Mondpause

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In der Mondpause sind kontemplative Tätigkeiten gefördert

Synonyme: Mond im Leerlauf, Mond auf leerer Bahn

Englisch: Void of course Moon

Inhaltsverzeichnis

Definition

Man spricht von einem Void-of-course-Mond, wenn der Mond bei seinem Lauf durch ein Tierkreiszeichen - was zwei bis zweieinhalb Tage dauert - keinen Hauptaspekt mehr bildet, bis er dieses Zeichen verlässt, also keine Konjunktion oder Opposition, kein Quadrat, Trigon oder Sextil. Er befindet sich sozusagen im "Leerlauf". Die Dauer dieser Mondpausen ist ganz unterschiedlich: wird der letzte Hauptaspekt gegen Ende des Durchlaufs des Mondes durch ein Zeichen gebildet, sind es nur wenige Minuten oder Stunden, es kommt jedoch auch mal vor, dass eine Mondpause bis zu zwei Tagen dauert.

Das Konzept der Mondpause wurde aus der antiken Deutung des unaspektierten Mondes abgeleitet, Firmicus Maternus schreibt hierüber: "Wenn der Mond jedoch so gestellt ist dass er durch nichts gestärkt wird, noch sich mit irgendeinem Stern in passendem Strahl vereint, und kein gütiger Stern im Winkel steht, wird er würdelose Armut bringen und solche Menschen, die nicht einmal das Nötigste haben und solche, denen die Dinge, die als Hilfen zum täglichen Leben nötig sind verwehrt bleiben und solche, die immer auf Hilfe anderer angewiesen sein werden um ihr Leben zu bewältigen."[1].

Führender Forscher auf diesem Gebiet war seit den 1940er Jahren der Astrologe Al H. Morrison, dessen Schrift von 1966 heute immer noch die Referenz zu dem Thema ist (s. unten). Im deutschen Sprachraum ist Erich Bauer[2] ein starker Verfechter des Konzepts der Mondpause, und er widmet dieser Besonderheit in seiner trivialastrologischen Zeitschrift "AstroWoche" viel Raum.

Deutung

Insgesamt wird die Mondpause in einer Art und Weise gedeutet, wie sie bei anderen Planeten bei der Rückläufigkeit zur Anwendung kommt:

Gefördert werden[1]:

  • Routinetätigkeiten
  • Aufräumen und ausmisten, Platz schaffen
  • Meditative Tätigkeiten, Yoga, nach innen gerichtete Aktivität, Kontemplation
  • Überarbeitungen und Korrekturen: Fehler werden besser erkannt
  • Erholung und Schlaf
  • Planungstätigkeiten, die aber noch nicht endgültig konkretisiert werden sollten
  • Soziale Ereignisse: Treffen von Freunden, entspannende Tätigkeiten
  • Reisen, vor allem, wenn man nicht selbst am Steuer sitzt
  • Ausprobieren neuer Tätigkeitsfelder, die für das aktuelle Fortkommen nicht benötigt werden, Hobbies.
  • Wahrnehmen der inneren Stimme, intuitives Erleben

Zu meiden sind[1]:

  • Der Beginn wichtiger oder das Leben verändernder Tätigkeiten: sie bringen nicht den erhofften Erfolg
  • Neue Bekanntschaften: bei Vorstellungsgesprächen oder Dates sieht man die Menschen durch rosarote Brillen, Enttäuschungen und Ärger sind daher vorprogrammiert.
  • Antritt einer neuen Arbeitsstelle, außer für kurzfristige Tätigkeiten. Das Arbeitsverhältnis wird sich anders als erwartet entwickeln oder früher als erhofft beendet sein.
  • Konkrete Planungen, da sich Ereignisse unverhofft anders als erwartet entwickeln werden.
  • Kauf von teuren Gegenständen, da sie nicht den erhofften Nutzen bringen werden oder vorzeitig kaputt gehen. Der Kauf von Billigwaren, in die man keine hohen Erwartungen steckt, scheint demhingegen problemlos zu sein.

Allgemein sollten keine neuen Ereignisse bezüglich der vom Mond beeinflussten Bereiche begonnen werden, da sie zu Verzögerungen, Fehlschlägen oder unerwartetem Ausgang führen werden.

Hieraus ergeben sich folgende Beurteilungen in den unterschiedlichen Arbeitsfeldern der Astrologie

  • Stundenastrologie: Geht es um ein Fragehoroskop, das zum Zeitpunkt eines Void-of-course-Mondes gestellt wird, so scheint sich in der fraglichen Angelegenheit nichts mehr zu ereignen oder aber die Dinge verzögern sich.[3] Mona Riegger formuliert ganz deutlich: "Weder das, was du erhoffst noch das, was du befürchtest, wird eintreten!"[4].
  • In der Ereignisastrologie, sowohl individuell als auch mundan, wie auch bei der Analyse von Transiten wird bei einer Mondpause davon ausgegangen, dass sich Vorhaben verzögern, die Konzentration vermindert ist und allgemein die Wahrnehmung stärker zerstreut ist. Zum Zeitpunkt einer solchen Mondstellung unternommene Projekte sollen nicht wie geplant verlaufen[5]. Erholung und Freizeitaktivitäten, die nicht an einen strikten Plan gebunden sind, gelten als begünstigt.
  • Auch für die Elektion, die nach möglichst günstigen Zeitpunkten für Unternehmungen sucht, kann die Frage, ob der Mond zu dem gewünschten Zeitpunkt "ins Leere läuft", eine Rolle spielen.
  • Für die Deutung des Geburtshoroskops, egal welcher Methoden sie sich bedient, wird die Mondpause heute nicht mehr gedeutet, ganz im Unterschied zu der oben von Firmicus Maternus gegebenen Einschätzung.

Weblinks

Weiterführende Literatur

  • The Void Of Course Moon. American Federation of Astrologers, New York, 1966
    enthalten in: Karen Christino (Hrsg.): The Best of Al H. Morrison. Stella Mira Books, 2006 ISBN 978-0972511711

Quellen und Anmerkungen

  1. 1,0 1,1 1,2 Jenni Stone: Understanding the Void-of-Course Moon. Mountain Astrologer
  2. Erich Bauer: Mondkalender
  3. Erik van Slooten: Lehrbuch der Stundenastrologie. Freiburg 1994, Seite 36 f.
  4. Mona Riegger: Wenn der Mond Void of Course ist. Online bei Sternwelten
  5. Claude Weiss: Wenn der Mond ins Leere läuft. In: Astrologie heute 65, Feb. / März 1997, Seite 12.
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