Geistiger Planet
Synonym: Transsaturnischer Planet, Transsaturnier
Als geistige Planeten werden die Planeten Uranus, Neptun und Pluto bezeichnet. Sie sind aufgrund ihrer Entfernung von der Erde aus nicht mit dem bloßen Auge zu sehen[1]. Ihre Umlaufzeit bedingt, dass sie sich viele Jahre in einem Tierkreiszeichen aufhalten. Bei Uranus sind es ungefähr 7 Jahre, bei Neptun durchschnittlich knapp 14 und bei Pluto zwischen 12 und 32 Jahren. (Plutos Bahn ist sehr exzentrisch, sodass er sich in den Frühlingszeichen Widder und Stier über 30 Jahre aufhält, in den Herbstzeichen Skorpion und Schütze dagegen nur etwa 12 Jahre) Damit haben Menschen mehrerer Jahrgänge oder gar einer Generation diese Planeten im selben Zeichen.
Uranus, Neptun und Pluto stehen für Themen, die über das, was persönliche Planeten (Sonne, Mond, Merkur, Venus und Mars) und gesellschaftliche Planeten (Jupiter und Saturn) repräsentieren, hinausgehen. Sie beschreiben ein geistiges Prinzip. Auch die Tatsache, dass die Planeten ohne Hilfsmittel nicht sichtbar sind, ist ein Symbol für ihren Bezug zum Geistigen, das ebenfalls unsichtbar bleibt. Das, was Uranus, Neptun und Pluto verkörpern, überschreitet die Grenzen des Materiellen, symbolisiert von Saturn. Es steht auch für das, was in der Jungschen Psychologie das kollektive Unbewusste genannt wird. Es ist dem Bewusstsein des Menschen in der Regel nicht leicht zugänglich. Insbesondere wenn Menschen dem materiell Fassbaren zu stark verhaftet sind, tun sie sich schwer mit den Energien der geistigen Planeten.
Im individuellen Erleben, wie es durch die Hausstellung und die Aspekte im Geburtshoroskop zum Ausdruck kommt, weniger durch die Stellung im Tierkreiszeichen, verschafft Uranus dem Menschen blitzhafte Einsichten und die Erschütterung eingefahrener Strukturen, womit neue geistige Horizonte und Perspektiven einhergehen. Bei Neptun geht es darum, dass sich der Einzelne mit allen und allem verbunden fühlt. Neptun stellt den Zugang zum feinstofflichen Bereich her und verhilft zu Durchlässigkeit. Plutos Themen sind alle grundlegenden Wandlungsprozesse, denen sich der Mensch im Lauf seines Lebens unterziehen muss und denen er nicht entgehen kann.
Die geistigen Planeten waren noch nicht bekannt, als die Grundlagen für die Astrologie geschaffen wurden. Uranus wurde 1781 entdeckt, Neptun 1846 und Pluto 1930. Dennoch gelang es der Astrologie, ihr System zu öffnen und die neuen Planeten zu integrieren. Bemerkenswerterweise fiel die Entdeckung des Uranus mit der größten Krise der Astrologie in der Geschichte zusammen. Der Aufbruch des alten klassischen Systems führte jedoch nicht zu ihrem gänzlichen Untergang, wie Wissenschaftler prophezeiten, sondern letztlich zu einem Ausweg aus der Krise (Geschichte der Astrologie).
Im kybernetischen Modell der transpersonalen Astrologie sind die geistigen Planeten dem vierten Regelkreis unter der Bezeichnung Schicksal zugeordnet. [2] Insofern ist diese Interpretation der beschriebenen Sichtweise der geistigen Planeten sehr ähnlich.
Quellen, Anmerkungen
- ↑ Uranus ist zwar noch mit bloßem Auge sichtbar, jedoch unterscheidet er sich in seiner Helligkeit nicht von einem lichtschwächerern Fixstern, was auch die Ursache dafür ist, dass er so lange nicht als Planet erkannt wurde, neben seiner langsamen Laufgeschwindigkeit.
- ↑ Roscher, Michael: Das Astrologiebuch, Seite 434. Chiron Verlag 2004 ISBN 3899971175