Transit

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Ein Transit (wörtlich: Durchgang) findet dann statt, wenn einer der aktuell laufenden Planeten einen Aspekt bildet zu einem bestimmten Horoskopfaktor eines Radixhoroskops, also zu einem Planeten oder einer Achse (bei detaillierterer Deutung auch zu einer Halbsumme). Wenn der Aspekt exakt wird, bedeutet dies eine Auslösung, das heißt Aktivierung des betreffenden Horoskopfaktors. Transite gehören zu den wichtigsten Prognosemethoden der Astrologie. Sie sind ein ebenso einfaches wie aussagekräftiges Instrument, um Themen und Bereiche zu benennen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt aktiviert werden und in den Vordergrund rücken. In welcher Weise sie hervortreten, darüber sagt der beteiligte Transitplanet etwas aus.

Man spricht auch von einem Transit, wenn sich ein laufender Planet durch ein Haus des Radixhoroskops bewegt.

Die Transite der Langsamläufer Saturn, Uranus, Neptun und Pluto sind gewichtiger als diejenigen Jupiters und der Schnellläufer (Sonne, Mond, Merkur, Venus und Mars). Im Prinzip kann die Regel gelten, dass ein Transit umso nachhaltiger ist, je langsamer sich der Transitplanet bewegt (Tagesbewegung). Es ist allerdings nicht sinnvoll, die Transite von Saturn, Uranus, Neptun und Pluto, die jeweils sehr unterschiedliche Umlaufzeiten haben, untereinander zu gewichten, denn sie sind alle bedeutungsvoll.

Transite können auch, bezogen auf einen Ausgangspunkt, meist das Radixhoroskop, zeitlich spiegelbildlich berechnet werden. Dabei wird, ebenso um die Energien ein Jahr im voraus zu erkennen, ein Jahr auf der Zeitachse in die Vergangenheit gegangen. Man spricht dann von konversen Transiten (siehe dort).

Inhaltsverzeichnis

Gültigkeitszeitraum

Aufgrund der Rückläufigkeit überqueren Merkur, Venus, Mars und Jupiter manche Grade des Tierkreises dreimal, bei Saturn sind es die meisten Grade, Uranus und Neptun berühren die meisten, Pluto alle Stellen dreimal, Neptun und Pluto manche sogar fünfmal. Man spricht dann von einem Dreifach- bzw. Fünffachtransit. Damit kann sich der Zeitraum, innerhalb dessen der Transit gültig ist, über eine beträchtliche Länge erstrecken. Bei Jupiter sind es Wochen bis Monate, bei Saturn bis zu einem Jahr und bei Uranus, Neptun und Pluto bis zu zwei oder drei Jahren. Merkur-, Venus- und Marstransite gewinnen ebenfalls an Bedeutung, wenn sie Rückläufigkeitsphasen durchmachen und damit bestimmte Stellen im Horoskop dreimal überqueren. Mond- und Sonnentransite sind, wenn sie überhaupt wahrgenommen werden, nur Stunden bzw. ein bis zwei Tage zu spüren.

Transite von Saturn, Uranus, Neptun und Pluto sind oft Anzeiger wichtiger Lebensveränderungen.

Beim Transit eines Planeten durch ein Haus ist die Zeit am wichtigsten, in der der Transitplanet in das Haus eintritt, sich also über die Häuserspitze bewegt, sowie die Zeit kurz bevor er ins nächste Haus geht[1], wenn sich noch einmal die Essenz dieses Transits zeigt.

Orbis

Die Frage, innerhalb welchen Bereichs ein Transit gültig ist, also welchen Orbis man gelten lassen kann, ist nicht eindeutig zu beantworten. Wer mehr Gefühl für feinere Schwingungen hat und wer über ein höheres Maß an Selbsterkenntnis verfügt, wird Transite der Langsamläufer schon lange, bevor der Planet die exakte Gradzahl erreicht hat, spüren, und er wird auch für die Transite der Schnellläufer eine Antenne haben, sofern er den täglich wechselnden Nuancen des Lebens eine Bedeutung beimisst. Die Transite der Schnellläufer spielen im Leben von Kindern eine größere Rolle als in dem von Erwachsenen, weil für Kinder kleinere Zyklen und Zeitabstände viel wichtiger sind als mit zunehmendem Alter (Kinderastrologie).

Zunächst sollte ein relativ kleiner Orbis veranschlagt werden, nämlich 1 Grad. Das heißt, von einem Transit wird gesprochen, solange sich der Transitplanet 1 Grad vor und 1 Grad hinter der exakten Transitposition befindet. Man kann dann den Orbis vor der exakten Transitbildung bis auf 3 bis 5 Grad ausdehnen und selbst Beobachtungen anstellen. Jedenfalls ist die Wirkung stärker, bevor sich ein Aspekt bildet, und sie nimmt relativ schnell ab, sobald der Transitplanet die Stelle hinter sich gelassen hat.

Von großer Bedeutung sind die stationären Phasen. Ein Planet ist stationär, das heißt, er steht auf der Stelle, wenn er die Laufrichtung ändert, also entweder rückläufig oder wieder direktläufig wird. Bildet er auf der Gradzahl seiner stationären Phase einen Aspekt zu einem Radixplaneten, so ist die Wirkung sehr stark.

Aspekte

In der Regel arbeitet man mit den Hauptaspekten - also Konjunktion, Sextil, Quadrat, Trigon und Opposition -, aber es spricht nichts dagegen, auch Nebenaspekte mit einzubeziehen, jedenfalls bei den Langsamläufern. Die Konjunktion ist generell am wichtigsten, also wenn sich der Transitplanet genau an der Stelle des Radixhoroskopfaktors befindet. An zweiter Stelle folgen die analytischen Aspekte Quadrat und Opposition und schließlich die synthetischen Aspekte Sextil und Trigon. Bei Saturn, Uranus, Neptun und Pluto ist diese Unterscheidung nicht unbedingt sinnvoll. Allenfalls können die mit solchen Transiten einhergehenden Veränderungen bei den synthetischen Aspekten leichter fallen.

Auslöser

Da sich die Transite der Langsamläufer über einen so langen Zeitraum hinziehen können, spielen Auslöser eine wichtige Rolle: Das kann eine Neu- oder Vollmondstellung auf der angesprochenen Gradzahl sein, die um so stärker wirkt, wenn es sich dabei um eine Finsternis handelt. Es kann ein schnell laufender Planet sein, der die Stelle passiert (insbesondere Mars, der etwas in Gang bringt), und es kann ein Transit über die Radixstellung des Transitplaneten sein.

Deutung

Zunächst gilt es herauszufinden, welche Rolle der Transitplanet im Radixhoroskop spielt, also in welchem Haus und Zeichen er steht und welche Aspekte er dort bildet. Unter dieser Grundfärbung erlebt der Betreffende den Transit. Darüber hinaus haben die zehn Planeten im Transit folgende Bedeutungen:

  • Mond-Transite beschreiben Stimmungen und Wahrnehmungen.
  • Bei Merkur-Transiten geht es darum, etwas mit dem Verstand zu erfassen.
  • Bei Venus-Transiten geht es darum, etwas mit den Sinnen wahrzunehmen.
  • Mars-Transite bringen Kraft und aktivieren den angesprochenen Bereich.
  • Jupiter-Transite stehen für Wachstumsphasen und veranlassen dazu, sich die Frage nach dem Sinn zu stellen.
  • Saturn-Transite stehen für Reifungsphasen und die Konzentration auf Wesentliches.
  • Uranus-Transite revolutionieren, befreien und stehen für unvorhergesehene Wendungen, können aber auch Erschütterungen mit sich bringen, wenn man Angst vor Neuem hat.
  • Neptun-Transite sensibilisieren, sorgen aber auch für (Ent-)Täuschungen sowie für unmerkliche Auflösung.
  • Pluto-Transite zerstören das Alte, sofern es überholt ist, transformieren und führen von der Krise zur Heilung und Ganzwerdung.

Quellen

  1. Markus Jehle: Wenn Jupiter auf Mars zugeht. Freiburg 1997. S. 217ff.
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