Siderischer Tierkreis

Aus Astrowiki-de
Wechseln zu: Navigation, Suche

Derjenige Tierkreis, bei dem Tierkreiszeichen und Sternbilder miteinander identisch sind. In der westlichen Astrologie arbeitet man in der Regel jedoch mit dem Tropischen Tierkreis, bei dem dies nicht der Fall ist. Der Beginn des Tropischen Tierkreises ist eindeutig definiert: Er fängt dort an, wo die Sonne bei ihrem scheinbaren Lauf den Himmelsäquator von Süden nach Norden überquert (Frühlingsbeginn). Diese Eindeutigkeit ist beim Siderischen Tierkreis - mit dem in der indischen Astrologie gearbeitet wird - nicht ohne weiteres gegeben. Sicher ist nur, dass sich der Tropische Tierkreis vom Siderischen aufgrund der Präzession etwa alle 72 Jahre um einen weiteren Grad entfernt. Ein relativ gebräuchlicher Ayanamsha-Wert - dieser gibt die Abweichung der beiden Tierkreise voneinander an - beträgt 23 Grad 51 Minuten 11 Sekunden für den 1. Januar 2000 (nach N.C. Lahiri). Demnach entsprechen 0 Grad Widder im Tropischen Tierkreis 6 Grad 8 Minuten 49 Sekunden Fische im Siderischen Tierkreis. Es existieren aber auch Ayanamshas, die hiervon um mehrere Grade abweichen.[1]

Wie der Tropische, wird auch der Siderische Tierkreis in zwölf gleich große Abschnitte zu je dreißig Grad unterteilt.[2]

Faktischer Tierkreis

Thuns Aussaatkalender 2013

Ein Sonderfall des Siderischen Tierkreises ist der sog. "Faktische Tierkreis". Hierbei wird die Ekliptik nicht in zwölf gleich große Abschnitte aufgeteilt, sondern man berücksichtigt die tatsächliche ("faktische") Ausdehnung der (astronomischen) Sternbilder am Himmel. Dieser Tierkreis wird in der Anthroposophischen Astrologie, insbesondere von Maria Thun und ihrem Aussaatkalender zur Grundlage genommen.[3]

Für das Jahr 2008 ergeben sich folgende Anfangsgrade des Faktischen Tierkreises, bezogen auf den Tropischen Tierkreis[4]:

Quellen und Anmerkungen

  1. Was ist dran am siderischen Tierkreis? Artikel von Dieter Koch
  2. Die Reihenfolge der Tierkreiszeichen ist natürlich in beiden Systemen gleich.
  3. Der Faktische Tierkreis krankt allerdings an einer gewissen Buchstäblichkeit, versteht die Sternbilder sehr konkret und vernachlässigt, dass jede Benennung von Himmelszonen "menschengemacht", von daher mehr oder weniger willkürlich ist. Vgl. Richard Vetter, Der subjektive und projektive Charakter der Astrologie, 2005 online
  4. http://www.wulfing.gmxhome.de/seiten/Artikel.html
Meine Werkzeuge
In anderen Sprachen