Saroszyklus
Alle 18 Jahre und 10 bis 11 Tage findet eine Finsternis an ungefähr derselben Stelle im Tierkreis statt, genauer gesagt: um 10 1/2 Grad im Tierkreis nach vorne verschoben (zu einer Finsternis kommt es immer dann, wenn Neumond bzw. Vollmond im Bereich der Mondknoten stattfinden). Dies ist eine Sarosperiode.
Die erste Finsternis eines Saroszyklus ist eine partielle Finsternis, die in weitest möglichem Abstand zur Mondknotenachse stattfindet. Bei einer partiellen Finsternis ist die Sonne (im Fall einer Sonnenfinsternis) bzw. der Mond (im Fall einer Mondfinsternis) nur teilweise bedeckt. Diese Bedeckung nimmt bei jeder weiteren, in 18-jährigem Abstand stattfindenden Finsternis zu, was bedeutet, dass sich der Neumond (im Fall einer Sonnenfinsternis) bzw. der Vollmond (im Fall einer Mondfinsternis) immer mehr der Mondknotenachse annähert, bis sie schließlich den Orbisbereich (Orbis) der Mondknotenachse betreten, innerhalb dessen es zu einer totalen Verfinsterung kommt. Im weiteren Verlauf des Zyklus kommen Neumond bzw. Vollmond auf der Mondknotenachse zu liegen, treten dann langsam aus dem Orbisbereich der totalen Verfinsterung heraus und in denjenigen der partiellen Verfinsterung hinein, bis es zur letzten (partiellen) Finsternis des gesamten Saroszyklus kommt.
Ein Saroszyklus von Sonnenfinsternissen umfasst etwa 70 Sonnenfinsternisse in einem Zeitraum von 1200 bis 1400 Jahren; ein Saroszyklus von Mondfinsternissen umfasst etwa 45 Mondfinsternisse in einem Zeitraum von ungefähr 800 Jahren.[1]
Zwischen den Finsternissen eines Saroszyklus bestehen inhaltliche Übereinstimmungen. Die Kenntnis der Saroszyklen ist wegen ihrer großen zeitlichen Dimensionen für die astrologische Geschichtsbetrachtung von Interesse. Sie kann ebenso dazu dienen, eine bestimmte Finsternis besser zu verstehen, indem man sich mit anderen Finsternissen desselben Zyklus auseinandersetzt, insbesondere mit derjenigen, die den Zyklus eröffnete.[2]
Literatur
- ↑ Joachim Schultz: Rhythmen der Sterne. Dornach 1963. S. 95
- ↑ Claude Weiss: Die Saros-Zyklen der Eklipsen. In: Astrologie Heute 70, Dez 1997 / Jan. 1998. S. 45ff.
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