Uranus
Symbol:
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Astronomie
Uranus ist der erste Planet jenseits von Saturn, der in der Neuzeit entdeckt wurde: Am 13. März 1781 machte ihn der Astronom Wilhelm Herschel mit Hilfe eines Teleskops erstmals am Himmel aus. Uranus ist viermal so groß wie die Erde. Sein Äquatordurchmesser beträgt 51 118 Kilometer, die mittlere Entfernung von der Sonne 2 883 Millionen Kilometer. Für einen Umlauf um die Sonne benötigt er knapp 84 Jahre. Die Tagesbewegung beträgt maximal 3,39 Bogenminuten, im Durchschnitt sind es 42 Bogensekunden. Wenn man weiß wo Uranus am Himmel zu suchen ist, kann er sogar mit bloßem Auge gerade noch erkannt werden. Im alten Griechenland war deswegen die Existenz dieses Planeten bereits bekannt, ist jedoch später wieder in Vergessenheit geraten.
Auffallend ist, dass die Rotationsachse des Uranus gekippt ist und damit fast auf seiner Bahnebene liegt.
Mythologie
Uranos (lateinisch Uranus) war der älteste der antiken Himmelsgötter. Gaia, die Erde, brachte ihn ohne Beteiligung eines Mannes hervor und wurde dann seine Frau. Uranos zeugte mit Gaia zahlreiche Kinder, darunter das Geschlecht der Titanen und Kyklopen. Von manchen seiner Nachkommen war Uranos jedoch so entsetzt, dass er sie gleich wieder in den Schoß von Gaia stopfte. Daran drohte Gaia zu ersticken. Deshalb animierte sie ihren Sohn Kronos (Saturn), den bedeutendsten unter den Titanen, seinen Vater zu stürzen und mit der Sichel zu entmannen.
Zwar konnte Kronos die Macht an sich reißen, doch die Tat zeitigte ungeahnte Folgen. An der Stelle, wo Uranos' Glied ins Meer geworfen wurde, entstieg Aphrodite, die Göttin der Liebe und der Schönheit, dem Schaum. Dort, wo Uranos' Blut die Erde berührte, entstanden die Erinnyen, Furcht erregende weibliche Rachegöttinnen, die überall erschienen, wo Menschen gegen die naturgegebenen Gesetze verstießen. Sie wurden für die Menschen zu einer großen Herausforderung, denn sie wachten unnachgiebig über die Einhaltung der göttlichen Ordnung.
Insofern sorgte Uranos ohne gezielte Handlungsabsicht für einschneidende Veränderungen in der Existenz der Menschen. Scheinbar entmachtet, nahm er dennoch großen Einfluss auf den Lauf der Dinge.
Manche Astrologen sind der Ansicht, dass der mythologische Uranos nicht die zum astrologischen Uranus passende Gestalt ist[2]. Viel besser eigne sich Prometheus (der Vorausschauende), der sich gegen den Göttervater Zeus auflehnte und den Menschen das Feuer brachte.
Körper
Uranus werden die Nerven zugeordnet, und zwar in ihrer Eigenschaft als Reizleiter. Nerven übermitteln Erregungen der Sinnesorgane zum Gehirn, und dieses wiederum gibt Nervenimpulse an die Muskeln ab.
Deutung
| Stichworte zur Deutung nach Herbert Freiherr von Klöckler[3] | ||
| stark und harmonisch |
stark und disharmonisch |
schwach und evtl. disharmonisch |
|---|---|---|
| Naturprinzip: Plötzlichkeit, Gewaltsamkeit | ||
| Biologisch: Nervensystem | ||
| Organisch: Hirnhaut, Rückenmark | ||
| Psychologisch: Intuition, Rhythmus (zeitlich) | ||
| Erlebnisreichtum | Sensationshunger | Gleichgültigkeit |
| Beweglichkeit | Sprunghaftigkeit | Unbeweglichkeit |
| Anregbarkeit | Erregbarkeit, Reizbarkeit, Nervosität |
Apathie |
| Reformfreude | Neuerungssucht | Rückständigkeit |
| Intuition | Phantastik, Verschrobenheit, Skurrilität |
Langweiligkeit |
| Selbständigkeits- und Freiheitsdrang |
Eigensinn, Mangel an Bindung | Unselbständigkeit |
| Temperament: schizoid-nervös | ||
Durch die Entdeckung des Uranus änderten sich die bis dahin gültigen Dimensionen des Sonnensystems schlagartig, denn er ist doppelt so weit von der Erde entfernt wie Saturn. Damit sprengte Uranus das alte Weltbild. So symbolisiert er den plötzlichen Umschwung und den Vorstoß in eine andere Dimension. Betrachtet man für die Interpretation dieses Planeten auch die Zeit seiner Entdeckung, was in der Astrologie bei neu entdeckten Planeten üblich ist, so repräsentiert er die Ideale der Französischen Revolution (1789): Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit und überhaupt die Ideale der Aufklärung.
Als einer der geistigen Planeten versinnbildlicht Uranus Prinzipien jenseits der Materie und individueller persönlicher Grenzen. Uranus steht für die Intuition, die blitzhafte Eingebung. Er ist somit das Symbol für die Astrologie, die die Zusammenhänge zwischen oben (den Himmelserscheinungen) und unten (dem irdischen Geschehen) nach dem Prinzip der Analogie zu erfassen sucht. Auch technische Geräte und Errungenschaften werden Uranus zugeordnet.
Im Horoskop drückt Uranus das revolutionäre Potenzial eines Menschen aus. Durch seine etwa siebenjährige Aufenthaltsdauer in einem Tierkreiszeichen steht er im Horoskop von Menschen mehrerer Jahrgänge im selben Zeichen. Deshalb ist seine Zeichenstellung weniger individuell als seine Hausstellung. Sein Haus zeigt den Bereich an, in dem ein Mensch unkonventionell ist, zu spontanen Verhaltensweisen neigt, Grenzen sprengt und gerne ungebunden sowie originell ist. Ist Uranus schwierig gestellt, neigt die betreffende Persönlichkeit unter Umständen dazu, alles zwanghaft anders machen zu wollen. Auch elitärer Dünkel kann zu den uranischen Schattenseiten gehören.
Im Aspekt mit einem anderen Planeten oder einer Achse ist Uranus der Beschleuniger, er verleiht dem aspektierten Planeten Originalität und Andersartigkeit, sorgt für Überraschungen ebenso wie für blitzartige Erleuchtung.
Ähnliches geschieht, wenn er einen Planeten oder eine Achse im Transit berührt. Ein Uranus-Transit wälzt das Bisherige um, steht für plötzliche Änderungen, aber auch für ein blitzhaftes Erfassen von Zusammenhängen.
Uranus ist Herrscher des Zeichens Wassermann und im Löwen im Exil. Im Skorpion ist er erhöht und im Stier im Fall. Um die Symmetrie des Tierkreises der klassischen Astrologie zu wahren gilt er als Nebenherrscher des Steinbocks, dem er dadurch auch uranische Nuancen gibt, die durch dessen Hauptherrscher Saturn allein nicht zu erklären sind.
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Quellen
- ↑ Herschel zitiert aus Nicholas Campion, Das Buch der Welthoroskope. Edition Astrodata, Wettswil 1991, S. 483. Die gleiche Zeit (22:30 Uhr) berichtet Janduz, zitiert durch Rubertus Steeg in: Astrologischer Auskunftsbogen 71, Mai 1957. Baumgartner-Verlag Warpke-Billerbeck
- ↑ Richard Tarnas: Uranus und Prometheus. Zollikon 1996.
- ↑ Klöckler, Herbert Freiherr von: Kursus der Astrologie, Band II: Grundlagen für die astrologische Deutung. Astra-Verlag Berlin 1952 S. 44 f.