Venus
Symbol:
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Astronomie
Venus ist nach Merkur der zweite Planet, dessen Umlaufbahn um die Sonne sich innerhalb derjenigen der Erde befindet. Daher kann sie sich aus Erdsicht (geozentrisch) nie mehr als 47 Grad von der Sonne entfernen (Elongation). Ihr Durchmesser beträgt 12 104 Kilometer, womit sie fast so groß ist wie die Erde. Ihre mittlere Entfernung von der Sonne liegt bei 108,21 Millionen Kilometer. Für einen Umlauf um die Sonne (siderischer Umlauf) benötigt sie etwas mehr als 224 Tage, für einen Durchlauf durch den Tierkreis 10 bis 14 Monate. Ihre Tagesbewegung beträgt maximal 1 Bogengrad und 15 Bogenminuten. Von uns aus gesehen ist die Venus nach Sonne und Mond der am hellsten leuchtende Himmelskörper.
Wie Merkur kann auch die Venus Abendstern oder Morgenstern sein. Wenn aber von dem Morgenstern oder Abendstern die Rede ist, ist nur sie gemeint (Merkur ist zu selten und zu kurz sichtbar). Im ersten Fall geht sie am östlichen Himmel vor der Sonne auf, befindet sich also im Tierkreis vor ihr; im zweiten Fall geht sie am westlichen Himmel nach der Sonne unter, befindet sich also im Tierkreis hinter ihr. Wenn sie näher als ungefähr 10 Grad bei der Sonne steht, ist sie für das menschliche Auge nicht mehr zu erkennen.
Mythologie
Aphrodite (lateinisch Venus) gehörte zu den zwölf obersten Gottheiten des Olymp. Sie war die Göttin der Liebe, der Fruchtbarkeit und der Schönheit. Ihr Beiname "die Schaumgeborene" weist auf ihre Geburt hin: der Titan Kronos (Saturn) hatte auf Geheiß seiner Mutter Gaia seinen Vater Uranos entmannt und dessen Geschlechtsteile ins Meer geworfen. An dieser Stelle bildete sich Schaum, und daraus entstand Aphrodite in voller Schönheit. Ihre Anmut übertrug sich gleich auf ihre Umgebung - als sie aus dem Wasser ans Land trat, erblühten Blumen unter ihren Füßen.
Aphrodite war mit Hephaistos verheiratet, dem Gott des Feuers und der Schmiedekunst. Es war jedoch eine unglückliche Ehe. Hephaistos war zwar einerseits der geschickteste Kunstschmied, andererseits aber hässlich und hinkend. Eine solche Verbindung befriedigte Aphrodite nicht. Sie verkörperte das sinnliche Ideal. Deshalb suchte sie sich Liebhaber wie beispielsweise den Kriegsgott Ares. Ihre Leidenschaft ließ sie auch an allen möglichen Kämpfen und Intrigen der Götterwelt teilhaben. Sie war keinesfalls die naive, unbedarfte Schönheit, wie das heutige Venus-Bild uns vermittelt. Wer sie verehrte, konnte sich auf ihre Unterstützung verlassen, wer sich ihr jedoch widersetzte oder ihre Liebe verschmähte, wurde unerbittlich bestraft. Sie war eine Göttin, die wertete und bewertete.
Deutung
Tabelle: Stichworte zur Deutung (nach Klöckler)
| stark und harmonisch | stark und disharmonisch | schwach und evtl. disharmonisch |
|---|---|---|
| Naturprinzip: Anziehung, zentripetale Energie | ||
| Anziehung | Absorption | Abstoßung |
| biologisch: Sexualfunktion, weiblicher Aspekt | ||
| Sexualität | Hypersexualität | Asexualität |
| Hormonales Gleichgewicht | Hormonale Hyperfunktion | Hormonale Funktionshemmung |
| organisch: die Drüsen der inneren Sekretion, Nieren, Venen | ||
| psychologisch: erotisches Empfinden, Fläche, Farbe, Ton | ||
| Erotik | Hyperhedonie | Hypohedonie |
| Gefühl | Sentimentalität | Gefühllosigkeit |
| Schönheitssinn | Überbewertung des Ästhetischen | Mangel an Schönheitssinn |
| Lebensliebe | Leichtsinn, Laster, Perversion | Lebensunlust |
| Temperament: zykloid-sanguinisch[1] | ||
Venus ist im Horoskop das Symbol für jene Kraft im Menschen, die Harmonie sucht - sei es durch die Beziehung oder die Liebe zu einem anderen Menschen, oder durch die Beschäftigung mit dem Schönen, wie sie in der Kunst zum Ausdruck kommt. Venus steht aber auch für den Selbstwert. Sie konfrontiert jeden mit der Frage: Wie gehe ich mit mir um, was mute ich mir zu?
Ihre Haus- und Zeichenstellung beschreibt die Art, wie eine Person mit anderen in Beziehung tritt, was ihr gefällt, oder wie sie den Wunsch nach Harmonie befriedigt. Sie zeigt, wie man liebt und geliebt werden möchte, wie man Zuneigung zum Ausdruck bringt und Zuneigung erfahren möchte. Sie gibt Auskunft über das, was einem Menschen Sinnesfreuden verschafft und was die persönliche Ästhetik anspricht.
Im Horoskop einer Frau ist Venus zusammen mit dem Mond Teil der weiblichen Identität. Als Planet der Erotik und Sexualität gibt sie gemeinsam mit Mars auch Hinweise über diesen Lebensbereich. Im Horoskop eines Mannes sagt sie zudem, ebenfalls gemeinsam mit dem Mond, etwas über dessen Frauenbild aus; hier ist Venus die erotische Verführerin, sie repräsentiert das, was ein Mann anziehend findet.
Im Aspekt mit einem anderen Planeten oder einer Achse verleiht Venus dem betreffenden Horoskopfaktor etwas Liebevolles und bindet diesen in die Ästhetik mit ein.
Im Transit sorgt sie für den kurzen Zeitraum von wenigen Tagen für eine erhöhte Sinneswahrnehmung.
Sie gilt in der klassischen Astrologie als das "kleine Glück", im Gegensatz zu Jupiter, der das "große Glück" symbolisiert.
Würden
Venus ist Herrscherin zweier Zeichen: Stier und Waage. Als Abendstern entfaltet sie eher die Eigenschaften der Waage, als Morgenstern diejenigen des Stiers. Im Exil steht sie dementsprechend sowohl im Skorpion wie im Widder. In den Fischen ist sie erhöht und in der Jungfrau im Fall.
Körper
Der Venus unterstehen die Gleichgewichtsorgane, außerdem die Nieren, die einen wichtigen Einfluss auf die Regulation von Kreislauf und Blutbildung haben und zum Ausgleich des Säure-Basen-Haushalts im Körper beitragen. Die ausgleichende Kraft der Venus kommt auch in ihrer Zuordnung zu den Venen zum Ausdruck: diese bringen das Blut, das über die Arterien Sauerstoff in sämtliche Körperzellen gebracht hat, zurück zum Herzen. Auch die Haut als Sinnesorgan wird der Venus zugeordnet, als materielle Grenze des Körpers untersteht sie hingegen dem Saturn.
Quellen
- ↑ Herbert Freiherr von Klöckler: Kursus der Astrologie, Band II: Grundlagen für die astrologische Deutung. Astra-Verlag Berlin 1952 S. 39 f.
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