Quadrat

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Das T-Quadrat: Zwei Quadrate und eine Opposition

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Synonyme:

  • Geviertschein (veraltet)
  • Quadratschein

Ein Aspekt, bei dem sich zwei Horoskopfaktoren zueinander im Winkelabstand von neunzig Grad befinden (rechter Winkel). Ein Quadrat gilt als starker analytischer Aspekt. Die beteiligten Planeten gehören im Normalfall Zeichen derselben Qualität, aber unterschiedlichen Elementen an.

Deutung

Quadrate haben ein hohes Konfliktpotenzial, und stellen für die Betroffenen eine große Herausforderung dar. Die Beziehung der beteiligten Planeten ist spannungsreich, widersprüchlich, einander ausbremsend oder aber übersteuernd. In der wertenden Terminologie früherer Zeiten wurde das Quadrat deshalb als hemmender oder "harter" Aspekt bezeichnet.[1]

Die gegenwärtige, vor allem westliche und Psychologische Astrologie betont hingegen die spezielle Aufgabe solcher "herausfordernden" Konstellationen. In den Quadraten, die ein Horoskop aufweist, zeigt sich in dieser Sicht, woran der Horoskopeigner arbeiten muss, und welche Prüfungen er zu bestehen hat, um zu einer reifen Persönlichkeit zu werden. Quadrate gelten als ständiger Anstoß, nicht in Lethargie oder Selbstgefälligkeit zu verfallen. Wichtig für den konstruktiven Umgang mit ihnen ist, sich ihrer positiven Funktion zum persönlichen Wachstum bewusst zu werden, statt nur über die auftretenden Schwierigkeiten zu lamentieren oder gar projektiv andere Menschen dafür verantwortlich zu machen.

Häuserquadrat

Ein anderes Verständnis für die Qualität des Quadrates ermöglicht die Ableitung aus den vom Quadrat betroffenen Häusern (siehe auch Mundanaspekt und Quadranten) nach Nicolaus Klein. Dieser Vorstellung liegt das Achsenkreuz zugrunde, welches im Tierkreis natürlicherweise die Äquinoktinalachse mit der Solstizienachse bildet. Die analogen Achsen stehen im Tierkreis immer in einem Winkelverhältnis von neunzig Grad (z.B. 0° Widder zu 0° Krebs), sind einander per Definition gegenläufig, reiben sich.[2]

Nach der Analogie der Tierkreiszeichen zu den astrologischen Häusern entspricht das erste Haus dem Widder, das zweite dem Stier, usw. Ebenso, wie beispielsweise das Zeichen Widder immer in einem Zeichenquadrat zum Steinbock steht, wird dies nun auf die Häuser bezogen. Somit wird das erste Haus in der Häuser-Deutung immer als in einem Quadrat zum zehnten Haus befindlich gedeutet; die Aspektierung der Tierkreiszeichen untereinander wird also auf die Aspektierung der Häuser übertragen.[3]

Da ja das Quadrat ein spannungsgeladener Aspekt ist, mit Energien, die als schwer miteinander vereinbar gelten, und deren konstruktives Zusammenspiel in der Regel erst mühevoll gelernt werden muss, trifft dies auch auf die Häuserquadrate zu.

  • Beispiel:

Das siebte Haus, beginnend am Deszendenten, steht in einem Häuserquadrat zum Medium coeli. Sehr oft wird in der Gesellschaft das Thema des siebten Hauses, also Partnerschaft (Ehe), und das Thema des zehnten Hauses (Beruf, Arbeitsstelle, usw.), als im Konflikt miteinander erlebt. Wird etwa dem Beruf zuviel Zeit gewidmet, leidet darunter nicht selten die Ehe. Steckt man dagegen viel Zeit (und Liebe) in die Partnerschaft, kommt das Berufliche gerne zu kurz. Jede dieser Situationen ist unbefriedigend. Hier einen Ausgleich/ eine Lösung zu finden, der beiden Bereichen das richtige Maß an Aufmerksamkeit und Einsatz zukommen lässt, ist für viele eine lebenslange Herausforderung. Doch, wie es bei Quadraten so ist, bedingen und ergänzen sich beide oft auch: erst eine glückliche Ehe bildet dann die Grundlage, sich gerne im Beruf zu engagieren; andererseits ist aber der Beruf Voraussetzung dafür, die Partnerschaft finanzieren und erhalten zu können, bzw. sie emotional nicht zu überfrachten.

Dass - auch bei einem (Häuser-)Quadrat - das Eine nicht ohne das andere sein kann, bzw. sie sich wechselseitig bedingen, zeigt folgendes, allgemeiner formulierte Beispiel: Das erste und das zehnte Haus eines Horoskopes stehen im Quadrat zueinander.[4] Das erste Haus verkörpert nun u.a. die Initiative und Tatkraft, um ein Ziel zu erreichen, auch um eine bleibende Struktur zu erschaffen (= zehntes Haus). Andererseits finden Disziplin oder Verantwortung (= zehntes Haus) ihre "Basis" (abgeleitetes viertes Haus von Zehn = erstes Horoskop-Haus) in ebendieser Tatkraft (erstes Haus)[5].

Anmerkungen und Quellen

  1. Die "harte", "eckige" Qualität von Quadraten ist auch der Hintergrund, warum Anthroposophen rechte Winkel in ihren Architektur vermeiden.
  2. In einem konkreten Individualhoroskop liegen die Horizontachse (Aszendent - Deszendent) und die Vertikalachse (IC - MC) jedoch in den seltensten Fällen in einem exakten Quadratverhältnis. Sie können - je nach geografischer Breite, Tages- und Jahreszeit, ganz unterschiedliche Winkelverhältnisse zueinader einnehmen; selbst Trigon und Sextil kommen dabei durchaus vor.
  3. Um begrifflich klar zu trennen, sollte jedoch, wenn man in dieser Analogie argumentiert, unterschieden werden zwischen Winkelaspekten (also z.B. "Quadrat") und Häuseraspekten (z.B. erstes vs. zehntes Haus). Ein Häuserquadrat muss eben kein Winkelquadrat sein; hat aber dennoch vergleichbare astrologische Eigenschaften.
  4. Mit einem Quadrat-Aspekt zwischen einem Planeten auf dem AC und einem auf dem MC wäre dies anschaulicher.
  5. Nicolaus Klein schuf in Die Systematik des astrologischen Häusersystems. Hugendubel, München 1988, lediglich durch die abgeleiteten Häuser, auch ohne reale Aspekte, eine sehr differenzierte Deutungsweise. Mit seiner Methode gewinnen die bekannten großen Aspekte so eine weiterführende Dimension und Bedeutung