Wilhelm Wulff

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Geburtshoroskop von Wilhelm Wulff

Der Bildhauer und Astrologe Wilhelm Theodor Heinrich Wulff wurde am am 27. März 1893 um 08:06 Uhr LMT[1] als Sohn einer Kaufmannsfamilie in Hamburg geboren. Er starb am 8. Juni 1984 im Alter von 91 Jahren.

Inhaltsverzeichnis

Biographie

Wulff[2] hatte noch einen jüngeren Bruder, der im 1. Weltkrieg schwer verwundet wurde. Dies sah Wulff bereits 1913 im Horoskop des Bruders angezeigt. Obwohl der Vater wollte, dass er eine Kaufmannslehre absolviert, ging Wulff an eine Kunstgewerbeschule, um Bildhauerei und Malerei zu studieren. Seine Beschäftigung mit den Werken von Leonardo da Vinci, Johannes Kepler, Tycho Brahe und Goethe führten ihn 1912 zur Astrologie, die er seit Anfang der 20-er Jahre mit großem Erfolg zum Beruf machte. Um 1920 wurde Wulff Mitglied[3] des Swastika-Zirkels in Berlin, einer Okkultistenvereinigung mit ariosophischer Ausrichtung, der auch Ernst Issberner-Haldane angehörte. Die Mitglieder wie auch Wulff selbst finden sich ab 1925 als Mitarbeiter der rassentheoretischen und ariosophischen Zeitschrift für Menschenkenntnis und Menschenschicksal[4] wieder.

Wulff war verheiratet und hatte eine Tochter (Luise Charlotte) und einen Sohn.

Astrologie

Wulff war einer der führenden Astrologen im Kreis der Forscher der 1920-er und 30-er Jahre und zugleich Mitglied der angesehenen Astrologischen Zentralstelle von Hubert Korsch. Er veröffentlichte auch Artikel im Zenit. Er wurde am 9.6.1941, wie viele weitere Astrologen, nach dem England-Flug des Hitler-Vertrauten Rudolf Heß von der Gestapo verhaftet und kam in das KZ Fuhlsbüttel, bis er in ein 'Arbeitslager für Spezialisten' deportiert wurde, um für Himmler und einige andere Nazi-Politiker (Felix Kersten, Schellenberg, Arthur Nebe) Horoskope zu erstellen. Wulff hat einige sehr treffende Prognosen gemacht, darunter 'eine grosse Gefahr für Hitler am 20.7.1944' und 'dass Hitler noch vor dem 7.5.1945 eines geheimnisvollen Todes sterben werde'. Nach dem Krieg gehörte Wulff zu den Gründungsmitgliedern des DAV[5].

Er schrieb ein autobiographisches Werk namens Tierkreis und Hakenkreuz - als Astrologe an Himmlers Hof. Wulff arbeitete in erster Linie als prognostischer Astrologe, und zog dafür die altindische Astrologie heran. Er gab im Mai 1925 das altindische Lehrbuch der Astrologie von Varaha Mihira heraus. Er fand in Albert Kniepf einen Freund.

Wulffs Deutung für Nebe

Geburtshoroskop von Arthur Nebe, nach den Daten aus dem "Spiegel"

Wilhelm Wulff brachte es im September 1949 sogar bis in eine Titelgeschichte der Zeitschrift Der Spiegel [6]. Eine Prognose vom 17. September 1943, den Kriminalkommissar Arthur Nebe betreffend, soll hier wiedergegeben werden (Wulff war nicht bekannt, für wen er das Horoskop erstellte):

"Ein Ende des Lebens in angenehmer, materiell und sonstwie gesicherter Zurückgezogenheit, begleitet von Ruhm und Errungenschaften, kann in dem vorliegenden Falle nicht angenommen werden. Die Zeichen- und Planetenzusammenballungen weisen hin auf ein schlechtes finish im Wettrennen des Lebens."

Das Horoskop spricht von "zumeist ungünstigen Verhältnissen für die letzte Zeit des Lebens", von einem "Leben unter eigentümlichen und seltsamen Einschränkungen in einer bemerkenswerten Art der Zurückgezogenheit und Abgeschlossenheit", von "ungewöhnlichen und einzigartigen häuslichen und wohnlichen Umständen gegen das Ende des Lebens", von einem "Aufenthaltsort, der für den Horoskopinhaber gesundheitlich stark nachteilig ist, unfrei und in zwingender Art und Weise", von einem "geheimnisvollen Aufenthalt", und im Zusammenhang damit komme es zu "Täuschungen und Betrügereien, Irreführungen, Unglück und Mißtrauen". Weiter "muß auf ein Lebensende in Armut und Sorgen in sehr dürftigen Verhältnissen geschlossen werden. Wahrscheinlich wird der Geborene am Lebensende von Ort zu Ort wandern, immer auf der Suche nach Glück und Ruhe sein, aber er kann nichts anderes erwarten als die für diese Merkurposition geltende üble Vorbedeutung. Konflikte mit dem Gesetz und Nöte". Dann, so heißt es im letzten Absatz, "Merkur herrscht über das 8. Feld, das Todesfeld."

Im weiteren Verlauf beschreibt Der Spiegel Nebes weiteres Leben:

SS-Gruppenführer Nebe sollte kein Obergruppenführer mehr werden, kein Sicherheitsminister und - Traum jeden Polizeichefs - auch kein Innenminister mehr.
Statt dessen wurde er am 4. August 1944 von seiner eigenen Kripo für 50000 Reichsmark ausgelobt, nachdem ursprünglich ein Kopfpreis von einer Million festgesetzt war. Statt dessen irrte er ziel- und planlos in Mecklenburg und Brandenburg umher, "von Ort zu Ort, unter zumeist ungünstigen Verhältnissen, immer auf der Suche nach Glück und Ruhe".
Er wurde, "im Konflikt mit dem Gesetz und in Nöten", im gesamten Schilfgebiet des Kleinen Wannsee mit fünfzig Suchhunden und ebensoviel Paddelbooten, mit Fahrzeugen der Wasserschutz- und Wasserfeuerlöschpolizei gesucht.
Er lebte "unter eigentümlichen und seltsamen Einschränkungen" in der Motzenmühle bei Zossen südlich Berlin, "in einer bemerkenswerten Art der Zurückgezogenheit und Abgeschlossenheit".
Er wurde in der Motzenmühle während einer Geburtstagsfeier verhaftet, und die eigene Freundin mußte die Schergen zu dem "geheimnisvollen Aufenthalt" hinführen, "unter Täuschungen und Betrügereien, Irreführungen, Unglück und Mißtrauen", nachdem sie nämlich um ihre eigene Sicherheit und um ihre blinde Mutter zu bangen Grund hatte.
Er verbrachte sechs Wochen im Keller der Prinz-Albrecht-Straße und in Buchenwald, "unfrei und in zwingender Weise", an einem "Aufenthaltsort, der für ihn gesundheitlich stark nachteilig" war.
Er endete tatsächlich "in Armut und Sorgen, in sehr dürftigen Verhältnissen", und starb am 4. März 1945 durch den Strang.

Publikationen

Bücher

  • (Übers.) Mihira, Varaha : Lehrbuch der altindischen Astrologie. Das große Buch der Nativitätslehre. (Brihat Jataka). 199 Seiten. Hamburg, Atair 1925; Neuauflage bei Urania, Waakirchen 1979 ISBN 3921960037
    Nach der englischen Übersetzung von N. Chidambaram Iyer ins Deutsche übersetzt und bearbeitet von Wilhelm Wulff. Aus dem Inhalt: Definition der Elementarbegriffe des Zodiaks und der Planeten; Tier- und Pflanzenhoroskope; Zeit der Empfängnis; Vom frühen Tod; Bestimmung der Lebenslänge; Planetenperioden; Astakavargas; Beruf; Königsgeburten; Nabhasayogas; Mondkonstellationen; Asketen Yogas; Mondstationen; Dekanate; Aspektenlehre; Frauenhoroskope; verlorene Horoskope; Horoskop-Abbildungen und Diagramme
  • Tierkreis und Hakenkreuz. Als Astrologe an Himmlers Hof. 248 Seiten. Bertelsmann Sachbuchverl. (1968)

Artikel[7]

  • Die Unterabteilungen der Zodiakzeichen in der indischen Astrologie und ihre Anwendung, 14 Vorträge über Astrologie . Astrologische Zentralstelle; Nurnberg 1929
  • Ahoratri-Uhr, Zenit 1. Jhg. 1930 / Heft 8/9, 1930, Dr. Korsch Zentralblatt f.astr.Forschung
  • Aus der Brihat Samhita, Astrologische Blätter 9.Jhg.1927-28 / Heft 6, 1927, Linser-Verlag Berlin
  • Beiträge zur Trutina Hermetis - Über Mutterschafts-Mysterien, Astrologische Rundschau 15. Jhg. 1924 / Heft 4, 1924, Theosophisches Verlagshaus Leipzig
  • Deutungsmöglichkeiten eines Horoskops, Vorträge des 9. Astrologen-Kongresses Dortmund, 1930, Astrologische Zentralstelle Düsseldorf
  • Die Horoskopie der Inder, Astr. Rundschau 21.Jhg.1929-30 / Heft 10 + 11/12, 1930, AGiD
  • Die Horoskopie der Inder, Astr. Blätter 11. Jhg. 1929-30 / Heft 12, 1930, Wilhelm Becker Berlin
  • Die Horoskopie der Inder, Astr. Blätter 12. Jhg. 1930-31 / Heft 1, 1930, Wilhelm Becker Berlin
  • Grundlegendes zur Astrologie der arischen Inder, Zenit 8. Jhg. 1937 / Heft 6+7, 1937, Dr.Korsch Zentralblatt f.astr.Forschung
  • Grundlegendes zur Horoskopie der Inder, Zenit 2. Jhg. 1931 / Heft 1, 1931, Dr.Korsch Zentralblatt f.astr.Forschung
  • Zur Aspektenlehre (3 Diagramme), Astr. Blätter 7. Jhg. 1925-26 / Heft 7, 1925, Linser-Verlag Berlin
  • Zur Kritik der Hamburger Schule, Astr. Blätter 7. Jhg. 1925-26 / Heft 5, 1925, Linser-Verlag Berlin

Quellen

  1. Das Datum wird von Tony Bonin in einem Forumsartikel genannt: er selbst gibt als Geburtszeit (ohne Quelle) 08:00 Uhr an, er zitiert jedoch auch Claudia von Schierstedt mit der Uhrzeit 08:06 Uhr, diese stammt aus einer Ausgabe der "Astrologischen Rundschau" mit einer Daten-Liste von 100 Astrologen.
  2. Biographie von der Homepage von Claudia von Schierstedt übernommen, mit freundlicher Genehmigung.
  3. Goodrick-Clarke, Nicholas: Die okkulten Wurzeln des National-Sozialismus. Leopold Stocker Verlag, Graz 2000, S. 146
  4. Zeitschrift für Menschenkenntnis und Menschenschicksal, 1. Jahrgang 1925/26, Düsseldorf, Heft 1; Als Mitarbeiter wird u.a. Wulff genannt, der in den folgenden Jahren entsprechend mit Beiträgen vertreten ist.
  5. http://www.astrologenverband.de/modules/verband/index.php?tid=16&tt=Verband
  6. DER SPIEGEL, Ausgabe 40/1949, S. 20 ff. "DAS SPIEL IST AUS - ARTHUR NEBE"
  7. Homepage von Claudia von Schierstedt, mit frdl. Gen.