Transpersonale Astrologie

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Das kybernetische Modell der TPA

Die Transpersonale Astrologie (TPA) ist eine Schule der Astrologie, die von dem Astrologen Michael Roscher (7. Juli 1960; † 6. August 2005 in Köln) 1986 ins Leben gerufen wurde.[1]

Inhaltsverzeichnis

Grundannahmen (Weltbild) der TPA

  • Die Transpersonale Astrologie (TPA)[2] geht davon aus, dass es möglich ist, mit Hilfe des Horoskops einen Blick auf das Wesen des Menschen zu werfen, auf das also, was jenseits - trans - der Persönlichkeit (persona) vorhanden ist. Persönlichkeit wird als Summe jener Wesenszüge begriffen, die uns das Gefühl einer stabilen Identität vermitteln, zugleich aber Antagonisten unserer menschlichen Entwicklung sind, denn Entwicklung setzt Veränderung voraus, während Persönlichkeit etwas Statisches ist.[3]
  • Die TPA beantwortet die Frage nach dem freien Willen des Menschen positiv, wobei sie betont, dass unsere individuelle Freiheit umso größer sei, je größer unser Bewusstsein ist. Bewusstsein wird als Fähigkeit verstanden, dasjenige, was wir wissen, auch zu leben; wenn also "Wissen zu Sein wird."[4] Für das Wissen über sich selbst ist die Erkenntnis wesentlich, dass alles, was mir widerfährt, eine Spiegelung von mir ist, und dass ich dadurch der einzige bin, der es in der Hand hat, sein Leben wirklich zu verändern.
  • Jeder Mensch entscheidet selbst, ob er sein Bewusstsein wachsen lassen möchte oder nicht. Entsprechend sind die Konstellationen eines Horoskops als Lektionen zu verstehen, die mir helfen können, mein Bewusstsein zu schulen. Je entwickelter das Bewusstsein eines Menschen ist, umso weniger materiell (im Sinne von konkreten körperlichen Entsprechungen) werden sich die Inhalte einer Konstellation äußern.[5] Jede Konstellation enthält prinzipiell einen unendlich großen, aber nicht beliebiegen Entfaltungsspielraum, wobei problematisch erlebte Konstellationen den Weg zu ihrer Lösung bereits in sich enthalten.[6]
  • Alles, was den Menschen umfasst, kann auch mit Hilfe des Horoskops beschrieben werden. Damit grenzt sich die TPA von der Vorstellung (z.B. bei Ring oder Ebertin) ab, das Horoskop sei nur ein zusätzlicher Faktor im Leben des Menschen, u.a. neben der Vererbung oder der Umwelt. Nach Überzeugung der TPA werden sowohl die genetische Veranlagung als auch die Umweltfaktoren durch das Horoskop abgebildet.[7]
  • Auch astrologische Aussagen müssen auf ihren Wahrheitsgehalt hin überprüfbar - also falsifizierbar - sein. Alles, was den Charakter von bloßem Glauben besitzt, kann nicht Teil der TPA sein, zum Beispiel die Karma-Hypothese[8].

Methoden und Techniken

Die Praxis der Transpersonalen Astrologie ist gekennzeichnet durch:

  • die Verwendung der von Roscher entdeckten Kritischen Grade in Radix-Deutung und Prognose
  • die Berücksichtigung der Raum-Zeit-Spezifität zur Priorisierung (Bevorzugung/ Gewichtung) von für die Deutung wichtigen Faktoren im Horoskop
  • Transit-Direktionen als eigenständiges Prognoseverfahren
  • das Kybernetische Modell der Planeten zur Untersuchung systemischer Beziehungen zwischen Planetenprinzipien
  • Resonanzhoroskope als Vertiefung des Deutungsspektrums
  • die Verwendung von Placidus- oder topozentrischen Häusern
  • Betonung der Häuserebene gegenüber der Zeichenebene in Bezug auf die Position von Planeten im Horoskop und damit einhergehend das besondere Augenmerk auf die Verbindungen der Häuserherrscher
  • die Arbeit mit Konstellationen zur Verdichtung von Informationen im Horoskop

Weiterentwicklungen

Aus der Transpersonalen Astrologie (TPA) sind weitere Schulen hervorgegangen, die sich inhaltlich und methodisch an sie anlehnen, zum Beispiel die Entwicklungsorientierte Astrologie EOA von Brigitte Hamann oder der astrosystemische Deutungs- und Beratungsansatz A*SYS von Christopher Weidner.

Links, Quellen und Anmerkungen

  1. Der Artikel wurde mit freundlicher Genehmigung von Christopher Weidner aus dem Astrologix-Glossar weitgehend übernommen.
  2. Ob sich Roscher bei der Namensgebung auf die Transpersonale Astrologie bei Dane Rudhyar bezog, ist unklar.
  3. vgl. Roscher,Michael: Praxis der Horoskopinterpretation. München 1992. S. 14f
  4. ebd. S. 20
  5. ebd. S. 27
  6. ebd. S. 57
  7. ebd. S. 56 f.
  8. auch wenn sie für wahrscheinlich gehalten wird; ebd. S. 58
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