Vertex

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Der Vertex oder Gegen-Aszendent

Der Name Vertex ist mehrdeutig:

Inhaltsverzeichnis

Begriff

Der Vertex (Mehrzahl: Vertices) kommt vom lateinischen vertere: drehen, wenden, und bedeutet einmal Wendepunkt, Scheitel; ebenso aber allgemeiner Punkt, Knoten – eine Stelle, wo sich Linien und Richtungen treffen.[1]

Beschreibung

Der Vertex wird manchmal auch Gegenaszendent genannt. Entdeckt wurde er in den 1920er Jahren durch Lorne Edward Johndro, dieser nannte ihn elektrischer Aszendent. Er berechnet sich astronomisch aus dem westlichen Schnittpunkt der Ekliptik mit dem sog. Nullvertikalkreis bzw. der Vertikale. Anders ausgedrückt: Nähme man im Horoskop das Imum coeli als Medium coeli, erhielte man den Vertex als neuen Aszendenten. Somit kann der Vertex als Aszendent des Imum coeli betrachtet werden.[2]

Im Horoskop liegt der Vertex meist in den Häusern 5, 6, 7 oder 8. Der Punkt des "Antivertex" liegt ihm exakt gegenüber.[3]

Deutung

Wenn man beide Punkte, Aszendent und Vertex, analog zur astronomischen Herleitung astrologisch vergleichen möchte, erhielte man folgende Aussage: führt der Aszendent (Persönlichkeit, Individualität) zum Medium coeli (gesellschaftliche Bedeutung), so führt der Vertex zu den eigenen Wurzeln, zur inneren Geborgenheit, aber auch zu einem Punkt der Herkunft und des Rückzugs. Somit ist der Vertex ein sehr privater, introvertierter Punkt im Horoskop, der einem nicht unbedingt von außen angesehen oder angemerkt werden kann. Doch dürfte man über ihn Ereignisse und Erlebnisse anziehen oder anstreben, die einen den eigenen Wurzeln näher bringen.

Der italienische Astrologe Renzo Baldini deutet die Achse Vertex-Antivertex so[2]:"Auf psychologischer Ebene könnten wir die Hypothese wagen, die Achse AC/DC mit dem Ich zu verbinden, die Achse IC/MC mit dem Über-Ich und die Achse Vertex/Antivertex mit dem freudianischen Es, also dem Brunnen der Begierden, auf dessen Wänden die Geschichte der Befriedigungen und Frustrationen verzeichnet ist."

Damit kann einem der Vertex den Weg in die eigenen Quellen und Abgründe zeigen: sowohl tief sitzende Blockaden, die der Ursprung von Krankheiten sein können, aber auch als karmisch erlebte Belastungen, d.h. vor allem Prägungen aus der Herkunftsfamilie, und auch die von dort herrührenden psychischen Probleme. Doch ist er ebenso ein Punkt, der, wenn er dem Aszendenten vergleichbar erlebt bzw. gelebt wird, eine tiefe seelische Geborgenheit schenken kann, die jedoch notwendigerweise nach innen (zum IC) gerichtet sein muss.

Möglicherweise ist der Vertex auch ein Punkt der Sammlung und Meditation, der Findung der eigenen Mitte, zumal Meditation ja ebenso weltabgewandt ist und der Zentrierung auf das eigene Innerste bzw. das über einen selbst hinaus führende und als göttlich Erlebte dient.

Die Hausposition des Vertex kann somit zeigen, in welchem Lebensbereich der Native am besten den Kontakt zur eigenen inneren Quelle findet: z.B. durch Kreativität, Kinder, Sport (Haus 5), Arbeit (Haus 6), Partnerschaft (Haus 7) oder Bindungs- und Sterbeerlebnisse (Haus 8). Ebenso wird damit aber auch angezeigt, wo sich markante Probleme auftun können: in einem gehemmten Selbstausdruck (Haus 5), gesundheitlichen Problemen (Haus 6), Beziehungsproblemen (Haus 7) oder in geistigen Fixierungen bzw. gar Todessehnsucht (Haus 8). Baldini setzt u.a. die Neigung zum Borderlinesyndrom in Beziehung zur Vertexstellung.[3]

Eine Rolle spielt der Vertex lediglich in der psychologischen Astrologie, allenfalls noch in der esoterischen und spirituellen Astrologie.

Quellen

  1. Definition aus Wikipedia
  2. 2,0 2,1 Leseprobe aus: "Der Aszendent der Seele" auf Astronova.
  3. 3,0 3,1 http://www.kernastro.de/lexikon/einzel.asp?SearchText=V

Literatur

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