Tod

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Im Umgang mit dem Tod hat sich die Astrologie weitgehend der abendländischen Geisteshaltung angepasst und diesen tabuisiert. Prognosen über den Todeszeitpunkt gelten als unethisch und werden von vielen astrologischen Schulen und Verbänden ausdrücklich untersagt bzw. fallen unter die Aussagegrenze. Die meisten asiatischen Traditionen (indische, chinesische Astrologie) integrieren den Tod dagegen viel selbstverständlicher in ihre Arbeit. Hintergrund ist dort eine vollkommen andere Einstellung der Kulturen zum Leben und zum Tod. Dazu gehört eben auch die Vorhersage des Todeszeitpunktes.

Die klassische Astrologie kennt aus ihrer Tradition ebenfalls die Prognose des Todeszeitpunkts, doch hat sie heute davon Abstand genommen. Insbesondere spielten hier besonders gut oder schlecht gestellte Planeten eine Rolle, also Hyleg und Anareta, sowie Saturn, Mars und das achte Haus.

Inhaltsverzeichnis

Pluto, Saturn und verwandte Bereiche

Saturn als Schnitter
Während in der Vergangenheit Saturn, der Herr der Zeit (im Bild der "Schnitter" oder "Sensenmann"), das astrologische Symbol für den Tod war, ist es seit der Entdeckung Plutos in erster Linie dieser (als "Herr der Unterwelt"). Außerdem besteht eine Verbindung zwischen dem Thema und dem Zeichen Skorpion sowie dem achten Haus. Tod wird im Zusammenhang mit Betonungen dieser Faktoren zumeist als Allegorie für tiefgreifende Wandlungsprozesse, für Loslassen, Abschied oder Trennung interpretiert.

In jedem Horoskop sind plutonische und skorpionische Themen angelegt und werden durch Auslösungen mehr als einmal im Leben aktiviert. Schon allein deshalb kann nicht jede seiner Aktivierungen mit dem eigenen physischen Tod zu tun haben. Für den Pluto-Zyklus zeigt das Quadrat des laufenden Pluto (Transit) zum Radix-Pluto einen grundlegenden und schmerzhaften Prozess der Veränderung an (Entwicklungszyken). Da Pluto seit Mitte des Jahrhunderts relativ schnell läuft, erleben die um das Jahr 1960 herum Geborenen diesen Transit schon mit etwa vierzig Jahren. Mit 42 Jahren wandert zudem der Hubersche Alterspunkt ins achte Haus und aktiviert dabei "Umwandlungsprozesse".[1]

Neben der symbolischen Deutung von skorpionischen und plutonischen Themen als "tiefgreifenden Wandel" kann die Astrologie auch dazu beitragen, das Tabu des Todes aufzubrechen. Psychologen erklären diese Tabuisierung mit jedes Menschen Angst vor einschneidenden Änderungen, welche im Geburtstrauma ihren Ursprung habe. Dort erlebe das neu inkarnierte Wesen die grundlegende Veränderung seiner Lebensumstände als dramatisch und schmerzhaft, auch wenn ein weiteres Wachstum sonst nicht möglich war. Entsprechend zeigt die Achse zweites/ achtes Haus, dass die ausschließliche Konzentration auf die stabilisierende und fixierende Energie, wie sie vom zweiten Haus vertreten wird, zwar Sicherheit verschafft, aber irgendwann jede Entfaltung verhindert.

Weitere Planeten

Mars, Jupiter, Uranus und Neptun, ja selbst Venus oder Merkur können an Todeskonstellationen maßgeblich beteiligt sein. Dies ist unter anderem Ausdruck der vielfältigen Möglichkeiten zu sterben und sollte deshalb immer beachtet werden. Gerade Menschen, die mit sich im Einklang leben und einen angenehmen Tod erleben, haben zum Todeszeitpunkt oft so genannte Wohltäter sehr exponiert stehen. Um dies zu erklären, kann auf die karmische Astrologie verwiesen werden.

Prognose - Möglichkeit und Grenzen

Auf eine völlig neue Weise ist der amerikanische Astrologe Richard Houck das Thema angegangen.[2] Er versucht, auf humorvolle Art den Tod zu enttabuisieren. Besonderheiten seiner Vorgehensweise sind, dass er mit dem siderischen Tierkreis arbeitet und die indische Astrologie in sein System mit einbezieht. Hinsichtlich der Prognosemethoden der westlichen Astrologie arbeitet er vor allem mit den Tertiärprogressionen I. Anhand zahlreicher Beispiele bereits verstorbener Personen demonstriert er mit komplizierten Berechnungen, wie sich der Zeitpunkt ihres Todes aus dem Geburtshoroskop ableiten lässt.

Bei der Untersuchung von Todeshoroskopen - als Ereignishoroskop, Transite zum Radixhoroskop, Progression oder Direktion - lassen sich häufig ganz unterschiedliche Auslöser für den individuellen Tod feststellen. Konstellationen, die sehr tödlich aussehen, werden oft überlebt, andere, die vielleicht weniger beängstigend erscheinen, führen dagegen zum Tode. Oftmals tritt allerdings der Tod aber auch tatsächlich zu einem absehbaren Zeitpunkt ein. Da es, dies ist zumindest die Sichtweise der psychologischen Astrologie, unterschiedliche Entwicklunsniveaus von Menschen gibt, hängt es davon ab, wie jemand seine Qualitäten und Energien lebt, ob ein bestimmter Zeitpunkt tatsächlich als Auslöser für den Tod gelten kann. Je genauer also das Leben der betreffenden Person bekannt ist, umso eher wird eine zutreffende Aussage auch über den Todeszeitpunkt gemacht werden können.

Es dürfte jedoch jedem Astrologen, der Todeszeitpunkte berechnen will, bewusst sein, dass die Gefahr einer selbsterfüllenden Prophezeihung hier besonders groß ist und unbedingt vermieden werden sollte.

Links, Anmerkungen und Literatur

Wikipedia: der Sensenmann

Wikipedia: der Totentanz

  1. Außerdem befindet sich in diesem Alter Uranus in Opposition zu seiner Radix-Position.
  2. Richard Houck: Der Tod in der Astrologie. München 1997.
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