Sonne

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Inhaltsverzeichnis

Astronomie

Die Sonne ist das Zentralgestirn unseres Sonnensystems. Ihr Durchmesser beträgt 1,392 Millionen Kilometer, die mittlere Entfernung von der Erde 149 597 870 Kilometer. Auf dem 360-Grad-Kreis, den sie bei ihrem scheinbaren Lauf um die Erde beschreibt, hat sie von dieser aus gesehen einen Durchmesser von etwa 32 Bogenminuten, also 1/2 Grad (Mond). Täglich legt sie im Durchschnitt 59,1 Bogenminuten zurück.

Die Sonne ist eine Kugel, bestehend aus glühenden Gasen. Sie spendet der Erde Licht und Wärme. Durch ihre Anziehungskraft hält sie die Erde und die anderen Planeten des Sonnensystems in ihren Bahnen.

Die Sonne kann ebenso wie der Mond niemals rückläufig werden.

Mythologie

Helios
Apollon mit seinen typischen Attributen, der Leier und der heiligen Python. Ca. 150 n. Chr.

Viele alte patriarchale Hochkulturen (Ägypter, Babylonier, Perser, Maya) haben die Sonne zur ihrer wichtigsten Gottheit am Himmel erhoben. In der griechischen Mythologie verkörperten zwei Götter das Sonnenprinzip: Helios und Apollon, der Zwillingsbruder der Mondgöttin Artemis (Mond). Helios lenkt jeden Tag einen Wagen mit vier feurigen Rossen von seinem Palast im Osten über den Himmel zu seinem Palast im Westen, angekündigt von Eos, der Morgenröte. Er zeichnet sich dadurch aus, dass er alles sieht und alles hört. Deshalb wurde er bei Eiden als Zeuge angerufen. Phaeton, einer seiner zahlreichen Söhne, stieg eines Morgens in den Wagen und wollte es seinem Vater gleichtun. Doch er lenkte den Wagen zu hoch und stürzte ab.

Weit mehr als Helios genoss Apollon, der auch Phoibos (der Strahlende) hieß, die Verehrung der Menschen. Seine Domäne war die Kunst, vor allem die Musik, das Heilwissen, die Weissagung und das Bogenschießen. Apollon war ein Sohn des Göttervaters Zeus mit der Titanin Leto. Als Kind wurde er mit Nektar und Ambrosia genährt, eine Götternahrung, die ewige Jugend und Schönheit verleiht. Seine wichtigsten Errungenschaften waren das Orakel von Delphi, der Ort, wo er die hellseherische Schlange Python getötet hatte, sowie das Spiel der Laute und der Leier. Letztere hatte er von seinem Halbbruder Hermes erhalten (Merkur).

Ungeachtet seiner Schönheit und seiner künstlerischen Begabung gingen ihm Frauen und junge Männer, die er auch begehrte, lieber aus dem Weg - ein Symbol dafür, dass die Sonne, wenn sie ungehindert strahlt, für Sterbliche kaum zu ertragen ist. Man muss sich vor ihr schützen. Zudem war Apollon ein Verfechter patriarchaler Strukturen. Wenn es darum ging, die Vorherrschaft des männlichen Prinzips zu festigen, war er besonders aktiv.

Sein Orakel in Delphi hatte den Leitspruch: "Erkenne dich selbst - damit du Gott erkennst!". Das charakterisiert treffend die von der Sonne im Horoskop gestellte Aufgabe.

Körper

Als zentrales Organ des Körpers entspricht das Herz dem Sonnenprinzip. Auch der Blutkreislauf, der sämtliche Organe mit Blut versorgt, wird ihr zugeordnet.

Deutung

Tabelle: Stichworte zur Deutung nach Klöckler[1]

stark und harmonisch stark und disharmonisch schwach und evtl. disharmonisch
Naturprinzip: Licht
Wärme zerstörende Hitze Wärmemangel
Kraft zerstörende Kraft Kraftmangel
Licht Grelle Lichtmangel
Biologisch: Vitalität
Vitalität lebensfeindlicher Kraftverbrauch geschwächte Vitalität
Organisch: Herztätigkeit und Kreislauf
normale und kräftige
Herz- und Kreislauffunktion
akute Störungen von Herztätigkeit und Kreislauf,
erhöhter Blutdruck
chronische Störung im Herz- und Kreislaufgebiet,
Herzschwäche, herabgesetzter Blutdruck
Psychologisch: Wille (zur Macht, im weitesten Sinne)
Ehrgeiz, Machtwille Machtgier, Herrschsucht gehemmter und fehlender Machttrieb
Streben Überspannung der Ziele Mangel an Zielstrebigkeit
Organisation Überorganisation Organisationsmangel
'Mut Tollkühnheit, Prahlerei, Unbesonnenheit Furcht
Durchsetzungsgabe Gewalttätigkeit Entschluss- und Energielosigkeit
Temperament: schizoid-cholerischer Typ

Die Sonne ist das Symbol für die Lebenskraft schlechthin. Im Horoskop ist sie das Kernstück der Persönlichkeit. Es ist eine Lebens- und Entwicklungsaufgabe, das zur Entfaltung zu bringen, was sie durch ihre Hausstellung und das Tierkreiszeichen, in dem sie steht, an Potenzial enthält. Sie ist grundlegend für die Identität eines Menschen. Von daher erklärt sich, warum die Trivialastrologie allein das Tierkreiszeichen berücksichtigt, in dem sich die Sonne befindet, das so genannte Sternzeichen. Es hat im Horoskop eine herausragende Bedeutung, wenngleich es viel zu kurz greift, es zur ausschließlichen Deutungsgrundlage zu machen.

Der Mond ist der Sonne gegenüber nicht minder wichtig. Der Unterschied besteht darin, dass er etwas aufnimmt und es verarbeitet, wohingegen die Sonne etwas in die Welt hinein erschafft.

Wie der Mond so wird auch die Sonne in der Astrologie als Planet bezeichnet.

Die Sonne steht darüber hinaus für den Willen und für den Geist, das Prinzip, das aktiv etwas erschaffen möchte. Sie ist die Dirigentin im Orchester der Planeten und hat als solche eine integrierende Kraft. Dem kleinen Kind steht die volle Sonnenkraft noch nicht zur Verfügung, erst etwa ab dem siebten Lebensjahr oder später beginnt sie sich zu entwickeln.

Mit ihrer Haus- und Zeichenstellung im Horoskop beschreibt sie den zentralen Bereich und die Art der Selbstentfaltung. Planeten und Achsen, zu denen sie einen Aspekt bildet, sind darin mit eingebunden.

Im Transit, der nur einen oder zwei Tage spürbar ist, sorgt sie für Bewusstwerdung.

Die Sonne stellt das männliche Prinzip dar, und zwar dessen väterliche Seite. Im engeren Sinn steht sie im Horoskop eines Menschen für dessen Vater oder eine andere Autoritätsperson. Im Horoskop eines Mannes ist die Sonne Teil seiner männlichen Identität, zusammen mit dem Planeten Mars. Entsprechend geben Sonne und Mars im Horoskop einer Frau Auskunft über deren Männerbild.

Im Horoskop eines Landes steht die Sonne für den Herrscher oder die Herrscherin.

Die Sonne ist Herrscherin des Tierkreiszeichens Löwe und erhöht im Widder; im Wassermann befindet sie sich im Exil und in der Waage im Fall.

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Quellen

  1. Herbert Freiherr von Klöckler: Kursus der Astrologie, Band II: Grundlagen für die astrologische Deutung. Astra-Verlag Berlin 1952 S. 33 ff.
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