaus. Das, was als Bestandteil der eigenen Persönlichkeit erkannt und erarbeitet wurde, drängt nun nach außen. Dabei geht es um überpersönliche Themen, denn der vierte Quadrant hat nicht die Subjektivität des ersten. Es ist wichtig, dass die Aufgaben des ersten Quadranten gelöst werden und der Selbstausdruck entwickelt wird, denn sonst bleibt der vierte Quadrant mit seinem Anspruch unklar und verschwommen.
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Quellen
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 Israel Regardie: Das magische System des Golden Dawn, Band l. Verlag Herman Bauer Freiburg im Breisgau 1987. Kapitel: Shem Ha- Mephoresch — der 72- fältige Name.
"Die erste Abteilung von drei Zeichen steht unter der Herrschaft des Jod, dem Buchstaben des Feuers. Die zweite Abteilung von drei Zeichen, geführt vom Wasserzeichen Krebs, steht unter der Herrschaft des Heh, des Buchstaben des Wassers. Die dritte Abteilung von drei Zeichen, geführt vom Luftzeichen Waage, steht unter der Herrschaft des Vau, des Buchstaben der Luft. Und die vierte Abteilung von drei Zeichen, geführt vom Erdzeichen Steinbock, steht unter der Herrschaft des endenden Heh, des Buchstaben der Erde.