Stationäre Phase

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geozentrische Projektion des Mars-Umlaufs auf die Ekliptik

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Astronomisches

Diese bezeichnet in der Bewegung eines Planeten die Übergangsphase von seiner Direktläufigkeit zur Rückläufigkeit und umgekehrt.[1] Wenn der Planet die Richtung wechselt (er tut dies nicht tatsächlich, sondern es stellt sich von der Erde aus gesehen - geozentrisch - so dar), wird er immer langsamer, bis er schließlich scheinbar "stehenbleibt", um dann entgegengesetzt weiter zu laufen. Die Dauer dieser Phase richtet sich nach der Umlaufzeit des Planeten. Bei den Langsamläufern Saturn, Uranus, Neptun und Pluto kann sie bis zu vier Wochen dauern, wenn man einen Orbis von mehreren Bogenminuten zulässt.

Deutung

Während ein direktläufiger Planet seine Kraft nach außen richtet und ein rückläufiger eher nach innen, symbolisiert ein Planet in seiner stationären Phase eine stark konzentrierte Kraft, welche kurz davor steht, sich in die eine oder andere Richtung zu entladen.
Wenn ein Planet im Transit gerade in seinem Stillstand einen Aspekt auf einen Planeten im Radixhoroskop wirft, gilt seine Wirkung als besonders nachhaltig.

Allerdings sind die Energien für die Dauer einer stationären Phase weder in die direktläufige noch in die rückläufige Richtung entladbar bzw. können schlecht ausagiert werden. So dass es während dieser Zeit bezüglich des betreffenden Planeten tatsächlich oft zu einer Art "Verharren" kommt. Hierdurch wird andererseits aber auch eine besondere Fokussierung oder Konzentration auf ein Thema möglich, die einen weniger auf Aktion, denn auf Kontemplation ("eine schöpferische Ruhepause") lenkt.

Dauer der stationären Phase

Astrodienst-Werte
Planet v ≤
Merkur 5' oder 300" / Tag
Venus 3' oder 180" / Tag
Mars 90 " / Tag
Jupiter 60 " / Tag
Saturn 60 " / Tag
Chiron 20 " / Tag
Uranus 20 " / Tag
Neptun 10 " / Tag
Pluto 10 " / Tag
Planet vmax 5 % vmax Dauer
≤ 5 % vmax
2 % vmax Dauer
≤ 2 % vmax
1 % vmax Dauer
≤ 1 % vmax
Merkur 100'/ d 5'/ d 24 h 2'/ d 10 h 1'/ d 4 h 45 m
Venus 75'/ d 3'45"/ d 3 d 4 h 1'30"/ d 1 d 6 h 45"/ d 15 h
Mars 47'/ d 2'21"/ d 6 d 12 h 56"/ d 2 d 13 h 23"/ d 25 h
Jupiter 14'/ d 42"/ d 7 d 17"/ d 2 d 20 h 8,5"/ d 36 h
Saturn 7'29"/ d 22,5"/ d 7 d 9"/ d 2 d 22 h 4,5"/ d 35 h
Uranus 3'26"/ d 10,3"/ d 6 d 12 h 4,12"/ d 2 d 12 h 2,06"/ d 31 h
Neptun 2'17"/ d 6,85"/ d 2,74"/ d 1,37"/ d
Pluto[2] 2'11"/ d 6,55"/ d 2,62"/ d 1,31"/ d

vmax = Maximalgeschwindigkeit
Kreisbahnmaße: ' = Bogenminute, " = Bogensekunde
Zeitmaße: d = Tag, h = Stunde, m = Minute

Es kann keine exakte Dauer der stationären Phasen angegeben werden, da sich ja die Geschwindigkeit (v) eines Planeten aus irdischer Sicht kontinuierlich ändert und jede Angabe der zeitlichen Stillstandsdauer einer mehr oder weniger willkürlichen Definition entspricht.

Eine Möglichkeit ist die Ableitung der Definition eines Stillstandes aus bestimmten Laufgeschwindigkeiten des betreffenden Himmelskörpers, beispielsweise wenn sie unter 5 % oder 2 % seiner Maximalgeschwindigkeit liegen. Beispiel: bei Merkur, der maximal ca. 100 Bogenminuten pro Tag zurücklegt, beträgt die Laufgeschwindigkeit, unter der man von seinem Stillstand sprechen kann, bei 5 bzw. 2 Bogenminuten täglich.
Ab welchem Wert man einen Planeten als stillstehend betrachtet, liegt jedoch, wie gesagt, in der Erfahrung und im Ermessen des einzelnen Astrologen.

Erst mit den Swiss Ephemeris ist es überhaupt möglich, die für jeden Zeitpunkt aktuellen Laufgeschwindigkeiten und damit den Zeitraum eines Stillstandes anzugeben, da nur sie eine derart große Genauigkeit haben, die es erlaubt, den Zeitpunkt des tatsächlichen Stillstandes, also des Wechsels der Laufrichtung, zumindest für die schneller laufenden Planeten exakt festzustellen.

Anmerkungen

  1. Bei manchen Computerprogrammen wird für diese Phase ein "S" als Kürzel angezeigt.
  2. Wert für 2010
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