Wassermann

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Tierkreiszeichen Wassermann
Darstellung aus dem Liber Astronomicus von Guido Bonatus, 1491

Symbol: A49_249.gif

Element: Luft

Qualität: fix

Polarität: Yang/ männlich

Herrscherplanet: heute Uranus, früher Saturn

Sonne im Wassermann: etwa vom 20. Januar bis zum 19. Februar

Jahreszeit: Klirrende Kälte, Schnee und Eis, der Saft der Bäume kehrt zurück

Kultur: Lichtmess, Fasching, Karneval, Umkehr der Rollen

Körperbereich: Unterschenkel (Waden), Knöchel; Nerven

Namen gebendes Sternbild: Aquarius


Inhaltsverzeichnis

Mythologie des Sternbilds

Ganymed mit Zeus als Adler

Das Sternbild zeigt einen Mann, der Wasser aus einem Krug gießt. Nach einer Tradition handelt es sich dabei um den Trojaner Ganymed, den schönsten Jüngling der Welt. Selbst Zeus war von ihm angetan und verwandelte sich in einen Adler, um ihn auf den Olymp zu entführen und zum Mundschenken der Götter zu machen. Ganymeds Aufgabe war es fortan, die Göttlichen mit Nektar aus seinem Krug zu verwöhnen. Als Entschädigung für den Raub des Knaben schenkte Zeus seinem Vater zwei unsterbliche Rosse und eine goldene Weinrebe.

Eine andere Tradition sieht im Sternbild Wassermann den göttlichen Schmied Hephaistos. Hephaistos war ein schrulliger Mann mit allerlei Eigenarten. Seine körperliche Unvollkommenheit - er hinkte und galt als sehr hässlich - glich er aus durch sein hohes handwerkliches Können. Wenn ihm jemand den Respekt versagte, reagierte er unversöhnlich, so auch gegenüber seiner Gattin Aphrodite, der Göttin der Liebe und Schönheit. Diese betrog ihn regelmäßig mit dem Kriegsgott Ares. Um sie vorzuführen, konstruierte er ein goldenes Netz, das beim Liebesakt über die beiden fiel und sie gefangen hielt. Daraufhin ließ Hephaistos alle anderen Götter kommen, die sich über den Anblick köstlich amüsierten. Erst durch die Vermittlung von Poseidon (Neptun) war er bereit, die in flagranti Ertappten wieder freizulassen.

Deutung

Analogie Wassermann-Januar: Die geistigen Höhenflüge (dargestellt durch den Geflügelbraten)

Der Wassermann ist das elfte Zeichen des Tierkreises. Hier geht es um eine übergeordnete Perspektive gegenüber dem Leben. Der Mensch ist Teil einer Gruppe Gleichgesinnter, in der er sich aufgehoben fühlt und mit deren Hilfe er wesentlich mehr erreichen kann als alleine.

Menschen mit einer starken Betonung dieses Zeichens sind am Wohl der Gemeinschaft interessiert. Ihnen schwebt eine gerechte Gesellschaft vor ("Utopie"), in der Hierarchien keinen Platz mehr haben und in der sich jeder auf die ihm gemäße Weise entfalten kann. Freiheit ist für Wassermann-Geborene nicht nur ein gesellschaftliches bzw. politisches Anliegen - sie legen auch höchsten Wert auf ihre persönliche Unabhängigkeit. Sie haben ein ausgeprägtes Gefühl für die eigene Individualität und Besonderheit. Gleichzeitig benötigen sie Freunde, um ihre Interessen und Ideen zu verwirklichen.

Wassermann-Geborene interessieren sich für die größeren Zusammenhänge, für welche sie einen klaren Blick haben, da sie gerne eine distanzierte Haltung einnehmen ("darüberstehen"/ Vogel-Perspektive). Sie haben Zukunftsvisionen, verfügen über eine ausgeprägte Intuition und über Erfindungsreichtum.

Eine Gefahr besteht für sie darin, sich nicht wirklich einzulassen bzw. alles abzulehnen, was emotional tiefer geht. Darüber hinaus kann bei dieser Betonung der eigenen Individualität der Zwang spürbar sein, alles grundsätzlich anders zu machen als die anderen.

Das Tierkreiszeichen Wassermann verleiht Achsen und Planeten, die sich in ihm befinden, Originalität, Freiheitsliebe und Experimentierfreude.

Mit seinem Oppositionszeichen Löwe teilt der Wassermann den Wunsch, etwas Besonderes zu sein: Während der Löwe dadurch auffallen möchte, dass er mehr glänzt als andere, will der Wassermann möglichst ausgefallen sein. Mit den anderen beiden Luftzeichen, Zwillinge und Waage, hat er die geistige Beweglichkeit gemeinsam: Die Zwillinge können mit vielen unterschiedlichen Informationen umgehen und sich gut in eine andere Position hineinversetzen (relativieren), die Waage versucht den Ausgleich zwischen unterschiedlichen Standpunkten herzustellen (zu harmonisieren), und der Wassermann kann die Dinge aus einer ganz neuen und unkonventionellen Warte betrachten. Von den Zeichen, die zu ihm im Quadrat stehen, kann der Wassermann Verbindlichkeit (Stier) und Tiefgang (Skorpion) lernen.

Würden

Im Wassermann steht die Sonne im Exil.


Historische Aspekte

Zur Herkunft des Namens 'Wassermann'

Ursprünglich hiess das Sternbild "Gula". Gula (auch Baba genannt), die grosse "Ärztin, die mit Wasser behandelt, die wasserspendende Heilgöttin. Es ist der Wasserguss, der anderen Nahrung schenkt, deshalb auch "Nectar".

Zitat Anfang

"Wassermann: Das bei van der Waerden aufgeführte Ideogramm mul GU.LA ist richtig, doch sagt er: „Was GU.LA bedeutet, wissen wir nicht." Nun ist Gula (auch Baba genannt, zum Pantheon siehe Beltz [3]; betr. Ideogramme Deimel [4]) die wasserspendende Heilgöttin von Lagas, Gattin des Stadtgottes Ninurta; Gula hat das Epitheton „die große Ärztin". Im späteren babylonischen Pantheon — nachdem das Sumerische als Volkssprache erloschen war — war sie nur Göttin zweiter Ordnung, aber als göttliche Ärztin populär, als Göttin der Morgenröte gewann sie „Einfluß" auf die Astronomie. Ärztin heißt akkadisch asatu (femin. zu asum), wo asum „Arzt" sumerisches Lehnwort aus A.ZU (so auch das Ideogramm) ist, das wörtlich „Wasserkundiger, Hydrologe" bedeutet. Nun war das griechische Pantheon eine „geschlossene Gesellschaft", und man konnte Asklepios — den griechischen Heilgott — nicht kurzerhand mit Gula verheiraten, ein in Mesopotamien gängiges Verfahren, die Götter eroberter Gebiete versöhnlich zu stimmen. Mit Gula oder Baba aber konnten die Griechen nichts anfangen, und so kam ihnen entgegen, daß die sumerische Sprache kein grammatisches Geschlecht hat: A.ZU ist „Arzt" und „Ärztin" (wenn man die „Ärztin" betonen will, muß man mi davorsetzen, was bei Gula überflüssig war, weil sie ohnehin eine Göttin war). So konnten die Griechen den Namen Gula weglassen, und A.ZU — das Epitheton — ist übersetzt griech. hydro, was dann lat. aquarius ergibt." [1]


Links

Quellen

  1. „Die Herkunft einiger Tierkreiszeichen und ihrer heutigen Benennung" von Joachim-Hermann Scharf, Halle in: „Die Sterne", 62. Band, Heft 3, 1986, S. 159-163, J. A. Barth, Leipzig
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