Zwergplanet

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Zwergplaneten im Größenvergleich zu Erde und Mond[1]
Telefonische Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses live aus dem Sitzungssaal durch Michael E. Brown

Zwergplaneten sind eine am 24. August 2006, mit Bekanntgabe um 13:34 Uhr UT in Prag von der IAU neu geschaffene Kategorie von Himmelskörpern[2].

Inhaltsverzeichnis

Charakteristik

Anlass war die Entdeckung vieler neuer Objekte des Kuiper-Gürtels seit Mitte der 1990er Jahre. Einige dieser Objekte besaßen Durchmesser, die denen von Pluto entweder nahe kamen oder seine Größe sogar übertstiegen. Eine Möglichkeit wäre gewesen, alle diese Objekte als Planeten zu klassifizieren, was allerdings zu einer unbedfriedigenden Situation geführt hätte: zum einen wäre es zu einer Inflation von Planeten gekommen, die letztendlich doch relativ kleine Objekte sind, andererseits hätten viele dieser Planeten einen sehr ähnlichen Abstand zur Sonne gehabt. Dies war bisher hauptsächlich ein Kriterium für die Asteroiden (im Asteroidenhauptgürtel) oder die Kentauren gewesen.

Die Definition entsprechend der Resolution der IAU lautet folgendermaßen[3]:

  1. Ein Planet ist ein Himmelskörper, der
    1. sich in einer Umlaufbahn um die Sonne befindet
    2. genügend Masse besitzt, um ins hydrostatische Gleichgewicht zu kommen, also üblicherweise runde Formen anzunehmen, und
    3. der seine Nachbarschaft von Himmelskörpern gesäubert hat.
  2. Ein Zwergplanet ist ein Himmelskörper, der
    1. sich in einer Umlaufbahn um die Sonne befindet
    2. genügend Masse besitzt, um ins hydrostatische Gleichgewicht zu kommen, also üblicherweise runde Formen anzunehmen,
    3. der seine Nachbarschaft nicht von Himmelskörpern gesäubert hat,
    4. und der kein Mond ist.

Mike Brown vermutet, indem er die Asteroiden des Asteroidengürtels untereinander vergleicht, dass der Durchmesser, den ein Asteroid braucht, um ins hydrostatische Gleichgewicht zu kommen, bei etwa 900 km für steinerne Körper und 400 km für eisige Körper liegt, gesichert also etwa ab der Größe von Ceres[4]. Die Zwergplaneten, die sich im Kuiper-Gürtel befinden, nennt man Plutoiden.

Auch für die Astrologie ergeben sich aus dieser Neueinstufung gewisse Konsequenzen. Zuerst ist festzustellen, dass Pluto keinen Planetenstatus mehr besitzt.[5] Zugleich erhielten andere Himmelskörper, die vorher kaum bekannt waren oder doch zumindest wenig Beachtung erfuhren, eine beträchtliche Aufwertung. So kam im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter als Zwergplanet die Ceres hinzu; im Kuiper-Gürtel sind dies derzeit (Stand: 11/2008), neben Pluto: Eris, Makemake und Haumea.

Kandidaten für eine weitere Aufwertung sind noch die Plutoiden Quaoar, Sedna und Orcus, sowie die klassischen Asteroiden Vesta und Pallas.

Zu notieren ist, dass es sich hierbei um die erste Neuschaffung einer Kategorie von Himmelskörpern seit der Entdeckung der Asteroiden vor zweihundert Jahren handelt. Selbst die Kentauren, die ja auch eine eigenständige Gruppe darstellen, wurden immer explizit als Asteroiden bezeichnet.

Plutos astrologischer Status

Pluto hat sich in den letzten Jahrzehnten einen herausragenden Platz in der Riege astrologisch bedeutsamer Himmelskörper erkämpft. Über ihn wurden viele Bücher geschrieben, es wurde ihm ein eigenes Domizil, der Skorpion, zuerkannt, und er konnte dort - zumindest in der europäischen Astrologie (die US-amerikanischen Astrologen haben dies teilweise nicht mitvollzogen) - sogar Mars als alleinigen Zeichenherrscher des Skorpions verdrängen und zum Nebenherrscher degradieren. Dies geschah einesteils, da in der astrologischen Logik ein Planet auch ein alleiniges Domizil benötigt, andererseits aber auch aufgrund der zu beobachtenden starken Übereinstimmung seiner Eigenschaften mit denen des Skorpions.

In der astrologischen Beobachtung der Entwicklung des mundanen Bewusstseins stellte sich immer wieder heraus, dass die Entdeckung neuer Himmelskörper auch mit Entwicklungsschritten des menschlichen Bewusstseins einherging. Das war bei der Entdeckung von Uranus der Fall (mit der Freiheitsthematik, sowie dem sprunghaften Wachstum wissenschaftlicher Erkenntnisse), ebenso wie bei der Entdeckung Neptuns (höherer Stellenwert der Spiritualität). Auch bei Pluto war dies zu beobachten: egal ob es in der Wissenschaft um eine Auflösung des festgefügten Begriffes der Materie ging (Stichwort Kernspaltung), oder in der Astrologie darum, vom Dogma des unveränderlichen Einflusses (einer nur positiven oder negativen Wirkung) von Himmelskörpern Abstand zu nehmen (siehe z. B. unter Übeltäter): die Geburtsstunde der Psychologischen Astrologie.

Eine Abstufung im Status ist mit dieser Neueinteilung durch die IAU erstmals geschehen; es gibt hierzu keinerlei Vergleiche. Welche Konsequenzen hat dies für Plutos Stellung in der Astrologie? Er hat sich ja als stark wirksam erwiesen, und wird dies wohl auch in Zukunft bleiben. Vielleicht steht sein Wirken nicht mehr ganz so exponiert im Vordergrund, zumindest wird er seinen besonderen Platz mit anderen, vergleichbaren Himmelskörpern teilen müssen. Eine Sonderstellung wird Pluto als Erstentdeckter, als "Primus inter pares" dennoch immer behalten. Und dadurch, dass alle Zwergplaneten des Kuiper-Gürtels nach ihm "Plutoiden" heißen, kommt dies auch in der Namensgebung zum Ausdruck.

Zu beobachten und zu diskutieren wird sein, ob Mars nicht doch wieder seinen Status als Hauptherrscher im Skorpion zurückerhält. Plutos Domizil im Skopion bleibt dennoch erhalten, er würde dort als Nebenherrscher weiter geführt. Sinnvoll könnte diese Korrektur der Würde Plutos sein, da es möglich ist, dass noch weitere Zwergplaneten ihr Domizil im Skorpion finden. Zusätzlich war bisher nämlich immer zu beobachten, dass, wenn in einem Zeichen ein zweiter Herrscher auftauchte und dort Hauptherrscher wurde, er in dem Domizil des vorherigen Herrschers Nebenherrscher wurde. So hätte Pluto im Widder eigentlich Nebenherrscher werden müssen - eine Zuordnung, die in der Praxis allerdings nie überzeugen konnte.

Besondere Rolle Plutos unter den Zwergplaneten

Pluto ist der einzige Himmelskörper unter den Zwergplaneten, der einen Mond hat, der selbst eine Größe besitzt, die ihn zum Kandiaten eines Zwergplaneten macht: Charon. Auch aufgrund des geringen Abstandes voneinander, doch hauptsächlich weil beide Himmelskörper von beträchtlicher Größe sind, bilden sie eher ein Doppelsystem zweier annähernd gleichberechtigter Partner. Solches ist bei fernen Doppelsternen bekannt, als Doppel-(Zwerg-)Planetensystem in unserem Sonnensystem jedoch einmalig. Hierdurch ist natürlich auch von einer anderen Wirkung auszugehen: denn es ist nicht allein Pluto, der wirkt, sondern auch Charon, welcher astrologisch bisher kaum von Pluto unterschieden wurde. Charon gilt mythologisch als der Fährmann auf dem Styx, dem Flusse an der Grenze zur Unterwelt. Er geleitet uns dorthin, wo Pluto herrscht. Seine Namenswahl ist somit aus mythologischer Sicht äußerst passend, und auch dem astronomischen Größenverhältnis der beiden angemessen.

Astrologisch gesehen handelt es sich beim Pluto-System eigentlich um zwei Himmelskörper in ständiger Konjunktion miteinander, denn astronomisch umkreisen ja beide einander. Aus dieser Perspektive lässt sich eine herausgehobene Bedeutung des Pluto-Systems unter allen Zwergplaneten gut ableiten. Vor allem wäre hieraus auch begründbar, warum ausgerechnet Pluto, als Nicht-Planet, seinen Status als Hauptherrscher des Skorpions behalten kann.

Astrologische Bedeutsamkeit der Plutoiden

Es könnte gut sein, dass einige der Plutoiden, wenn sie schon ähnlich groß sind wie Pluto oder sogar größer und wie er auch eigene Monde besitzen, an astrologisch zu beobachtender Einflusstärke diesem ebenbürtig sind. In der näheren Zukunft wird es eines der größeren astrologischen Forschungsvorhaben sein, ihren Einfluss kennenzulernen. Da es sich um eine große Anzahl von Himmelskörpern handelt, dürfte mit ihrer Entdeckung auch eine starke Erweiterung des Bewusstseins der Menschheit einhergehen. Pluto ist aus der heutigen Astrologie nicht mehr wegzudenken, und absehbar kann das mit den Plutoiden ebenso geschehen.

Da sich bei Pluto ein eindeutiges Domizil feststellen ließ, wird es auch bei den Plutoiden hilfreich sein, deren Domizil und eventuell weitere Würden festzustellen. Bei Pluto zeigte sich, dass sein Domizil mit dem Perihel zusammenfällt. Ob sich dies übertragen lässt? Zumindest sind bei den Plutoiden auch recht exzentrische Umlaufbahnen zu beobachten. Der Zwergplaneten-Kandidat Orcus wäre dann Nebenherrscher in den Fischen, Eris in der Waage. (Da dies bisher nur vorläufige Annahmen sind, bleibt abzuwarten, inwiefern sich die Zuordnungen bestätigen.)

Zwergplaneten im Asteroidengürtel

Ceres ist der derzeitig einzige Zwergplanet im Asteroidengürtel, von ihr ist eine runde Form, damit ein hydrostatisches Gleichgewicht, bekannt. Vesta und Pallas sind jedoch heiße Kandidaten für eine Aufwertung. Da die vier vor zweihundert Jahren erstentdeckten Asteroiden in den vergangenen Jahren - zwar sehr langsam, doch stetig - immer mehr Aufmerksamkeit erhielten und sich über ihre Wirkung ein immer genaueres Bild abzeichnet, entspräche eine Höherstufung auch ihrer astrologischen Präsenz. Eigentlich sind es vier Asteroiden des Hauptgürtels, die meist gemeinsam betrachtet werden; doch ist unter ihnen Juno von etwas geringerer Größe und es bleibt abzuwarten, ob sie ebenso zu einem Zwergplaneten erklärt wird.

siehe auch

Quellen

  1. Astrocorner.de
  2. BBC News: Pluto loses status as a planet 24 August 2006, 13:34 GMT
  3. http://www.iau.org/static/resolutions/Resolution_GA26-5-6.pdf
  4. http://www.gps.caltech.edu/~mbrown/dps.html
  5. Ob er deswegen anders gedeutet werden soll, ist eben die Frage.
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